Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tumortherapie: Erfolgreiche Krebsbekämpfung durch Gabe von Antikörpern

04.05.2006
Circa 250 Experten treffen sich bei der vierten Jahrestagung des Vereins für Immunologische Krebs-Therapie (KIMT) in Mainz

Bei verschiedenen Krebserkrankungen erweist sich die Immuntherapie mit Antikörpern immer mehr als Erfolg versprechende Therapieform. Sie hat sich mittlerweile neben den herkömmlichen Behandlungsansätzen - Operation, Chemotherapie und Bestrahlung - als vierte Säule fest etabliert. Insbesondere beim Darmkarzinom sowie bei Lymphknotentumoren hat sich die immunologische Krebstherapie in den letzten Jahren von der experimentellen Phase verabschiedet und zur Standardtherapie entwickelt. Das Behandlungsprinzip basiert auf der Erkenntnis, dass Antikörper bestimmte Zielstrukturen auf den Tumorzellen erkennen und gezielt angreifen können; das Wachstum der Tumorzellen wird gehemmt und die Sterblichkeit der Patienten kann deutlich verringert werden. Das Besondere an dem Behandlungsverfahren ist, dass es im Vergleich zu den konventionellen Therapien geringere toxische Nebenwirkungen aufweist. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz gehört zu den aktivsten tumorimmunologischen Forschungszentren in Deutschland. Am 4. und 5. Mai treffen sich hier rund 250 Experten zu einer Fachtagung, die das bundesweit größte Forum für den wissenschaftlichen Austausch auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie darstellt.

Am 4. und 5. Mai 2006 findet zum vierten Mal die Jahrestagung des "Vereins für Immunologische Krebs-Therapie" (KIMT) in Mainz unter der Schirmherrschaft der Deutschen Krebshilfe (DKH) statt. Erneut finden sich auf diesem internationalen Meeting die Experten aus verschiedenen Ländern zusammen, um sich über die Fortschritte auf dem Gebiet der Krebsimmuntherapie auszutauschen. Der Verein KIMT, der unter maßgeblicher Beteiligung der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik des Universitätsklinikums Mainz sowie den Universitätskliniken in Berlin, Tübingen und Erlangen im Jahre 2002 gegründet wurde, will vor allem der wissenschaftlichen "Community" im Bereich der Tumorimmunologie eine Kommunikationsplattform bieten. Neben Jahrestagungen und Expertentreffen wird eine Homepage (www.KIMT.de) betrieben, über welche unter anderem die aktuellen Tumorvakzinationsstudien in Deutschland abgefragt werden können. Zum ersten Mal wird es dieses Jahr auch möglich sein, nach der Tagung alle Vorträge der Redner über die KIMT-Homepage in Bild und Ton abzurufen.

Für das diesjährige Meeting konnte die wissenschaftliche Basis durch den Zusammenschluss mit der Würzburger Initiative "Strategies for Immune Therapy" unter der Leitung von Prof. Dr. Ulf Rapp erweitert werden. Hauptthemen der Tagung sind die antikörpervermittelte Immuntherapie und Möglichkeiten der Tumorvakzination.

Während bei der Gründung des KIMT-Konsortiums im Jahr 2002 immunologische Therapien noch als experimentell eingestuft wurden, haben sich in den letzten Jahren vor allem Antikörpertherapien zu Standardtherapieformen weiterentwickelt. Insbesondere beim Darmkarzinom und den Lymphknotentumoren sind Kombinationsbehandlungen, die die klassische Chemotherapie mit der Gabe von Antikörpern verbinden, fest etablierte Therapien. Schwerpunkte des Tagungsprogramms sind auf diesem Teilgebiet neue tumorspezifische Antikörper und Modifikationen des Immunsystems durch Antikörper.

Weitere Beiträge befassen sich mit innovativen Strategien zur Tumorvakzination. Hierbei wird versucht, durch Impfungen die körpereigenen Abwehrkräfte zu mobilisieren. Körpereigene Abwehrzellen (T-Lymphozyten) sollen so stimuliert werden, dass sie Tumorzellen attackieren und ein immunologisches "Gedächtnis" aufbauen. Im Unterschied zu Antikörpertherapien befindet sich diese Therapieform noch im experimentellen Stadium. "Die Entwicklung einer T-Zell-basierten Therapie ist komplex und wir müssen noch einige Hürden überwinden. Aber die Fortschritte der letzten Jahre zeigen, dass eine Erfolg versprechende klinische Anwendung näher rückt", sagte Prof. Dr. Christoph Huber, Leiter der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik. Um solche wissenschaftlichen Entwicklungen erfolgreich für Patienten nutzbar zu machen, ist die Zusammenarbeit von akademischen Institutionen und industriellen Partnern unabdingbar. Daher wurden in diesem Jahr zum ersten Mal Vertreter nationaler und internationaler innovativer Biotech-Firmen, zum Teil betreut von BioMedTec Franken, zum KIMT-Meeting geladen, um die von ihnen mit entwickelten Therapeutika vorzustellen.

Mit dem Ziel, eine Brücke von der Grundlagenforschung zur praktischen Anwendung zu schlagen, wird vom KIMT-Konsortium in Zusammenarbeit mit der "European School of Oncology" zudem am 6. Mai 2006 ein Symposium organisiert, in dem in der Onkologie tätigen Ärzten und Pflegekräften neue und etablierte Immuntherapieverfahren vorgestellt werden.

Kontakt und Informationen:
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
III. Medizinische Klinik und Poliklinik
Univ.-Prof. Dr. med. Christoph Huber
Tel. 06131 17-7281
Fax 06131 17-5635
E-Mail: ch.huber@3-med.klinik.uni-mainz.de
Dr. med. Sebastian Kreiter
Tel. 06131 39-33488
Fax 06131 39-33343
E-Mail: kreiter@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.kimt.de
http://www.3-med.medizin.uni-mainz.de/

Weitere Berichte zu: Antikörper KIMT KIMT-Konsortium Lymphknotentumoren Tumorzelle

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Die „Luft“ im Ozean wird dünner - Sauerstoffgehalte im Meerwasser gehen weiter zurück
11.12.2019 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht Beleuchtung von Höhlen vertreibt Fledermäuse – die Farbe des Lichts spielt nur untergeordnete Rolle
11.12.2019 | Forschungsverbund Berlin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochgeladenes Ion bahnt den Weg zu neuer Physik

In einer experimentell-theoretischen Gemeinschaftsarbeit hat am Heidelberger MPI für Kernphysik ein internationales Physiker-Team erstmals eine Orbitalkreuzung im hochgeladenen Ion Pr9+ nachgewiesen. Mittels einer Elektronenstrahl-Ionenfalle haben sie optische Spektren aufgenommen und anhand von Atomstrukturrechnungen analysiert. Ein hierfür erwarteter Übergang von nHz-Breite wurde identifiziert und seine Energie mit hoher Präzision bestimmt. Die Theorie sagt für diese „Uhrenlinie“ eine sehr große Empfindlichkeit auf neue Physik und zugleich eine extrem geringe Anfälligkeit gegenüber externen Störungen voraus, was sie zu einem einzigartigen Kandidaten zukünftiger Präzisionsstudien macht.

Laserspektroskopie neutraler Atome und einfach geladener Ionen hat während der vergangenen Jahrzehnte Dank einer Serie technologischer Fortschritte eine...

Im Focus: Highly charged ion paves the way towards new physics

In a joint experimental and theoretical work performed at the Heidelberg Max Planck Institute for Nuclear Physics, an international team of physicists detected for the first time an orbital crossing in the highly charged ion Pr⁹⁺. Optical spectra were recorded employing an electron beam ion trap and analysed with the aid of atomic structure calculations. A proposed nHz-wide transition has been identified and its energy was determined with high precision. Theory predicts a very high sensitivity to new physics and extremely low susceptibility to external perturbations for this “clock line” making it a unique candidate for proposed precision studies.

Laser spectroscopy of neutral atoms and singly charged ions has reached astonishing precision by merit of a chain of technological advances during the past...

Im Focus: Ultrafast stimulated emission microscopy of single nanocrystals in Science

The ability to investigate the dynamics of single particle at the nano-scale and femtosecond level remained an unfathomed dream for years. It was not until the dawn of the 21st century that nanotechnology and femtoscience gradually merged together and the first ultrafast microscopy of individual quantum dots (QDs) and molecules was accomplished.

Ultrafast microscopy studies entirely rely on detecting nanoparticles or single molecules with luminescence techniques, which require efficient emitters to...

Im Focus: Wie Graphen-Nanostrukturen magnetisch werden

Graphen, eine zweidimensionale Struktur aus Kohlenstoff, ist ein Material mit hervorragenden mechanischen, elektronischen und optischen Eigenschaften. Doch für magnetische Anwendungen schien es bislang nicht nutzbar. Forschern der Empa ist es gemeinsam mit internationalen Partnern nun gelungen, ein in den 1970er Jahren vorhergesagtes Molekül zu synthetisieren, welches beweist, dass Graphen-Nanostrukturen in ganz bestimmten Formen magnetische Eigenschaften aufweisen, die künftige spintronische Anwendungen erlauben könnten. Die Ergebnisse sind eben im renommierten Fachmagazin Nature Nanotechnology erschienen.

Graphen-Nanostrukturen (auch Nanographene genannt) können, je nach Form und Ausrichtung der Ränder, ganz unterschiedliche Eigenschaften besitzen - zum Beispiel...

Im Focus: How to induce magnetism in graphene

Graphene, a two-dimensional structure made of carbon, is a material with excellent mechanical, electronic and optical properties. However, it did not seem suitable for magnetic applications. Together with international partners, Empa researchers have now succeeded in synthesizing a unique nanographene predicted in the 1970s, which conclusively demonstrates that carbon in very specific forms has magnetic properties that could permit future spintronic applications. The results have just been published in the renowned journal Nature Nanotechnology.

Depending on the shape and orientation of their edges, graphene nanostructures (also known as nanographenes) can have very different properties – for example,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Analyse internationaler Finanzmärkte

10.12.2019 | Veranstaltungen

QURATOR 2020 – weltweit erste Konferenz für Kuratierungstechnologien

04.12.2019 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Arbeit

03.12.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kein Seemannsgarn: Hochseeschifffahrt soll schadstoffärmer werden

11.12.2019 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Vernetzte Produktion in Echtzeit: Deutsch-schwedisches Testbed geht in die zweite Phase

11.12.2019 | Informationstechnologie

Verbesserte Architekturgläser durch Plasmabehandlung – Reinigung, Vorbehandlung & Haftungssteigerung

11.12.2019 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics