Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Signalweg des Immunsystems entschlüsselt

13.07.2006
Forschungsergebnisse in renommierter Zeitschrift ’Nature’

Wissenschaftler des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München entdeckten, wie das menschliche Immunsystem eine Pilzinfektion abwehrt. Störungen in Genen dieser Abwehrreaktion können eine Rolle bei der Entstehung von Krebserkrankungen des Lymphsystems spielen. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts präsentieren Dr. Jürgen Ruland und sein Team in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins ’Nature’ (online)*. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit 400.000 Euro im Rahmen ihres Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramms.

Zwei Abwehrtruppen schützen den Körper vor fremden Eindringlingen wie Viren, Pilzen und Bakterien: das angeborene und das erworbene Immunsystem. Während über das erworbene Immunsystem bereits einiges bekannt ist, sind die Mechanismen des evolutionsgeschichtlich älteren angeborenen Immunsystems weniger gut verstanden. Es kommt beispielsweise bei der Abwehr einer Pilzinfektion zum Einsatz. Während der gesunde Mensch eine Pilzinfektion meist unbeschadet übersteht, kann sie bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem tödlich verlaufen. Besonders gefährdet sind Tumorpatienten, die eine aggressive Chemotherapie erhalten. Mediziner suchen daher nach neuen Medikamenten im Kampf gegen Pilze. Vorraussetzung dafür ist jedoch ein besseres Verständnis der Immunantwort des angeborenen Abwehrsystems. Dazu haben nun Jürgen Ruland und sein Team beigetragen. In ihrem von der Deutschen Krebshilfe unterstützten Forschungsprojekt untersuchten sie, wie die Immunzellen eine Pilzinfektion abwehren.

Die Wissenschaftler haben jetzt den molekularen Mechanismus identifiziert, über den die Immunreaktion im Körper ausgelöst wird. Dabei handelt es sich um einen neuen Signalweg, der unabhängig vom erworbenen Immunsystem arbeitet. Das Forscherteam vermutet, dass eventuell auch andere Infektionserreger über diesen Signalweg bekämpft werden und dass eine Überaktivierung des Signalweges eine Rolle bei der Entstehung von bösartigen Tumoren des Lymphsystems spielt. „Im Moment versuchen wir noch weitere Details über den Signalweg herauszufinden“, berichtet Jürgen Ruland. „Gelingt uns dies, haben wir die Möglichkeit, gezielt Medikamente zu entwickeln, die Defekte der angeborenen Immunantwort kompensieren und Infektionen verhindern. Darüber hinaus könnte man die Signalkaskade blockieren, um das Wachstum von Tumoren zu verhindern.“

*Nature | doi: 10.1038/nature04926 (online) ‘Card9 controls a novel non-TLR signaling pathway for innate anti-fungal immunity’

| Deutsche Krebshilfe e.V.
Weitere Informationen:
http://www.krebshilfe.de

Weitere Berichte zu: Immunsystem Pilze Pilzinfektion Signalweg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff
17.07.2018 | Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

nachricht Künstliche neuronale Netze helfen, das Gehirn zu kartieren
17.07.2018 | Max-Planck-Institut für Neurobiologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Im Focus: First evidence on the source of extragalactic particles

For the first time ever, scientists have determined the cosmic origin of highest-energy neutrinos. A research group led by IceCube scientist Elisa Resconi, spokesperson of the Collaborative Research Center SFB1258 at the Technical University of Munich (TUM), provides an important piece of evidence that the particles detected by the IceCube neutrino telescope at the South Pole originate from a galaxy four billion light-years away from Earth.

To rule out other origins with certainty, the team led by neutrino physicist Elisa Resconi from the Technical University of Munich and multi-wavelength...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

Conference on Laser Polishing – LaP: Feintuning für Oberflächen

12.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Optische Kontrolle von Herzfrequenz oder Insulinsekretion durch lichtschaltbaren Wirkstoff

17.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Umweltressourcen nachhaltig nutzen

17.07.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Textilien 4.0: Smarte Kleidung und Wearables als Innovation

17.07.2018 | Innovative Produkte

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics