Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schüsselgene für altersbedingte Makula-Degeneration ermittelt

06.03.2006


Zwei Gene für fast zwei Drittel der Erkrankungen verantwortlich


Ein Team unter der Leitung von Wissenschaftern der Columbia University hat jene zwei Gene identifiziert, die für fast zwei Drittel der Erkrankungen an einer der häufigsten Ursachen für Blindheit verantwortlich sind. Die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) führt weltweit bei Millionen älterer Menschen zum Verlust der Sehkraft. Die Forscher hoffen, dass die Identifizierung von Faktor H und Faktor B einen Beitrag zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze liefern kann. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature Genetics veröffentlicht.

AMD ist durch einen fortschreitenden Verlust der Sehkraft in der Mitte des Sehfeldes gekennzeichnet. Verantwortlich dafür ist eine Degeneration der Makula, die für wesentliche Sehleistungen von entscheidender Bedeutung ist. Frühere Studien hatten gezeigt, dass mehrere Varianten des Gens Faktor H das Risiko einer Erkrankung an AMD deutlich erhöhen. Faktor H kontrolliert die Produktion eines Proteins, das hilft die Immunreaktion des Körpers zu beenden nachdem eine Infektion erfolgreich bekämpft wurde. Menschen mit diesen vererbten Varianten von Faktor H können Entzündungen, die durch Infektionen hervorgerufen werden, schlechter kontrollieren. Dieser Umstand kann im Verlauf des späteren Lebens AMD auslösen. Es wurde jedoch auch nachgewiesen, dass bei einem von drei Betroffenen mit einer risikoreichen Genvariante AMD nicht diagnostiziert wurde.


Die aktuelle Studie konzentrierte sich nicht nur auf Faktor H, sondern auch auf andere Gene, die eine Rolle bei der gleichen Immunreaktion spielen. Die genetische Analyse von 1.300 Personen ermöglichte sehr rasch die Identifizierung des zweiten Gens Faktor B. Während Faktor H die Immunreaktion auf eine Infektion hemmt, aktiviert Faktor B sie. Aufgrund der gegensätzlichen Aufgaben der beiden Gene kann eine schützende Faktor B Variante gegen AMD schützen, auch wenn eine das Risiko erhöhende Variante des Faktor H vorhanden ist und umgekehrt. Die Wissenschafter wiesen nach, dass 74 Prozent der AMD-Patienten entweder über ein Faktor H oder ein Faktor B Risiko oder über beide Risikofaktoren verfügten. Ihnen fehlen jedoch die schützenden Varianten gegen jedes der beiden Gene. Der leitende Wissenschafter Rando Allikmets erklärte laut BBC, dass ihm keine andere derartige Erkrankung bekannt sei, bei der fast 75 Prozent der genetischen Ursachen identifiziert seien. Die Forscher suchen jetzt nach den spezifischen Auslösern, die eine Immunreaktion die anschließende Infektion in Gang setzen.

Michaela Monschein | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.cumc.columbia.edu
http://www.nature.com/ng

Weitere Berichte zu: AMD Gen Immunreaktion Infektion Makula-Degeneration

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen
20.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten
20.07.2018 | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics