Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Mikrosystemen auf der Spur von Kleinstorganismen

04.04.2006
Thüringer Forschungspreis für BMBF-gefördertes Verbundprojekt

Mikroorganismen auf der Spur: Drei thüringische Institute haben in einem vom Bundesforschungsministerium geförderten Mikrosystemtechnik-Projekt einen Mikroreaktor entwickelt, der die Suche nach neuen mikrobiellen Wert- und Wirkstoffen ermöglicht. Damit kann jetzt nach bislang unbekannten Organismen gesucht werden, die für die Entwicklung neuer pharmazeutischer Wirkstoffe genutzt werden können. Der Freistaat Thüringen zeichnet das Projekt jetzt mit dem Thüringer Forschungspreis aus.

Die Quelle vieler pharmazeutischer Wirkstoffe sind Mikroorganismen. Penicillin beispielsweise ist das Produkt eines Schimmelpilzes. Nach wie vor sind Mikroorganismen äußerst interessante Kandidaten für die Auffindung neuer Wirkstoffe. Mit traditionellen Suchstrategien lassen sich heute jedoch kaum noch unbekannte Kleinstorganismen ausmachen. Grund: Bei der standardisierten Kultivierung kann nur ein kleiner Teil der in der Natur vorhandenen Zellen tatsächlich zu Wachstum und Fortpflanzung angeregt werden. Für die Vielzahl an vermuteten noch unentdeckten Organismen ist eine große Zahl ganz individueller Kultivierungsbedingungen notwendig. Mit den bisherigen Methoden und den dafür zur Verfügung stehenden Mitteln war das bislang nicht möglich.

In dem Projekt "Mikroreaktorik für High-Throughput-Einzelzellkultivierungen von Mikroorganismen" wurden Mikroreaktoren entwickelt, die den Forschern einen neuen Zugang zur Gewinnung mikrobieller Wert- und Wirkstoffe erschließen. Dazu wurden Mikrokammer- und Mikrokanalreaktoren aufgebaut, in denen eine parallele Kultivierung von Mikroorganismen aus Einzelzellen und die Detektion des Wachstumsverhaltens unter peziellen Kulturbedingungen ermöglicht wird. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmenprogramm "Mikrosysteme" mit 990000 Euro gefördert.

Der Freistaat Thüringen verleiht nun den Projektpartnern, dem Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V. (iba) in Heiligenstadt, dem Leibnitz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie e.V. - Hans-Knöll-Institut (HKI) in Jena, und dem Institut für Physikalische Hochtechnologie e.V. (IPHT) in Jena, den Thüringer Forschungspreis für Angewandte Forschung. Ebenfalls ausgezeichnet wird die Technische Universität Ilmenau (TUI). Am 10. Mai wird Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel in Jena den Preis an die Forscher und Entwickler übergeben.

Mit dem Thüringer Forschungspreis zeichnet der Freistaat seit 1995 in Thüringen tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende Forschungs- und Entwicklungsleistungen aus. Der Preis wird in den Kategorien "Grundlagenforschung" und "Angewandte Forschung" sowie für wissenschaftliche Leistungen mit besonderer wirtschaftlicher Relevanz als "Transferpreis" vergeben.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es beim Projektträger für das Rahmenprogramm "Mikrosysteme":

VDI/VDE Innovation + Technik GmbH
Dr. Cord Schlötelburg
Steinplatz 1, 10623 Berlin
Tel.: 0 30 310078-142, E-Mail: schloetelburg@vdivde-it.de

Wiebke Ehret | idw
Weitere Informationen:
http://www.mstonline.de/foerderung/projektliste/pdf/MINIKULT.pdf
http://www.vdivde-it.de

Weitere Berichte zu: Forschungspreis Mikroorganismus Thüringer Wirkstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Sich vermehren oder sich nicht vermehren
22.03.2019 | Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik

nachricht Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt
22.03.2019 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Zähmung der Lichtschraube

Wissenschaftler vom DESY und MPSD erzeugen in Festkörpern hohe-Harmonische Lichtpulse mit geregeltem Polarisationszustand, indem sie sich die Kristallsymmetrie und attosekundenschnelle Elektronendynamik zunutze machen. Die neu etablierte Technik könnte faszinierende Anwendungen in der ultraschnellen Petahertz-Elektronik und in spektroskopischen Untersuchungen neuartiger Quantenmaterialien finden.

Der nichtlineare Prozess der Erzeugung hoher Harmonischer (HHG) in Gasen ist einer der Grundsteine der Attosekundenwissenschaft (eine Attosekunde ist ein...

Im Focus: The taming of the light screw

DESY and MPSD scientists create high-order harmonics from solids with controlled polarization states, taking advantage of both crystal symmetry and attosecond electronic dynamics. The newly demonstrated technique might find intriguing applications in petahertz electronics and for spectroscopic studies of novel quantum materials.

The nonlinear process of high-order harmonic generation (HHG) in gases is one of the cornerstones of attosecond science (an attosecond is a billionth of a...

Im Focus: Magnetische Mikroboote

Nano- und Mikrotechnologie sind nicht nur für medizinische Anwendungen wie in der Wirkstofffreisetzung vielversprechende Kandidaten, sondern auch für die Entwicklung kleiner Roboter oder flexibler integrierter Sensoren. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) haben mit einer neu entwickelten Methode magnetische Mikropartikel hergestellt, die den Weg für den Bau von Mikromotoren oder die Zielführung von Medikamenten im menschlichen Körper, wie z.B. zu einem Tumor, ebnen könnten. Die Herstellung solcher Strukturen sowie deren Bewegung kann einfach durch Magnetfelder gesteuert werden und findet daher Anwendung in einer Vielzahl von Bereichen.

Die magnetischen Eigenschaften eines Materials bestimmen, wie dieses Material auf das Vorhandensein eines Magnetfeldes reagiert. Eisenoxid ist der...

Im Focus: Magnetic micro-boats

Nano- and microtechnology are promising candidates not only for medical applications such as drug delivery but also for the creation of little robots or flexible integrated sensors. Scientists from the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) have created magnetic microparticles, with a newly developed method, that could pave the way for building micro-motors or guiding drugs in the human body to a target, like a tumor. The preparation of such structures as well as their remote-control can be regulated using magnetic fields and therefore can find application in an array of domains.

The magnetic properties of a material control how this material responds to the presence of a magnetic field. Iron oxide is the main component of rust but also...

Im Focus: Goldkugel im goldenen Käfig

„Goldenes Fulleren“: Liganden-geschützter Nanocluster aus 32 Goldatomen

Forschern ist es gelungen, eine winzige Struktur aus 32 Goldatomen zu synthetisieren. Dieser Nanocluster hat einen Kern aus 12 Goldatomen, der von einer Schale...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Größte nationale Tagung 2019 für Nuklearmedizin in Bremen

21.03.2019 | Veranstaltungen

6. Magdeburger Brand- und Explosionsschutztage vom 25. bis 26.3. 2019

21.03.2019 | Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zähmung der Lichtschraube

22.03.2019 | Physik Astronomie

Saarbrücker Forscher erleichtern durch Open Source-Software den Durchblick bei Massen-Sensordaten

22.03.2019 | HANNOVER MESSE

Ketten aus Stickstoff direkt erzeugt

22.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics