Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuentdecktes Hormon hemmt Fortpflanzungssystem

07.02.2006


Lance Kriegsfeld führt Kampf gegen Unfruchtbarkeit


Der Hypothalamus im Gehirn ist Taktgeber der hormonellen Steuerung



Amerikanische Wissenschaftler haben in Nagetieren ein Hormon entdeckt, welches das hormongesteuerte Fortpflanzungssystem hemmt. Das Forscherteam um Lance Kriegsfeld von der University of California in Berkeley vermutet, dass das Hormon eine ähnliche Rolle im menschlichen Fortpflanzungssystem spielt. Falls dies bewiesen wird, hätten Hormonspezialisten bald einen neuen Angriffspunkt um gegen Unfruchtbarkeit vorzugehen. Die Ergebnisse sind jetzt in der Online-Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht worden.

... mehr zu:
»Fortpflanzungssystem »GnIH »GnRH »Hormon


Das identifizierte Hormon namens GnIH (gonadotropin-inhibitory hormone) wirkt direkt auf seinen bereits bekannten Gegenspieler GnRH (gonadotropin-releasing hormone) ein. Forscher vermuteten das seit einigen Jahren, doch bis jetzt blieb das Hormon unentdeckt. Die Wissenschaftler beobachteten, dass GnIH seinen Antagonisten GnRH hemmt und so verhindert, dass das Fortpflanzungssystem aktiviert wird. Damit blockiert GnIH eine Schlüsselstelle, denn nur in seiner aktiven Form stimuliert GnRH die Hirnanhangdrüse, die andere Hormone ausschüttet, um das Fortpflanzungssystem anzukurbeln.

Dazu erreichen die im Gehirn produzierten Sexualhormone über die Blutbahn die Keimdrüsen, wo sie bei Männern die Produktion von Testosteron anregen, während sie bei Frauen die Produktion von Östradiol stimulieren. Diese beiden Hormone, welche die Spermien- bzw. die Eizellenreifung regulieren, wirken wiederum auf das Gehirn ein, sobald ein bestimmter Hormonspiegel besteht. Dort regt Östradiol Zellen im Hypothalamus an, GnIH zu produzieren, das in den Zellen die Herstellung von GnRH verhindert.

"Diese Grundlagenforschung ist eminent wichtig, um Probleme im hormonellen System zu verstehen", betont Peter Licht, Beirat der Sektion Reproduktionsmedizin der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie im Gespräch mit pressetext. "Essstörungen können mitunter hormonell bedingt sein", so der Hormonspezialist weiter. Wenn man nun eine weitere Komponente in der hormonellen Steuerung kennt, so die US-Forscher in ihrem Bericht, bietet das einen neuen Ansatzpunkt für mögliche Therapiemethoden.

Lisa Hartmann | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.berkeley.edu
http://www.endokrinologie.net

Weitere Berichte zu: Fortpflanzungssystem GnIH GnRH Hormon

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen
21.02.2019 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung
21.02.2019 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

21.02.2019 | Verfahrenstechnologie

Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics