Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erstmals wieder verwendbare menschliche Leberzellkulturen für Medikamentenforschung erhältlich

28.03.2006
Schweriner Biotech-Unternehmen PRIMACYT erhöht die Sicherheit bei Medikamententest am Menschen

Das Schweriner Biotech-Unternehmen PRIMACYT Cell Culture Technology GmbH bietet weltweit erstmalig ein serumfreies, wieder verwendbares menschliches Leberzellkultursystem für die Medikamentenforschung an. Damit erbringt das Unternehmen einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit bei Medikamententests am Menschen. Am Montag, dem 3. April 2006, wird PRIMACYT seine Entwicklung auf der "Experimental Biology 2006" in San Francisco vorstellen, der weltweit größten und wichtigsten Fachkonferenz für die biomedizinische Forschung. Auf Grund der wissenschaftlichen Bedeutung der PRIMACYT-Entwicklung ist das Unternehmen vom Programmkomitee der Fachkonferenz unter mehreren tausend Bewerbern für eine Präsentation seiner Forschungsergebnisse ausgewählt worden.

Die Pharma-Industrie benötigt für die Zulassung von Medikamenten eine Reihe vorklinischer Prüfungen ihrer Substanzen. Leberzellen haben in der Medikamentenforschung einen besonderen Stellenwert, weil sie im menschlichen Körper für die Umwandlung und den Abbau von Medikamenten und anderen körperfremden Stoffen verantwortlich sind. Da die Ergebnisse aus Tierexperimenten hinsichtlich der Verträglichkeit von Medikamenten aber nicht direkt auf den Menschen übertragbar sind, kommt den Zellkulturen mit menschlichen Leberzellen eine besondere Bedeutung zu.

Das von PRIMACYT entwickelte System zeichnet sich insbesondere dadurch aus, dass bei der Kultivierung der menschlichen Leberzellen auf die sonst übliche Verwendung eines Serums verzichtet werden kann. Hierdurch ergibt sich eine bessere Vorhersagbarkeit auf die Verträglichkeit des zu testenden Medikaments am Menschen, da Störgrößen ausgeschlossen werden. Ein weiterer Vorteil des von PRIMACYT entwickelten Systems liegt darin, dass die in ihm enthaltenen menschlichen Leberzellen über mehrere Wochen funktionsfähig bleiben und damit - entgegen der bisher üblichen einmaligen Verwendungsfähigkeit - für weitere Experimente wieder verwendbar sind.

Neben der Überbrückung des Mangels an menschlichen Spendern sowie der Kostenreduzierung durch die sonst notwendige Neubeschaffung menschlicher Leberzellen ermöglicht die Wiederverwendbarkeit des menschlichen Leberzellkultursystems erstmals, neue Medikamente an ein und derselben Leberzelle auf unterschiedliche Dosierungen und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten zu testen. Dies führt unmittelbar zu einer erhöhten Sicherheit bei Medikamententests am Menschen.

Die PRIMACYT Cell Culture Technology GmbH wurde 2004 durch den Geschäftsführer Dr. Dieter Runge gegründet und beschäftigt vier Mitarbeiter. Das mit Venture Capital finanzierte Schweriner Unternehmen fungiert als Dienstleister für Pharma- und Biotechfirmen und hat sich auf die Entwicklung verschiedenster Zellkultursysteme spezialisiert. PRIMACYT ist Mitglied des Netzwerkes BioCon Valley e. V.

PRIMACYT Cell Culture
Technology GmbH
Dr. Dieter Runge
Hagenower Straße 73
19061 Schwerin
T +49 (0) 385-3993-600
F +49 (0) 385-3993-602
E dieter.runge@primacyt.de
BioCon Valley® GmbH
Dr. Heinrich Cuypers
Walther-Rathenau-Straße 49 a
17489 Greifswald
T +49 (0) 3834-515 108
F +49 (0) 3834-515 102
E hc@bcv.org

Dr. Heinrich Cuypers | idw
Weitere Informationen:
http://www.bcv.org
http://www.primacyt.de

Weitere Berichte zu: Cell Leberzelle Medikament Medikamentenforschung Medikamententest PRIMACYT

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Enzyme besser nutzen: Neues Forschungsprojekt an der Jacobs University Bremen
19.09.2018 | Jacobs University Bremen gGmbH

nachricht Unordnung kann Batterien stabilisieren
18.09.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Im Focus: Bio-Kunststoffe nach Maß

Zusammenarbeit zwischen Chemikern aus Konstanz und Pennsylvania (USA) – gefördert im Programm „Internationale Spitzenforschung“ der Baden-Württemberg-Stiftung

Chemie kann manchmal eine Frage der richtigen Größe sein. Ein Beispiel hierfür sind Bio-Kunststoffe und die pflanzlichen Fettsäuren, aus denen sie hergestellt...

Im Focus: Patented nanostructure for solar cells: Rough optics, smooth surface

Thin-film solar cells made of crystalline silicon are inexpensive and achieve efficiencies of a good 14 percent. However, they could do even better if their shiny surfaces reflected less light. A team led by Prof. Christiane Becker from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) has now patented a sophisticated new solution to this problem.

"It is not enough simply to bring more light into the cell," says Christiane Becker. Such surface structures can even ultimately reduce the efficiency by...

Im Focus: Mit Nano-Lenkraketen Keime töten

Wo Antibiotika versagen, könnten künftig Nano-Lenkraketen helfen, multiresistente Erreger (MRE) zu bekämpfen: Dieser Idee gehen derzeit Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Medizinischen Hochschule Hannover nach. Zusammen mit einem führenden US-Experten tüfteln sie an millionstel Millimeter kleinen Lenkraketen, die antimikrobielles Silber zielsicher transportieren, um MRE vor Ort zur Strecke zu bringen.

In deutschen Krankenhäusern führen die MRE jährlich zu tausenden, teils lebensgefährlichen Komplikationen. Denn wer sich zum Beispiel nach einer Implantation...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Experten der Orthopädietechnik tagen in Göttingen

19.09.2018 | Veranstaltungen

Von den Grundlagen bis zur Anwendung - Internationale Elektrochemie-Tagung in Ulm

18.09.2018 | Veranstaltungen

Unbemannte Flugsysteme für die Klimaforschung

18.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fester Platz im Unternehmen - 36 Auszubildende und Studierende der Friedhelm Loh Group erhalten Zeugnisse

19.09.2018 | Unternehmensmeldung

Virtual Reality ohne Kopfschmerz oder Simulationsübelkeit

19.09.2018 | Informationstechnologie

Kaiserslauterer Architekten setzen Holzkuppel dank Software einfach wie Puzzle zusammen

19.09.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics