Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verlorene Spezies in Neuguinea gefunden

08.02.2006


Experte warnt vor raschem Ende der Biodiversität


B. Beehler - Honeyeater



Dass auch im 21. Jahrhundert immer noch weiße Flecken auf der "Karte der Artenvielfalt" vorhanden sind, hat ein Wissenschaftsteam von Conservation International im Westen der Insel Neuguinea gezeigt. In den Foja-Mountains der indonesischen Provinz Papua haben Forscher zahlreiche unbekannte Schmetterlinge, Frosch- und Vogelarten sowie Pflanzen entdeckt.

... mehr zu:
»Biodiversität »Neuguinea »Spezie


Eine Expedition in eine der entgelegensten Urwald-Regionen der Erde, die im Dezember 2005 gestartet und erst kürzlich beendet wurde, hat einige wissenschaftlichen Sensationen ans Tageslicht gebracht. Die Wissenschaftler aus den USA, Australien und vom Indonesian Institute of Sciences haben nach eigenen Angaben einen "verlorenen Garten Eden" gefunden: zu den wissenschaftlich bedeutenden Funden zählen unter anderem die größte Rhododendron-Pflanze, mehr als 20 bisher unbekannte Froscharten sowie vier unbekannte Schmetterlingsspezies. Zu den Sensationen zählen darüber hinaus zwei Arten von Paradiesvogel-Arten sowie seltene Kleinsäuger. Nach Angaben der Forscher leben diese Tier- und Pflanzenarten in einer Region, die bisher noch nie von Menschen betreten wurde. "Wir wurden mit dem Helikopter abgesetzt und sind gemeinsam mit Bewohnern des Kwerba- und Papasema-Stammes in das Gebiet vorgedrungen", berichtet Bruce Beehler, einer der Forschungsleiter. Selbst die Ureinwohner gaben an, noch niemals in diese Region gewesen zu sein. "Die Ureinwohner berichteten, dass nicht einmal ihre Vorfahren hier gewesen waren", so der Wissenschaftler.

Die Region ist nach Angaben von Conservation International Teil eines ein Mio. Hektar großen Schutzgebietes. Nach Angaben zahlreicher Experten ist die gesamte Region eine der artenreichsten Habitate der Erde. Das gilt nicht nur für die Zahl an landlebenden Tieren, sondern auch für die Unterwasserwelt. "Das Gefährliche für solche Regionen ist die radikale Veränderung der Lebensräume rundherum", meint der Wiener Biologe, Chemiker und Physiker Peter Weihs im pressetext-Interview. "Viele Menschen sind der Meinung, dass der Erhalt gewisser Teile solcher Gebiete ausreicht, um das Artenspektrum zu erhalten. Das ist leider falsch", so Weihs. Eine Zerstückelung führe zu einer "Verinselung" und damit einhergehend zu einer Abnahme der Biodiversität.

Weihs zitiert den verstorbenen brasilianischen Ökologen und Alternativnobelpreisträger Jose Lutzenberger, der als erster von so genannten Kippeffekten im Amazonasgebiet berichtet hatte. "Rodungen in umliegenden Regenwaldgebieten hatten den täglichen Regenfall in der Region von Manaus zum Stillstand gebracht", erklärt der Wissenschaftler. Inzwischen sei es hinlänglich bekannt, dass es tage- oder sogar wochenlang trocken bleibt. (pte berichtete über die längste Dürre in Amazonien seit 40 Jahren http://www.pte.at/pte.mc?pte=051012020 ) "Die Veränderungen des Klimas sorgen auch dafür, dass sich die Biodiversität verändert." Deutlich werde dies auch in der Abnahme der Populationsgrößen in solchen Ökosystemen. "Wo früher hunderte Tiere einer Spezies zu finden waren, sind es heute nur noch wenige", berichtet Weihs von seiner eigenen Forschertätigkeit im Regenwald Costa Ricas. Diese Verminderung sei nachweislich. "Das ist ein irreversibler Erosionsprozess", warnt der Experte. Regionen mit reicher Artenvielfalt sind besonders empfindlich. Erst im September 2005 hatte ein Expertenteam einen Notfallsplan zur Rettung der Amphibien ins Leben gerufen. Etwa ein Drittel der bisher bekannten 5.743 Frosch-, Kröten- und Salamanderarten sind weltweit vom Aussterben bedroht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.conservation.org

Weitere Berichte zu: Biodiversität Neuguinea Spezie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Magische kolloidale Cluster
11.12.2018 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Kupferverbindung als Recheneinheit in Quantencomputern
11.12.2018 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuartige Lasertechnik für chemische Sensoren in Mikrochip-Größe

Von „Frequenzkämmen“ spricht man bei speziellem Laserlicht, das sich optimal für chemische Sensoren eignet. Eine revolutionäre Technik der TU Wien erzeugt dieses Licht nun viel einfacher und robuster als bisher.

Ein gewöhnlicher Laser hat genau eine Farbe. Alle Photonen, die er abstrahlt, haben genau dieselbe Wellenlänge. Es gibt allerdings auch Laser, deren Licht...

Im Focus: Neue Methode verpasst Mikroskop einen Auflösungsschub

Verspiegelte Objektträger ermöglichen jetzt deutlich schärfere Bilder / 20fach bessere Auflösung als ein gewöhnliches Lichtmikroskop - Zwei Forschungsteams der Universität Würzburg haben dem Hochleistungs-Lichtmikroskop einen Auflösungsschub verpasst. Dazu bedampften sie den Glasträger, auf dem das beobachtete Objekt liegt, mit maßgeschneiderten biokompatiblen Nanoschichten, die einen „Spiegeleffekt“ bewirken. Mit dieser einfachen Methode konnten sie die Bildauflösung signifikant erhöhen und einzelne Molekülkomplexe auflösen, die sich mit einem normalen Lichtmikroskop nicht abbilden lassen. Die Studie wurde in der NATURE Zeitschrift „Light: Science and Applications“ veröffentlicht.

Die Schärfe von Lichtmikroskopen ist aus physikalischen Gründen begrenzt: Strukturen, die näher beieinander liegen als 0,2 tausendstel Millimeter, verschwimmen...

Im Focus: Supercomputer ohne Abwärme

Konstanzer Physiker eröffnen die Möglichkeit, Supraleiter zur Informationsübertragung einzusetzen

Konventionell betrachtet sind Magnetismus und der widerstandsfreie Fluss elektrischen Stroms („Supraleitung“) konkurrierende Phänomene, die nicht zusammen in...

Im Focus: Drei Nervenzellen reichen, um eine Fliege zu steuern

Uns wirft so schnell nichts um. Eine Fruchtfliege kann dagegen schon ein kleiner Windstoß vom Kurs abbringen. Drei große Nervenzellen in jeder Hälfte des Fliegenhirns reichen jedoch aus, um die Fliege mit Hilfe visueller Signale wieder auf Kurs zu bringen.

Bewegen wir uns vorwärts, zieht die Umwelt in die entgegengesetzte Richtung an unseren Augen vorbei. Drehen wir uns, verschiebt sich das Bild der Umwelt im...

Im Focus: Researchers develop method to transfer entire 2D circuits to any smooth surface

What if a sensor sensing a thing could be part of the thing itself? Rice University engineers believe they have a two-dimensional solution to do just that.

Rice engineers led by materials scientists Pulickel Ajayan and Jun Lou have developed a method to make atom-flat sensors that seamlessly integrate with devices...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Eine Norm für die Reinheitsbestimmung aller Medizinprodukte

10.12.2018 | Veranstaltungen

Fachforum über intelligente Datenanalyse

10.12.2018 | Veranstaltungen

Plastics Economy Investor Forum: Treffpunkt für Innovationen

10.12.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Prostatakrebs: Krankheitsverlauf besser vorhersagen

11.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Proteine für widerstandsfähiges Gummi

11.12.2018 | Biowissenschaften Chemie

Prostatakrebs: Neues Computermodell erlaubt Prognose des Krankheitsverlaufs

11.12.2018 | Medizintechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics