Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Heidelberg wird internationales Kompetenzzentrum

22.11.2001


BioRegion Rhein-Neckar-Dreieck hat Konkurrenten München und Berlin-Brandenburg bereits überholt - Aus der Mitgliederversammlung des BioRegion Rhein-Neckar-Dreieck e.V.

Heidelberg ist nicht nur wegen seines Codex Manesse oder der Universität weltbekannt. Von vielen Einheimischen gar nicht so recht registriert, von internationalen Forschungsinstituten dafür um so mehr, blühen und wachsen Im Neuenheimer Feld und anderen "Randbezirken" der Stadt Biotech-Firmen, die Heidelberg in Kürze zu einem internationalen Kompetenzzentrum heranreifen lassen. Schon heute haben sich hier Weltunternehmen wie Lion Bioscience entwickelt. Mit der baldigen Fertigstellung der Erweiterung des Technologieparks werden weitere Firmen und Neugründungen aus der Branche der Life Sciences Einzug halten.

Kräftig unterstützt wird diese Entwicklung von dem BioRegion Rhein-Neckar-Dreieck e.V. Mit dem Verein hat sich die Region, die aus dem BioRegio-Wettbewerb 1996 als eine von drei Siegerregionen hervorgegangen ist, ein Instrument der kurzen Entscheidungswege geschaffen. Forschungsinstitutionen, Industrie, Kommunen und Finanzgeber arbeiten zusammen, um wissenschaftliche Ergebnisse in konkurrenzfähige Produkte umzusetzen und Neugründungen aus den Bereichen Bio- und Gentechnologie auf die Beine zu helfen. Dieses Konzept geht auf, wie Professor Konrad Beyreuther, ehemaliger Vorsitzender des BioRegion e.V., bei der diesjährigen Mitgliederversammlung zufrieden feststellte.

In den letzten Jahren habe es ganz im Gegensatz zum wirtschaftlichen Trend weder Wachstumseinbrüche, Entlassungen oder Zusammenbrüche von Biotech-Unternehmen gegeben, sagte er. Die Zahl der Vereinsmitglieder ist von 31 auf jetzt 46 gestiegen, davon sind die meisten Start-Up-Firmen. 14 Unternehmen sind insgesamt durch Unterstützung von BioRegio-Fördermitteln entstanden. Das waren Mitte des Jahres 657 neue Arbeitsplätze.

Der Schwerpunkt des "Biotech-Clusters" liegt klar in Heidelberg. Jedoch sind weitere Mitglieder auch außerhalb, zum Beispiel in Rheinland-Pfalz, angesiedelt, ist Beyreuther sichtlich stolz und sieht den Erfolg der Vereinsarbeit bestätigt. Heidelberg besitzt ohnehin mit dem Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg, dem Europäischen Molekularbiologischen Laboratorium, dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Max-Planck-Institut für medizinische Forschung und zahlreichen anderen naturwissenschaftlichen und medizinischen Universitätsinstituten eine Konzentration exzellenter Forschung, die in Europa ihresgleichen sucht. Die Ansiedlung vieler neuer Biotech-Unternehmen ist eine Folge dieser Konzentration und der Politik, die jene Entwicklung unterstützt.

Der Biotech-Cluster im Rhein-Neckar-Dreieck hat seine beiden deutschen Konkurrenten, die Gebiete um München und Berlin-Brandenburg, bereits deutlich überholt. Aber das reicht den Machern des BioRegion e.V. noch nicht, sie wollen mit den Stärksten konkurrieren. Das sind zum einen die San Francisco Bay Area in Kalifornien und zum anderen das Gebiet um Boston in Massachusetts. Beide Regionen sind für nachhaltiges Wachstum bekannt. Nach 1980 hat sich aus revolutionären Innovationen der Gentechnologie an Forschungszentren wie Stanford, Berkeley, Harvard oder MIT eine Industrie mit 50 000 Beschäftigten entwickelt. Daran gemessen haben die großen deutschen Biotechnologie-Standorte, die erst in den letzten fünf Jahren mit dem BioRegio-Wettbewerb der Bundesregierung entstanden sind, noch einen weiten Weg vor sich.

Das vorläufige Ziel des BioRegion e.V. liegt in der Erhaltung der Wachstumsdynamik in diesem Sektor. Dazu wird eine kritische Masse von 5000 Arbeitsplätzen insgesamt in den nächsten fünf Jahren angepeilt, die ein nachhaltiges Wachstum im Wettbewerb der großen Cluster gewährleisten soll. Gemessen an der bisherigen Entwicklung - die Zahl der Arbeitsplätze hat sich in den letzten fünf Jahren von 400 auf etwa 1550 fast vervierfacht - und einer Wachstumsrate von 50 Prozent liegt das durchaus im Bereich des Möglichen. Dabei will das Land Baden-Württemberg aus der Zukunftsinitiative des Landes 20 Millionen Mark für Biotech-Forschungsprojekte für das ganze Ländle bereitstellen. BioRegion e.V. wird dabei seine Mitgliedsunternehmen unterstützen, sich um Mittel aus diesem Topf zu bewerben.

Die Struktur des BioRegion Rhein-Neckar-Dreieck e.V. hat sich nach der Mitgliederversammlung wie folgt verändert: neuer Vorsitzender des Vorstands ist Professor Stefan Meuer, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Immunologie der Universität Heidelberg. Meuer löst damit Professor Konrad Beyreuther ab, der als Staatsrat beim Land Baden-Württemberg und als Unternehmensgründer von Abeta GmbH nicht mehr zur Verfügung steht. Als Stellvertretender Vorsitzender wurde Dr. Jürgen Schwiezer, Vorsitzender der Geschäftsführung Roche Diagnostics, Mannheim, wiedergewählt. Die weiteren in ihrem Amt bestätigten Vorstandsmitglieder sind Hans Peter Kneubühl, Vorsitzender des Vorstandes, Therascope AG, Dr. Josef Puchta, Administratives Mitglied des Stiftungsvorstandes, DKFZ und Helmut Schröder, Direktor des Amtes für Wirtschaftsförderung, Stadt Mannheim. Neu gewählt wurden Dr. Klaus Plate, Geschäftsführer des Technologieparks Heidelberg und Stadtdirektor der Stadt Heidelberg; Professor Thomas Schreckenbach, Mitglied des Vorstandes von Merck, Darmstadt; Dr. Dieter Jahn, Abteilungsdirektor Hochschulbeziehungen und Forschungsplanung der BASF, Ludwigshafen sowie Dr. Bernd-Uwe Jahn, Verwaltungsdirektor des EMBL, Heidelberg.

Georg Sposny

Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de

Dr. Michael Schwarz | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-heidelberg.de/presse/index.html

Weitere Berichte zu: Bioregion Kompetenzzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aus-Schalter für Nebenwirkungen
22.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Ein Fall von „Kiss and Tell“: Chromosomales Kissing wird fassbarer
22.06.2018 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics