Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Eine Pflanze aus Asien, der einjährige Beifuss, könnte Malaria heilen

06.10.2005


Forscher vom Französischen Institut für Gesundheitswesen und medizinische Forschung (INSERM) haben in Toulouse, gemeinsam mit Kollegen vom Französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Malaria geleistet. Die Bekämpfung dieser tropischen Krankheit steht heute im Vordergrund, da sie jährlich mehr als eine Million Todesopfer fordert (alle 30 Sekunden stirbt ein afrikanisches Kind). In den 70er Jahre hatte man die Hoffnung diese Krankheit ein für allemal ausrotten zu können. Leider musste man schnell feststellen, dass der für diese Krankheit verantwortliche Schmarotzer eine Resistenz gegenüber den gängigen Vernichtungsmitteln (etwa Chloroquin und Sulfadoxine-Pyriméthamine in Afrika oder Mefloquine in Asien) entwickelt hatte.



Die Artemisinine, eine Substanz des einjährigen Beifuss (artemisia annua L.) ist bereits seit einiger Zeit in Südostasien als wirksame Waffe gegen Malaria bekannt. Das Problem besteht jedoch darin, dass zur Zeit höchstens 5 bis 6 Tonnen Artemisinine extrahiert werden können, aber 300 Tonnen nötig wären, um alle Betroffenen heilen zu können. Aus diesem Grund haben die französischen Forscher den Mechanismus dieser Substanz studiert, mit dem Ziel diese synthetisieren zu können. Artemisinine wirken in einem Alkylierungsprozess mit dem Häm (eisenhaltiger Farbstoff der roten Blutkörperchen). Die Forscher haben gezeigt, dass Artemisinine infizierte Mäuse heilen könnte. Dieser Mechanismus funktioniert folglich in vitro und in vivo.

... mehr zu:
»Artemisinine »Beifuss »Malaria »Pflanze


Aufgrund dieses Ergebnisses und dank eines Vertrages mit den Gesellschaften Palumed und Sanofi-Aventis wurden bereits neue Moleküle erzeugt, die Trioxaquine. Sie könnten sich als Medikament der Zukunft gegen Malaria erweisen.

Kontakt:
Anne Robert
CNRS / Laboratoire de chimie de coordination
205 route de Narbonne
F-31077 Toulouse cedex 4
Tel.: +33 5 61 33 31 26
arobert@lcc-toulouse.fr

Françoise Benoit-Vical
INSERM / Service de parasitologie-mycologie CHU de Toulouse
1, av.Jean-Poulhès
F-31403 Toulouse cedex 4
Tel.: +33 5 61 32 34 46
Francoise.Vical@toulouse.inserm.fr

Quelle: Pressebericht des CNRS, http://www2.cnrs.fr/presse/communique/740.htm, A. Robert, F. Benoit-Vical, C. Claparols, B. Meunier, PNAS, 5 Sept. 2005 : „The antimalarial drug artemisinin alkylates heme in infected mice“

Redakteur: Jérôme Segal, Jerome.Segal@diplomatie.fr

Wissenschaft Frankreich Nr. 85 vom 05. Oktober 2005
Alle Ausgaben sind erhältlich unter unserer Webseite:
www.wissenschaft-frankreich.de/allemand unter "Publikationen".

| Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.lcc-toulouse.fr
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Berichte zu: Artemisinine Beifuss Malaria Pflanze

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Die Definierung des Zentromers – Erforschung der Rolle von Kinetochoren bei der Zellteilung
21.10.2019 | Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung

nachricht Bluteiweiss schützt vor neurologischen Schäden nach Hirnblutung
21.10.2019 | Universität Zürich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Freiburger Forschenden gelingt die erste Synthese eines kationischen Tetraederclusters in Lösung

Hauptgruppenatome kommen oft in kleinen Clustern vor, die neutral, negativ oder positiv geladen sein können. Das bekannteste neutrale sogenannte Tetraedercluster ist der weiße Phosphor (P4), aber darüber hinaus sind weitere Tetraeder als Substanz isolierbar. Es handelt sich um Moleküle aus vier Atomen, deren räumliche Anordnung einem Tetraeder aus gleichseitigen Dreiecken entspricht. Bisher waren neben mindestens sechs neutralen Versionen wie As4 oder AsP3 eine Vielzahl von negativ geladenen Tetraedern wie In2Sb22– bekannt, jedoch keine kationischen, also positiv geladenen Varianten.

Ein Team um Prof. Dr. Ingo Krossing vom Institut für Anorganische und Analytische Chemie der Universität Freiburg ist es gelungen, diese positiv geladenen...

Im Focus: Die schnellste Ameise der Welt - Wüstenflitzer haben kurze Beine, aber eine perfekte Koordination

Silberameisen gelten als schnellste Ameisen der Welt - obwohl ihre Beine verhältnismäßig kurz sind. Daher haben Forschende der Universität Ulm den besonderen Laufstil dieses "Wüstenflitzers" auf einer Ameisen-Rennstrecke ergründet. Veröffentlicht wurde diese Entdeckung jüngst im „Journal of Experimental Biology“.

Sie geht auf Nahrungssuche, wenn andere Siesta halten: Die saharische Silberameise macht vor allem in der Mittagshitze der Sahara und in den Wüsten der...

Im Focus: Fraunhofer FHR zeigt kontaktlose, zerstörungsfreie Qualitätskontrolle von Kunststoffprodukten auf der K 2019

Auf der K 2019, der Weltleitmesse für die Kunststoff- und Kautschukindustrie vom 16.-23. Oktober in Düsseldorf, demonstriert das Fraunhofer-Institut für Hochfrequenzphysik und Radartechnik FHR das breite Anwendungsspektrum des von ihm entwickelten Millimeterwellen-Scanners SAMMI® im Kunststoffbereich. Im Rahmen des Messeauftritts führen die Wissenschaftler die vielseitigen Möglichkeiten der Millimeterwellentechnologie zur kontaktlosen, zerstörungsfreien Prüfung von Kunststoffprodukten vor.

Millimeterwellen sind in der Lage, nicht leitende, sogenannte dielektrische Materialien zu durchdringen. Damit eigen sie sich in besonderem Maße zum Einsatz in...

Im Focus: Solving the mystery of quantum light in thin layers

A very special kind of light is emitted by tungsten diselenide layers. The reason for this has been unclear. Now an explanation has been found at TU Wien (Vienna)

It is an exotic phenomenon that nobody was able to explain for years: when energy is supplied to a thin layer of the material tungsten diselenide, it begins to...

Im Focus: Rätsel gelöst: Das Quantenleuchten dünner Schichten

Eine ganz spezielle Art von Licht wird von Wolfram-Diselenid-Schichten ausgesandt. Warum das so ist, war bisher unklar. An der TU Wien wurde nun eine Erklärung gefunden.

Es ist ein merkwürdiges Phänomen, das jahrelang niemand erklären konnte: Wenn man einer dünnen Schicht des Materials Wolfram-Diselenid Energie zuführt, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungen

VR-/AR-Technologien aus der Nische holen

18.10.2019 | Veranstaltungen

Ein Marktplatz zur digitalen Transformation

18.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Digitales-Krankenhaus – wo bleibt der Mensch?

21.10.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Das Stromnetz fit für E-Mobilität machen

21.10.2019 | Förderungen Preise

Kompakt, effizient, robust und zuverlässig: FBH-Entwicklungen für den Weltraum

21.10.2019 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics