Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Arbeitsweise des Immunsystems soll sichtbar werden

16.01.2002


Wie erkennen die Zellen des Immunsystems fremde Substanzen im Körper? Und wie verhalten sich die Zellen dann weiter? Diese Vorgänge sollen im Rahmen eines Forschungsprojekts am Institut für Virologie und Immunbiologie der Universität Würzburg sichtbar gemacht werden.



Die Arbeitsweise der Antikörper produzierenden B-Zellen kann schon seit langem erschlossen werden, denn sie binden sich sehr stark an die verschiedensten Gruppen körperfremder Substanzen (Antigene). "Weil die Verbindung zwischen B-Zelle und Antigen dadurch sehr stabil ist, kann man sie zum Beispiel mittels Immunfluoreszenz sichtbar machen", so Projektleiter Prof. Dr. Thomas Herrmann.

... mehr zu:
»Antigen »B-Zelle »Immunsystem »T-Zelle


Anders sieht es bei den T-Lymphozyten aus: Diese Zellen steuern die Immunantwort oder eliminieren direkt kranke Körperzellen. Sie binden sich aber nur relativ schwach an die Antigene. Zudem erkennen sie ein Antigen nur dann, wenn es in Verbindung mit bestimmten Molekülen (MHC) auf den Körperzellen auftaucht.

Um diese schwache Bindung trotzdem direkt sichtbar machen zu können, setzt die Arbeitsgruppe von Herrmann die Tetramer-Technik ein. Als Tetramere werden hierbei Gebilde bezeichnet, die aus vier MHC-Molekülen und Antigen bestehen. Daran binden sich die T-Zellen bis zu tausend Mal besser als an die einzelnen Komplexe. "Durch diese bessere Bindung können wir dann antigenspezifische T-Zellen direkt nachweisen", so Prof. Herrmann.

Die Würzburger Arbeitsgruppe will Tetramere herstellen, mit denen sich solche T-Zellen nachweisen und manipulieren lassen, die an verschiedenen Autoimmunerkrankungen des Nervensystems beteiligt sind, zum Beispiel an der Multiplen Sklerose. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Thomas Herrmann, Tel: (0931) 201-3955, Fax (0931) 201-2243, E-Mail: herrmann-t@vim.uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw

Weitere Berichte zu: Antigen B-Zelle Immunsystem T-Zelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neuer Wirkstoff aus dem Regenwald
14.11.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Was das Meer zur Klimaregulierung beiträgt: Neue Erkenntnisse helfen bei der Berechnung
14.11.2018 | Jacobs University Bremen gGmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisierte Klebfilmablage und Stringerintegration für den Flugzeugbau

14.11.2018 | Materialwissenschaften

Wie Algen und Kohlefasern die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre nachhaltig senken könnten

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Was das Meer zur Klimaregulierung beiträgt: Neue Erkenntnisse helfen bei der Berechnung

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics