Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Under Cover" im Dienste der Frische - Sensor deckt Schwachstellen in der Nacherntekette von Frischmarktprodukten auf

17.01.2006


Wissenschaftler am Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim (ATB) haben einen "Frische-Indikator" entwickelt, mit dessen Hilfe die komplexen Umgebungsbedingungen von Frischmarktprodukten mit geringem Aufwand gemessen werden können.



Schmackhaft, bunt, vielseitig und gesund - Obst und Gemüse erfreuen sich auch im Winter großer Beliebtheit. Voraussetzung ist, dass Salat, Möhren oder Äpfel frisch sind. Frische steht für eine Vielzahl äußerer als auch innerer Produkteigenschaften wie fest und glänzend (’knackig’), feuchte und kühle Oberfläche (’taufrisch’) und ansprechende, typische Farbe (’junges Gemüse’). Diese Komplexität macht es so schwierig, Frische mit vertretbarem Aufwand objektiv zu erfassen.



Frischprodukte wie Obst und Gemüse sind auch nach der Ernte stoffwechselaktiv. Ungünstige Umgebungsbedingungen während Transport, Lagerung und Warenpräsentation können deshalb zu erheblichen qualitativen Verlusten führen. Durch hohe Temperaturen werden Vitamine und bioaktive Substanzen abgebaut, hohe Luftgeschwindigkeiten und niedrige Luftfeuchten begünstigen Wasserverluste - die Produkte beginnen zu welken.

Während für die Überwachung der Lufttemperaturen in der Nacherntekette technische Lösungen vorhanden sind, fehlen für die Überwachung der "Wasserseite" praktikable Ansätze bislang vollständig. Insbesondere die Strömungsbedingungen am Produkt - maßgeblich für Welkeerscheinungen - konnten bisher nicht mit vertretbarem Aufwand erfasst werden.

Wissenschaftler am Bornimer Leibniz-Institut für Agrartechnik haben nun einen einfach handhabbaren und gleichzeitig preiswerten Sensor entwickelt, der es ermöglicht, diesbezügliche Schwachstellen in der Nacherntekette vom Erzeuger bis zum Verbraucher zuverlässig aufzudecken.

Um beispielsweise Qualitätsverluste bei Tomaten aufzuspüren, werden mit kleinen Öffnungen versehene Kunststoffhohlkugeln mit einem wasserspeichernden Granulat befüllt und so ausgelegt, dass sie dem Transpirationsverhalten dieser Gemüseart entsprechen. Für andere Anwendungsfelder wird der Sensor in Form und Material modifiziert, um die Eigenschaften des zu prüfenden Produkts nachzubilden.

Mit diesen Messzellen und den zugehörigen Bewertungsalgorithmen lassen sich Qualitätsverluste erfassen, die durch den Feuchtigkeitsgehalt der Umgebungsluft und durch Luftströmungen an der Produktoberfläche entstehen.

Anwendung findet der Sensor überall dort, wo komplizierte Strömungsverhältnisse auftreten, z. B. bei der Gestaltung von Verpackungen, bei der Warenpräsentation oder zur Analyse der Luftbewegung in großen Räumen, in Lagerhallen oder Ställen. Auch zur Überwachung anderer Frischmarktprodukte, wie Schnittblumen oder Backwaren, kann der Sensor eingesetzt werden. Praxistests mit ökologisch erzeugtem Gemüse hat er bereits erfolgreich bestanden.

Helene Foltan | idw
Weitere Informationen:
http://www.atb-potsdam.de/Frischesensor

Weitere Berichte zu: Frische Frischmarktprodukten Gemüse Nacherntekette Sensor Überwachung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Antibiotika aus dem Meer
18.11.2019 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Auch parasitische Wespen machen Fettsäuren selbst
18.11.2019 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neu entwickeltes Glas ist biegsam

Eine internationale Forschungsgruppe mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat ein Glasmaterial entwickelt, das sich bei Raumtemperatur bruchfrei verformen lässt. Das berichtet das Team aktuell in "Science". Das extrem harte und zugleich leichte Material verspricht ein großes Anwendungspotential – von Smartphone-Displays bis hin zum Maschinenbau.

Gläser sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Welt. Dabei handelt es sich im Alltag meist um sauerstoffhaltige Gläser, wie sie etwa für Fenster und...

Im Focus: Images from NJIT's big bear solar observatory peel away layers of a stellar mystery

An international team of scientists, including three researchers from New Jersey Institute of Technology (NJIT), has shed new light on one of the central mysteries of solar physics: how energy from the Sun is transferred to the star's upper atmosphere, heating it to 1 million degrees Fahrenheit and higher in some regions, temperatures that are vastly hotter than the Sun's surface.

With new images from NJIT's Big Bear Solar Observatory (BBSO), the researchers have revealed in groundbreaking, granular detail what appears to be a likely...

Im Focus: Veränderungen der Chiralität von Molekülen in Echtzeit beobachten

Chirale Moleküle – Verbindungen, die als Bild und Spiegelbild vorkommen – spielen eine wichtige Rolle in biologischen Prozessen und in der chemischen Synthese. Chemikern der ETH Zürich ist es nun erstmals gelungen, mit Hilfe von Ultrakurzzeit-Laserpulsen Änderungen der Chiralität während einer chemischen Reaktion in Echtzeit zu beobachten.

Manche Moleküle können in zwei spiegelbildlichen Formen existieren, ähnlich wie unsere Hände. Obwohl solche sogenannten Enantiomere fast identische...

Im Focus: Durchbruch in der Malariaforschung

Eine internationale Forschungsgruppe um den Zellbiologen Volker Heussler von der Universität Bern hat hunderte genetische Schwachstellen des Malaria-Parasiten Plasmodium identifiziert. Diese sind in der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung dringend erforderlich, um die Krankheit dereinst ausrotten zu können.

Trotz grosser Anstrengungen in Medizin und Wissenschaft, sterben weltweit immer noch mehr als 400'000 Menschen an Malaria. Die Infektionskrankheit wird durch...

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Antibiotika aus dem Meer

18.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Lebende Brücken: Mit alten indischen Bautechniken moderne Städte klimafreundlich gestalten

18.11.2019 | Architektur Bauwesen

„Moonwalk“ für die Wissenschaft zeigt Verzerrungen im räumlichen Gedächtnis

18.11.2019 | Studien Analysen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics