Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Erfolge bei der Transplantation humaner Stammzellen

03.12.2001


In der Petrischale können sich menschliche embryonale Stammzellen (ES-Zellen) zu Vorläufern vieler verschiedener Gewebetypen entwickeln. Amerikanischen Wissenschaftlern ist es nun in Kooperation mit dem Neurowissenschaftler Oliver Brüstle von der Universität Bonn gelungen, aus humanen ES-Zellen gewonnene neurale Vorläuferzellen im Gehirn zur Ausreifung zu bringen. Die Befunde stellen einen wichtigen Schritt in Richtung einer therapeutischen Nutzung embryonaler Stammzellen für die Behandlung neurologischer Erkrankungen dar. Das Ergebnis erscheint in der Dezember-Ausgabe der renommierten Zeitschrift "nature biotechnology".

Die US-amerikanische Arbeitsgruppe um James Thomson hatte aus Stammzellkulturen neurale Vorläufer isoliert. Diese Vorläuferzellen können Nerven- und Gliazellen bilden - die beiden Zelltypen, die beim Menschen fast die gesamte Hirnsubstanz ausmachen. Die Forscher implantierten diese Zellen in neugeborene Mäuse und schickten das Gewebe anschließend auf die weite Reise nach Bonn.

Oliver Brüstle und sein Mitarbeiter Marius Wernig haben die fixierten Gehirne dann untersucht. Ergebnis: Die transplantierten Zellen waren mit der Zeit in verschiedene Gehirnregionen eingewandert und dort zu Glia- und Nervenzellen ausgereift. "In keinem einzigen Fall hatten sich aus den Fremdzellen Tumoren gebildet", betont Brüstle eine weitere wichtige Beobachtung seiner Arbeitsgruppe. Da sich ES-Zellen beliebig häufig teilen können, sehen Mediziner die Gefahr, dass sich die Zellen im Organismus unkontrolliert vermehren könnten.

Brüstle hatte bereits 1999 ähnliche Experimente mit ES-Zellen der Maus durchgeführt - ebenfalls mit weltweit beachtetem Erfolg. Obwohl die aktuellen Ergebnisse das Potenzial Embryonaler Stammzellen eindrucksvoll untermauern, betont Brüstle, er wolle in jedem Fall die Entscheidung der Bundesregierung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft zum Stammzell-Import abwarten, bevor er selbst ES-Zellen zu Versuchszwecken importiere. "Momentan ist es uns leider nur unter großen Einschränkungen möglich, an internationalen Stammzell-Projekten mitzuarbeiten", bedauert der Mediziner. Er hofft daher schon im Januar auf eine positive Entscheidung zum Import bereits bestehender ES-Zelllinien nach Deutschland.

Dr. Andreas Archut | idw

Weitere Berichte zu: ES-Zelle Stammzelle Transplantation Vorläuferzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht IGF macht's möglich: Lemgoer Forschungsteam entwickelt neues Verfahren zur Abwehr von Noroviren auf Obst und Gemüse
26.02.2020 | Forschungskreis der Ernährungsindustrie e.V.

nachricht Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln
26.02.2020 | Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Computersimulationen stellen bildlich dar, wie DNA erkannt wird, um Zellen in Stammzellen umzuwandeln

Forscher des Hubrecht-Instituts (KNAW - Niederlande) und des Max-Planck-Instituts in Münster haben entdeckt, wie ein essentielles Protein bei der Umwandlung von normalen adulten humanen Zellen in Stammzellen zur Aktivierung der genomischen DNA beiträgt. Ihre Ergebnisse werden im „Biophysical Journal“ veröffentlicht.

Die Identität einer Zelle wird dadurch bestimmt, ob die DNA zu einem beliebigen Zeitpunkt „gelesen“ oder „nicht gelesen“ wird. Die Signalisierung in der Zelle,...

Im Focus: Bayreuther Hochdruck-Forscher entdecken vielversprechendes Material für Informationstechnologien

Forscher der Universität Bayreuth haben ein ungewöhnliches Material entdeckt: Bei einer Abkühlung auf zwei Grad Celsius ändern sich seine Kristallstruktur und seine elektronischen Eigenschaften abrupt und signifikant. In diesem neuen Zustand lassen sich die Abstände zwischen Eisenatomen mithilfe von Lichtstrahlen gezielt verändern. Daraus ergeben sich hochinteressante Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Informationstechnologien. In der Zeitschrift „Angewandte Chemie – International Edition“ stellen die Wissenschaftler ihre Entdeckung vor. Die neuen Erkenntnisse sind aus einer engen Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Augsburg, Dresden, Hamburg und Moskau hervorgegangen.

Bei dem ungewöhnlichen Material handelt es sich um ein Eisenoxid mit der Zusammensetzung Fe₅O₆. In einem Hochdrucklabor des Bayerischen Geoinstituts (BGI),...

Im Focus: Von China an den Südpol: Mit vereinten Kräften dem Rätsel der Neutrinomassen auf der Spur

Studie von Mainzer Physikern zeigt: Experimente der nächsten Generation versprechen Antworten auf eine der aktuellsten Fragen der Neutrinophysik

Eine der spannendsten Herausforderungen der modernen Physik ist die Ordnung oder Hierarchie der Neutrinomassen. Eine aktuelle Studie, an der Physiker des...

Im Focus: High-pressure scientists in Bayreuth discover promising material for information technology

Researchers at the University of Bayreuth have discovered an unusual material: When cooled down to two degrees Celsius, its crystal structure and electronic properties change abruptly and significantly. In this new state, the distances between iron atoms can be tailored with the help of light beams. This opens up intriguing possibilities for application in the field of information technology. The scientists have presented their discovery in the journal "Angewandte Chemie - International Edition". The new findings are the result of close cooperation with partnering facilities in Augsburg, Dresden, Hamburg, and Moscow.

The material is an unusual form of iron oxide with the formula Fe₅O₆. The researchers produced it at a pressure of 15 gigapascals in a high-pressure laboratory...

Im Focus: From China to the South Pole: Joining forces to solve the neutrino mass puzzle

Study by Mainz physicists indicates that the next generation of neutrino experiments may well find the answer to one of the most pressing issues in neutrino physics

Among the most exciting challenges in modern physics is the identification of the neutrino mass ordering. Physicists from the Cluster of Excellence PRISMA+ at...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungen

Automatisierung im Dienst des Menschen

25.02.2020 | Veranstaltungen

Genomforschung für den Artenschutz - Internationale Fachtagung in Frankfurt

25.02.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

IGF macht's möglich: Lemgoer Forschungsteam entwickelt neues Verfahren zur Abwehr von Noroviren auf Obst und Gemüse

26.02.2020 | Biowissenschaften Chemie

CLIMATE2020 – Weltweite Online-Klimakonferenz vom 23. bis 30. März 2020

26.02.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Neue Wege im Kampf gegen die Parkinson-Krankheit: HZDR-Forscher entwickeln Radiotracer für die Differentialdiagnostik

26.02.2020 | Interdisziplinäre Forschung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics