Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

p22-FLIP hilft Tumorzellen, davonzukommen

10.05.2006
cFLIP stoppt den Zelltod, sein Spaltprodukt regt zusätzlich das Wachstum an

Zu den wichtigsten Gegenspielern des programmierten Zelltods Apoptose gehören die Proteine der cFLIP-Familie. cFLIPs werden in vielen Tumoren vermehrt gebildet. Sie verhindern, dass eine Chemo- oder Strahlentherapie in Krebszellen Apoptose auslöst und so den bösartigen Tumor eliminiert.

Bereits bekannt war, dass cFLIPs den programmierten Zelltod abwenden, indem sie das Enzym Procaspase 8 hemmen, ein Schlüsselmolekül in der komplexen Abfolge biochemischer Signale, die zur Apoptose führt. Im Deutschen Krebsforschungszentrum zeigten nun Dr. Inna Lavrik, Dr. Alex Golks und Dr. Dirk Brenner in der Abteilung von Professor Peter Krammer, dass cFLIP das Überleben einer Zelle noch über einen weiteren Mechanismus fördern kann: Ein Spaltprodukt von FLIP, genannt p22-FLIP, aktiviert den Transkriptionsfaktor NF-kappaB. In Zellen des Immunsystems ist NF-kappaB ein Hauptschalter, der viele wachstumsfördernde Prozesse aktiviert. Die Wissenschaftler wiesen die NF-kappaB-Aktivierung in T-, B- und dendritischen Zellen nach, aber auch in Tumorzellen. "Möglicherweise hilft FLIP einer Tumorzelle doppelt: Es verhindert den Zelltod, und sein Spaltprodukt p22 fördert gleichzeitig das Zellwachstum", erläutert Inna Lavrik.

Die FLIPs, an deren Entdeckung Peter Krammer im Deutschen Krebsforschungszentrum maßgeblich beteiligt ware, wurden zuerst in Viren gefunden ("vFLIPs"). Mit diesen Proteinen schützen die Krankheitserreger ihre Wirtszelle davor, durch Apoptose aus dem Verkehr gezogen zu werden: Der programmierte Zelltod ist Teil des Schutzprogramms des Organismus gegen Virusinfektionen. Erst später wurde erkannt, dass FLIPs auch zur Ausstattung menschlicher Zellen gehören ("cFLIPs") und dort zur Kontrolle des programmierten Zelltods beitragen.

Alexander Golks, Dirk Brenner, Peter H. Krammer und Inna N. Lavrik: The c-FLIP- NH2 terminus (p22-FLIP) induces NF-kappaB activation. Journal of Experimental Medicine, 15. Mai 2006, doi 10.1084/jem.20051556

Dr. Julia Rautenstrauch | idw
Weitere Informationen:
http://www.dkfz.de

Weitere Berichte zu: Apoptose FLIP NF-KappaB Spaltprodukt Tumorzelle Zelltod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Große Forschung über kleinste Organismen
23.07.2018 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Sauerstoffstabile Hydrogenasen für die Anwendung
23.07.2018 | Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Sichere Schraubverbindungen mit standardisiertem Ultraschallverfahren

23.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Studie zu Werkstoffprüfung: Schäden in nichtmagnetischem Stahl mit Magnetismus aufspüren

23.07.2018 | Studien Analysen

Sauerstoffstabile Hydrogenasen für die Anwendung

23.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics