Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Invasive Amphibien rotten Artverwandte aus

24.05.2006
Ochsenfrösche werden mit Pilzinfektion in Verbindung gebracht

Es hätte ein kulinarisches Fest werden sollen: Amerikanische Ochsenfrösche sollten weltweit für günstige Froschschenkel sorgen. Doch nun stehen die invasiven Riesenhüpfer, die bis zu 20 Zentimeter groß und einen halben Kilogramm schwer werden, in Verdacht an der katastrophalen Situation ihrer Artgenossen beteiligt zu sein. Experten haben nämlich in den Ochsenfröschen jene tödlichen Pilzsporen entdeckt, die bei anderen Fröschen zu Massensterben geführt haben, berichtet das Wissenschaftsmagazin Biology Letters.


Der Nordamerikanische Ochsenfrosch (Rana catesbeiana) war nur an der Ostküste von Nordamerika beheimatet, wurde aber in zahlreichen anderen Regionen wie etwa an der Westküste der USA, in Europa, Großbritannien, Japan und in Australien angesiedelt. Zuerst waren es nur lukullische Gründe, warum sich die Frösche großer Beliebtheit erfreuten. Dann kamen auch Gartenteichbesitzer auf den Geschmack sich die exotischen Riesenquaker als Haustiere zu halten. Das Forscherteam um den Epidemiologen Trent Garner von der Zoological Society of London hat nun jedoch festgestellt, dass die Ochsenfrösche die Chytrid-Pilze (Batrachochytrium dendrobatidis) in sich tragen ohne an der Pilzinfektion zu erkranken. Für andere Amphibien bedeutet dieser Pilz allerdings den Tod. "Wir haben auch festgestellt, dass eingeschleppte Ochsenfrösche den Pilz in die freie Wildbahn bringen", so der Forscher.

"Wir können nicht genau sagen, ob das auch bedeutet, dass Ochsenfrösche den Pilz in der ganzen Welt verteilt haben. Es bedeutet aber sicher, dass unter der Betrachtung der Ochsenfrösche als Bioinvasoren, auch deren Erkrankungen als solche bekämpft werden sollten", meint der Wissenschaftler. Seit den 1980er Jahren besteht fast weltweit eine Chytrid-Pilz-Epidemie, die zahlreiche Froschlurche stark dezimiert bzw. teilweise sogar ausgerottet hat. Die Experten haben neben dem Pilz allerdings auch andere Umweltfaktoren wie Umweltverschmutzung, den Einsatz von Pestiziden, Klimaveränderungen und die Zerstörung der Ozonschicht für den starken Rückgang der Amphibien verantwortlich gemacht.

Ochsenfrösche sind an der Katastrophalen Situation der Amphibien aber auch noch aus einem anderen Grund mitverantwortlich. Die Riesentiere verschlingen praktisch alles was etwas kleiner ist, wie sie selbst. Dazu gehören Vögel, Eier, Schlangen und auch Artverwandte. Dramatisch dezimiert haben die Invasoren mangels Fressfeinden daher auch zahlreiche lokale Arten. Wie schrecklich invasive Froschlurche sein können, zeigt sich am Beispiel der Aga-Kröten in Australien (pressetext berichtete http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=050411040 )

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.journals.royalsoc.ac.uk

Weitere Berichte zu: Amphibien Froschlurche Ochsenfrösche Pilzinfektion

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zika und Gelbfieber: Impfstoffe ohne Ei
21.09.2018 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

nachricht Einbahnstraße für das Salz
21.09.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics