Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biologenteam der Uni Bremen verbessert Analyseverfahren in Genomforschung

03.03.2006


Es geht ihnen um den Hunger in der Welt. Bereits seit vielen Jahren erforschen die Bremer Professorin Barbara Reinhold-Hurek und ihr Mann Dr. Thomas Hurek das Wachstum von Reis. Ihr Ziel: Ohne Dünger und umweltfreundlich sollen die Pflanzen künftig wachsen, so dass auch die armen Reisbauern ihre Felder kostengünstig, umweltfreundlich und ertragreicher bestellen können. Zu diesem Zweck haben die Biologin und ihr Team vom Labor für Allgemeine Mikrobiologie Fachbereich Biologie/Chemie an der Universität Bremen schon unzählige Boden- und Reiswurzelproben untersucht. Unzufrieden mit dem Aufwand für die Analysen und der Qualität der Ergebnisse dachten die beiden Wissenschaftler gemeinsam mit Dr. Lei Zhang über andere Lösungen nach. Eigentlich der Reisforschung verpflichtet, haben sie daher erst einmal das Analyseverfahren verbessert. Nun wurde die Idee zum Patent angemeldet, und die innoWi GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen der Bremer Hochschulen und der Bremer Investitions-Gesellschaft mbH (BIG), kümmert sich um die Vermarktung der Erfindung.



Nicht einmal erbsengroß ist die Probe, in der die Wissenschaftler ganz spezielle Bakterien zu finden hoffen: die Bakterien, die den Stickstoff aus der Luft aufnehmen und die es möglich machen sollen, künftig auch ohne Stickstoffdünger gute Reisernten zu bringen. Dazu müssen die Forscher bestimmte Erbguteigenschaften der Bakterien nachweisen. Unzählige Untersuchungen sind dafür erforderlich. Die Biologen haben dafür ein Untersuchungssystem, das die parallele Analyse von mehreren tausend Einzelnachweisen erlaubt, die so genannten "Microarrays". Hier gibt es verschiedene Formen: Die "Genchips" oder "Biochips" können - wie ein Computerchip - viele Informationen auf kleinstem Raum enthalten. Das Verfahren ermöglicht es, gleichzeitig bis zu 60.000 kleine Tropfen oder auch "Spots" auf einem Glasobjektträger zu analysieren. Die Bremer Forscher brauchen für ihre Untersuchungen nur 200 dieser Spots auf die 2,5 mal 7,5 cm kleine Glasplatte aufzutragen.



Bei den Microarray-Analysen werden unter anderem fluoreszierende Farbstoffe eingesetzt. Unter ultraviolettem Licht lassen sich dann die Ergebnisse bewerten: Wird das gesuchte Erbgut auf dem Objektträger gefunden, leuchten die entsprechenden Flecken - das aber leider aus bislang unerklärlichen Gründen unterschiedlich stark. So ist das Leuchten nicht immer deutlich erkennbar und seine Intensität liefert auch keine zuverlässigen Aussagen über die Anzahl der Bakterien. "Das hat verschiedene Ursachen", sagt Reinhold-Hurek. Eine dieser Ursachen haben sie und ihr Team nun entdeckt und das Analyseverfahren verbessert. Jetzt leuchtet jeder Treffer so, dass nun auch qualitative und quantitative Aussagen besser möglich sind. "Wir können jetzt sensitiver messen und zuverlässiger nachweisen", sagt Reinhold-Hurek. "Da bleiben zwar noch viele unbekannte Faktoren, aber nun sind wir einen guten Schritt weiter." "POL-effect" haben die Wissenschaftler ihre Idee genannt, die sie nun der Wissenschaft und der Wirtschaft zur Verfügung stellen.

Damit die Uni-Biologen sich wieder ganz ihrer Reisforschung widmen können, kümmern sich die innoWi-Experten nun um den wirtschaftlichen Aspekt der Idee. Sie bescheinigen ihr gute Chancen am Markt und rechnen mit einer baldigen Resonanz aus der DNA-Chip-Industrie. Dazu innoWi-Biologin Angela Stemmler: "Diese Entwicklung ist interessant für Hersteller von Microarrays in aller Welt. Immerhin sind die Unternehmen ja daran interessiert, ihre Produkte stetig zu optimieren. Die Bremer Wissenschaftler liefern hier einen wertvollen Impuls." Sabine Nollmann

Kai Uwe Bohn | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bremen.de
http://www.innowi.de/en/innowi_produkte
http://www.innowi.de

Weitere Berichte zu: Analyseverfahren Bakterium Genomforschung Reisforschung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Wie genau Cyanobakterien CO2 so effizient umwandeln
27.01.2020 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Forscher entdecken Impfstoff zur Stärkung des Immunsystems von Pflanzen
27.01.2020 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie man ein Bild von einem Lichtpuls macht

Um die Form von Lichtpulsen zu messen, brauchte man bisher komplizierte Messanlagen. Ein Team von MPI Garching, LMU München und TU Wien schafft das nun viel einfacher.

Mit modernen Lasern lassen sich heute extrem kurze Lichtpulse erzeugen, mit denen man dann Materialien untersuchen oder sogar medizinische Diagnosen erstellen...

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Wie man ein Bild von einem Lichtpuls macht

27.01.2020 | Physik Astronomie

Physiker der Universität Rostock stoßen mit Wellenleitern in höhere Dimensionen vor

27.01.2020 | Physik Astronomie

Wie genau Cyanobakterien CO2 so effizient umwandeln

27.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics