Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wissenschaftsstadt Dresden - Aktuelles aus der Forschung: Nanotechnologie

17.05.2006
Im Jahr seines 800. Jubiläums ist Dresden vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft als "Stadt der Wissenschaft 2006" ausgezeichnet worden. Als vielfältigste Wissen-schaftslandschaft im Osten Deutschlands verfügt Dresden über eine Infrastruktur von zehn Hochschulen, drei Max-Planck-, fünf Leibniz- und elf Fraunhofer-Instituten. Hinzu kommen zahlreiche Transfereinrichtungen, Netzwerke, Kompetenzzentren sowie forschende Unter-nehmen. Mit der Reihe "Aktuelles aus der Forschung" möchte das Projektbüro "Stadt der Wissenschaft 2006" herausragende Projekte aus den Dresdner Wissenschaftseinrichtungen vorstellen und Ansprechpartner für die weitere Recherche bieten.
TECHNISCHE UNIVERSITÄT DRESDEN
Bionik: Fleischfressende Pflanzen inspirieren zu neuer Technik

Mit Nektar lockt die Kannenpflanze ihre Beute an. Sobald sich die hungrigen Insekten jedoch auf dem fleischfressenden Gewächs niederlassen, verlieren sie den Halt und rutschen ins Innere der zu Hohlräumen geformten Blätter. Dort fallen sie in die Verdauungsflüssigkeit der Karnivore und ertrinken. Auch andere Pflanzen, die ihre Besucher für einen gewissen Zeitraum festhalten wollen, verfügen über Möglichkeiten, ihnen vorübergehend den Halt zu nehmen. Dies gilt beispielsweise für Frauenschuh und andere Orchideenarten oder auch für Aronstäbe, die so ihre eigene Bestäubung sicherstellen.

Diese Antihaft-Eigenschaften von Pflanzen kopieren Wissenschaftler vom Institut für Botanik der Technischen Universität Dresden. Sie stellen nano- und mikrostrukturierte Oberflächen her, an denen nichts kleben bleibt. Ein entsprechender Bedarf besteht in der Industrie in vielen Bereichen. Zu den zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten können Spritzgussformen gehören oder Trichter, an denen Flüssigkeiten nicht haften dürfen, oder auch Schutzschichten gegen die Ausbreitung von Insekten in Wohnanlagen. Gerade in ständig temperierten, nicht frostgefährdeten Gebäudekomplexen haben auch tropische Insekten (Schaben, Termiten, Ameisen) eine gute Überlebenschan-ce. Ihre Ausbreitung kann zu hygienischen Problemen bis hin zur Übertragung von Krankheiten führen. Mit Hilfe von Techniken, die der Natur abgeschaut sind, lassen sich hier entsprechende Gegenmaßnahmen treffen.

Kontakt:
Prof. Dr. Christoph Neinhuis
Institut für Botanik
Technische Universität Dresden
01062 Dresden
Tel: 0351 - 463 360 32,
E-Mail: christoph.neinhuis@tu-dresden.de

LEIBNIZ-INSTITUT FÜR POLYMERFORSCHUNG DRESDEN
Textilien: Wollpullover, die im Regen trocken bleiben


Nasse Kleidung klebt unangenehm am Körper. Dieser unerwünschte Nebeneffekt plötzlicher Re-gengüsse könnte in Zukunft vermieden werden - wenn sich die Entdeckung der Wissenschaftler des Dresdner Leibniz-Instituts für Polymerforschung durchsetzt. Den Forschern ist es gelungen, Oberflächen durch die Beschichtung mit Polymeren so zu strukturieren, dass sie aus jedem Wolkenbruch trocken hervorgehen (bei Polymeren handelt es sich um chemische Verbindungen, die aus vielen miteinander verknüpften Einheiten aufgebaut sind; Kunststoffe bestehen aus Polymeren). Ziel des Projekts ist es, diese Technik auch bei normalen Wollstoffen anzuwenden, was die Regenmode der Zukunft durchaus bereichern könnte. Das Besondere liegt unter anderem darin, dass die gleiche Oberfläche, also beispielsweise ein Pullover, sich von einem Zustand in den anderen schalten lässt: im Regen wasserabweisend und in der Wäsche wasseraufnehmend.

Kontakt:
Prof. Dr. Manfred Stamm
Teilinstitut für Physikalische Chemie und Physik der Polymere
Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden
Hohe Straße 6
01069 Dresden
Tel: 0351 - 46 58 225
E-Mail: stamm@ipfdd.de

Susann Pfeiffer | idw
Weitere Informationen:
http://www.dresden-wissenschaft.de

Weitere Berichte zu: Insekt Polymer Polymerforschung Wissenschaftsstadt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie Darmbakterien das Herzinfarktrisiko beeinflussen
10.12.2018 | Berliner Institut für Gesundheitsforschung / Berlin Institute of Health (BIH)

nachricht Neues über ein Pflanzenhormon
07.12.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Im Focus: Drei Komponenten auf einem Chip

Wissenschaftlern der Universität Stuttgart und des Karlsruher Institutes für Technologie (KIT gelingt wichtige Weiterentwicklung auf dem Weg zum Quantencomputer

Quantencomputer sollen bestimmte Rechenprobleme einmal sehr viel schneller lösen können als ein klassischer Computer. Einer der vielversprechendsten Ansätze...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

Plastics Economy Investor Forum: Treffpunkt für Innovationen

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Klein und vielseitig: Schlüsselorganismen im marinen Stickstoffkreislauf nutzen Cyanat und Harnstoff

10.12.2018 | Studien Analysen

Ungesundes Sitzen vermeiden: Stuhl erkennt Sitzposition und motiviert zur Änderung der Körperhaltung

10.12.2018 | Energie und Elektrotechnik

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics