Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dem Sauerstoff mit Katalyse auf die Sprünge helfen

25.11.2005


Neuer Sonderforschungsbereich an der Uni Stuttgart

... mehr zu:
»Katalysator »Katalyse »Sauerstoff

Wenn Luftsauerstoff nicht so ein träger Geselle in chemischen Reaktionen bei Atmosphärendruck und Raumtemperatur wäre, würden sämtliche Lebewesen auf der Erde aufgrund von Oxidationen in kürzester Zeit zu Staub und Asche zerfallen. Bei hohen Temperaturen reagiert nämlich Sauerstoff durchaus bereitwillig, aber völlig unselektiv mit organischen Verbindungen zu komplexen Produktgemischen. Wenn es gelingen würde, die Reaktivität von Sauerstoff zu erhöhen und gleichzeitig die Selektivität solcher Oxidationen zu verbessern, also aus einem bestimmten Ausgangsmolekül nur ein definiertes Produkt zu bilden, wäre dies für die Grundlagenforschung und die industrielle Anwendung von besonderem Interesse: Derartige Oxidationsprodukte sind wichtige Zwischenstufen auf dem Weg vom Erdöl beziehungsweise nachwachsenden Rohstoffen (wie beispielsweise Zucker) zu höher veredelten Feinchemikalien, Farbstoffen, Polymerbausteinen und pharmazeutischen Wirkstoffen. Dieses ehrgeizige und langfristige Ziel haben sich Chemiker, Verfahrenstechniker, Mikrobiologen, Physiologen und Biotechnologen der Universitäten Stuttgart und Hohenheim gestellt. Insgesamt 22 Arbeitsgruppen aus elf Instituten sind beteiligt. Sprecherhochschule ist die Universität Stuttgart.

Die umfassende Erforschung der Nutzbarmachung von Sauerstoff durch Katalyse steht im Mittelpunkt des neuen Sonderforschungsbereiches (SFB) "Katalytische Selektivoxidationen von C-H-Bindungen mit molekularem Sauerstoff" unter Leitung der Professorin Sabine Laschat vom Institut für Organische Chemie der Universität Stuttgart. Der neue SFB wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor wenigen Tagen bewilligt und wird ab Januar 2006 für einen Zeitraum von zunächst vier Jahren mit 7,7 Millionen Euro gefördert. Unter Katalyse verstehen die Naturwissenschaftler die Durchführung einer chemischen Reaktion, bei der ein zusätzlicher Stoff, der so genannte Katalysator, den Prozess maßgeblich beschleunigt, ohne dabei verbraucht zu werden. Die Forscher setzen dabei ihre Hoffnung auf Feststoffkatalysatoren, wie sie zum Beispiel aus Autoabgaskatalysa-toren bekannt sind, edelmetallhaltige lösliche Katalysatoren sowie Enzyme und Mikroorganismen als Biokatalysatoren. Mit Hilfe von maßgeschneiderten Katalysatorsystemen sowie neuen spektroskopischen und theoretischen Methoden soll innerhalb der gesamten Laufzeit des SFB von zwölf Jahren ein molekulares Bild der Katalyse entwickelt werden. Die Stuttgarter und Hohenheimer Forscher sind sich darin einig, dass die interdisziplinäre Vorgehensweise und die sehr guten Arbeitsmöglichkeiten an den beiden Universitäten maßgeblich zu ihrem Erfolg in dem äußerst kompetitiven Begutachtungsverfahren beigetragen haben. Als Anerkennung der bisherigen Forschungsleistungen und als deutliche Stärkung des Forschungsstandorts Stuttgart wertet der Stuttgarter Uni-Rektor Prof. Dieter Fritsch den neuen Sonderforschungsbereich.


Neben dem neu bewilligten SFB sind an der Universität Stuttgart zur Zeit sieben weitere SFBs, ein weiterer transregionaler SFB mit den Universitäten Tübingen und Ulm angesiedelt sowie vier Transferbereiche, die der Überführung der in SFBs erzielten Ergebnisse in die Praxis dienen.

Weitere Informationen bei
Prof. Dr. Sabine Laschat, Institut für Organische Chemie der Universität Stuttgart, Tel. 0711/685-4565, Fax 0711/685-4285, e-mail: sabine.laschat@oc.uni-stuttgart.de

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/

Weitere Berichte zu: Katalysator Katalyse Sauerstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Zika und Gelbfieber: Impfstoffe ohne Ei
21.09.2018 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

nachricht Einbahnstraße für das Salz
21.09.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics