Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Folien wehren Bakterien ab

08.10.2001


Viele Mikroorganismen verursachen Krankheiten oder zerstören Materialien. Der Themenverbund "Polymere Oberflächen POLO" entwickelt Strategien, um Kunststoffe antimikrobiell auszurüsten. Interessierte Industriepartner treffen die Forscher auf der Messe "K" in Düsseldorf.


Petrischalen mit Kulturen des gelben, gram-positiven Bakteriums Micrococcus luteus. Die Buchstaben bestehen aus antibakteriell beschichteter Polyethylenfolie und wurden nicht besiedelt. ©Fraunhofer IAP



Mikroorganismen sind wichtige Helfer für den Menschen: Sie reinigen Abwasser und verseuchte Böden, verleihen Lebensmitteln wie Käse, Joghurt oder Wein ihren typischen Geschmack, produzieren in unserem Körper wichtige Vitamine und in Fermentern Pharmazeutika wie Insulin und Antibiotika. Die meisten Menschen nehmen Mikroben erst dann richtig wahr, wenn deren Aktivitäten überhand nehmen: Eine Krankheit bricht aus, Speisen sind verdorben oder Holz verfault. Strategien, um den mikrobiellen Befall von Kunststoffen zu minimieren oder gar zu unterbinden, verfolgen Forscher des Fraunhofer-Verbunds "Polymere Oberflächen - POLO".

... mehr zu:
»Folien »Kunststoff »Mikroorganismus


Wirkstoffe, die Mikroorganismen abtöten, sind auch für den Menschen häufig bedenklich. So berichtete die Presse vor einigen Monaten über organische Zinnverbindungen in Babywindeln. Ein weiterer Nachteil dieser Stoffe: Sie werden mit der Zeit ausgewaschen und verlieren ihre Wirkung. Was liegt also näher, als die Stabilität der Bindung zwischen Oberfläche und Wirkstoff zu erhöhen? Die Forscher von POLO setzen unter anderem vergleichsweise verträgliche Polyammonium-Verbindungen und Naturstoffe ein, die sie fest an der Oberfläche von Kunststoffen verankern.

"Anwendungsmöglichkeiten für antimikrobiell ausgerüstete Kunststoffe sind zahlreich", betont Dr. Jörg Thomé vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP. "Denken Sie nur an medizinische Produkte, Verpackungsfolien, Sitzbezüge in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Filtermaterialien in Lüftungsanlagen. Wichtig dabei ist, dass unsere Schichten nur wenige Nanometer dünn sind. Nur so bleiben die erforderlichen Materialeigenschaften der Kunststoffe erhalten." Dass sich ausgewählte Bakterienstämme auf der Oberfläche von Polyethylenfolien nur sehr schlecht oder gar nicht vermehren, konnte am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB nachgewiesen werden. Tests mit weiteren Kunststoffen und Bakterienstämmen werden folgen.

Die Wissenschaftler von POLO denken bereits daran, ihre Techniken auf andere Kunststoffe und Materialien wie Vliese, Membranen und Textilien auch im größeren Maßstab anzuwenden. Dafür suchen sie Partner aus der Industrie. Auf der Messe für Kunststoffe und Kautschuk "K" in Düsseldorf stellen sie der Fachöffentlichkeit ihre Produkte und Erfahrungen vom 25. Oktober bis 1. November in Halle 3, Stand E91 vor.

Ansprechpartner:
Dr. Jörg Thomé
Telefon: 03 31/5 68-14 06, Fax: 03 31/5 68-31 48,
E-Mail:thome@iap.fhg.de

Mikrobielle Untersuchungen:
Dr. Christian Oehr
Telefon: 07 11/9 70-41 37, Fax: 07 11/9 70-42 00,
E-Mail:oehr@igb.fhg.de


Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/german/publications/df/df2001/mag1-2001_46.html
http://www.fraunhofer.de/german/press/md

Weitere Berichte zu: Folien Kunststoff Mikroorganismus

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers
18.10.2019 | Universität zu Köln

nachricht Das Rezept für eine Fruchtfliege
18.10.2019 | Max-Planck-Institut für Biochemie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Im Focus: Wie sich Reibung bei topologischen Isolatoren kontrollieren lässt

Topologische Isolatoren sind neuartige Materialien, die elektrischen Strom an der Oberfläche leiten, sich im Innern aber wie Isolatoren verhalten. Wie sie auf Reibung reagieren, haben Physiker der Universität Basel und der Technischen Universität Istanbul nun erstmals untersucht. Ihr Experiment zeigt, dass die durch Reibung erzeugt Wärme deutlich geringer ausfällt als in herkömmlichen Materialien. Dafür verantwortlich ist ein neuartiger Quantenmechanismus, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature Materials».

Dank ihren einzigartigen elektrischen Eigenschaften versprechen topologische Isolatoren zahlreiche Neuerungen in der Elektronik- und Computerindustrie, aber...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

Wenn der Mensch auf Künstliche Intelligenz trifft

17.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Insekten teilen den gleichen Signalweg zur dreidimensionalen Entwicklung ihres Körpers

18.10.2019 | Biowissenschaften Chemie

Volle Wertschöpfungskette in der Mikrosystemtechnik – vom Chip bis zum Prototyp

18.10.2019 | Physik Astronomie

Innovative Datenanalyse von Fraunhofer Austria

18.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics