Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemie mit dem Computer: Moderne Anwendung der Quantenphysik in der Chemie

30.01.2006


Leibniz-Preisträger 2005, Prof. Jürgen Gauß, demonstriert am 7. Februar, wie quantenchemische Berechnungen zur Interpretation von Experimenten beitragen



Albert Einstein lebt - in den Labors und in unserem täglichen Leben. Ohne Einsteins Formeln gäbe es keine digitalen Kameras, Navigationsgeräte oder DVD-Player. Zum Einsteinjahr öffnet die Reihe "Universität im Rathaus" daher das Tor zu den faszinierenden Welten von Raum und Zeit, Energie, Licht und Materie, aber auch von Kreativität und der Freiheit menschlichen Willens. In dieser Reihe hält der Leibniz-Preisträger 2005, Professor Jürgen Gauß vom Institut für Physikalische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, am Dienstag, 7. Februar, um 20 Uhr im Ratssaal des Mainzer Rathauses einen Vortrag zum Thema "Chemie mit dem Computer: Moderne Anwendung der Quantenphysik in der Chemie". Der Eintritt ist frei. Anmeldung nicht erforderlich.



Mit Chemie verbindet man in der Regel Experimente in Reagenzgläsern oder Erlenmeyerkolben. Über die Quantentheorie, zu deren Entwicklung Albert Einstein entscheidend beigetragen hat, eröffnet sich die Möglichkeit, die chemischen Bausteine der Materie, d.h. Atome und Moleküle, theoretisch beschreiben zu können. Die Komplexität dieser Bausteine verhinderte jedoch lange Zeit die zuverlässige Lösung der entsprechenden physikalischen Gleichungen und somit die Anwendung der Quantentheorie auf komplexe chemische Fragestellungen. Erst mit der Entwicklung leistungsfähiger Computer ist dies heute unter Verwendung aufwendiger numerischer Verfahren möglich. In seinem Vortrag demonstriert Prof. Gauß, wie im Rahmen der modernen Quantenchemie "Chemie mit dem Computer" betrieben werden kann. An Beispielen aus verschiedenen Bereichen der Chemie zeigt er, wie quantenchemische Berechnungen zur Interpretation von Experimenten beitragen und z.B. den Nachweis neuer Moleküle ermöglichen. Durch ein intelligentes Wechselspiel von Theorie und Experiment eröffnen sich dadurch neue vielversprechende Ansätze für die chemischen Forschung. Jürgen Gauß studierte von 1979 bis 1984 Chemie an der Universität zu Köln. Nach einem Forschungsaufenthalt im Jahr 1984 an der McMaster University, Hamilton, Kanada, promovierte er 1988 an der Kölner Universität. 1988/89 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Köln, 1989/1990 Postdoktorand der University of Washington in Seattle (USA) und 1990/91 Postdoktorand am Quantum Theory Project der University of Florida. Nach seiner Habilitation in Theoretischer Chemie am Institut für Physikalische Chemie der Universität Karlsruhe war er dort von 1994 bis 1995 Privatdozent. Seit 1995 ist Jürgen Gauß Professor für Theoretische Chemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 2005 wurde Professor Gauß mit dem höchst dotierten deutschen Wissenschaftspreis - dem Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft - ausgezeichnet.

"Universität im Rathaus" ist ein gemeinsames Projekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Stadt Mainz. Seit über 20 Jahren dient der Universität dieses Forum als Brückenschlag vom Campus in die Stadt. Der Bevölkerung einen Einblick in die vielfältigen Facetten der unterschiedlichsten Disziplinen von 2.800 Wissenschaftlern in mehr als 150 Instituten und Kliniken zu geben, ist das Ziel dieser Veranstaltungsreihe. Im Wintersemester 2005/06 erklären Mainzer Wissenschaftler immer an einem Dienstag die Gedankenwelt Albert Einsteins - insbesondere auch in Zusammenhang mit ihren aktuellen Forschungsprojekten. Die Vorträge deuten die Spuren, die Einstein in der Wissenschaft hinterlassen hat, aber auch die Fragen und Rätsel, die er seinen "Erben" mit auf den Weg gab.

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-mainz.de

Weitere Berichte zu: Einstein Molekül Postdoktorand Quantenphysik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme
21.08.2018 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

nachricht In Form gebracht
21.08.2018 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Zukünftige Informationstechnologien: Wärmetransport auf der Nanoskala unter die Lupe genommen

21.08.2018 | Physik Astronomie

Bedeutung des „Ozeanwetters“ für Ökosysteme

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Auf dem Weg zur personalisierten Medizin

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics