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Neue therapeutische Anwendungsmöglichkeiten für Neurosteroide

29.08.2005


Ein Aufhalten des Ausbruchs einer Reihe von altersbedingten Funktionsstörungen des Gehirns könnte in nicht allzu ferner Zukunft eine neue Therapiemöglichkeit darstellen.


Forscher fanden heraus, dass spezifische, ausschließlich im Gehirn produzierte Steroidmoleküle (Neurosteroide) von möglichem Nutzen für ältere Menschen mit Symptomen wie Gedächtnisverlust und anderen Funktionsstörungen des Gehirns sein könnten. Im Rahmen von Bestrebungen, diese Feststellung weiter zu untersuchen, lieferte das LIFE QUALITY-Programm der EU Unterstützung zur Studie möglicher therapeutischer Ansätze in Bezug auf Neurosteroide.

Eines der wichtigsten Resultate des Projekts war die Entwicklung eines neuartigen Messverfahrens zur Entdeckung selbst geringer Mengen von Neurosteroiden innerhalb kleiner Gewebeproben. Das Microassay-Verfahren stützt sich auf die Anwendung von Gaschromatographie/Massenspektrometrie (GC/MS). Diese kombinierte Methode liefert ein gesteigertes Maß an Genauigkeit, insbesondere im Vergleich zu vorherigen Ansätzen wie Radioimmunoassays.


Die Forscher lieferten Referenzwerte für das Neurosteroid-Vorkommen in Gewebeproben von Ratten-, Mäuse- und Menschengehirnen. Die Ergebnisse zeigten die unterschiedliche Verteilung einer Reihe von Steroiden innerhalb des Gehirns sowie deren Veränderungen im Laufe der Zeit. Zusätzlich dazu stellte sich heraus, dass die Neurosteroid-Konzentrationen nicht nur vom Alter, sondern auch von Schädigungen beeinflusst werden.

Bei Patienten der Alzheimerschen Krankheit zeigte sich, verglichen mit Kontrollen, ein allgemein vermindertes Neurosteroid-Vorkommen. Es wird vermutet, dass dieser Rückgang mit einem deutlichen Nachlassen der neuroprotektiven Mechanismen in Verbindung steht und so für den Ausbruch der Krankheit verantwortlich ist.

Insgesamt werfen diese Feststellungen ein neues Licht auf die verschiedenen Arten, wie Neurosteroide in allen Entwicklungsstadien an der Gesundheit des Gehirns beteiligt sind. Weitere Einblicke, inwieweit deren Abbau gestoppt oder verhindert werden kann, könnten Pharmazieunternehmen eine komplett neue Reihe von Therapiemöglichkeiten für altersbedingte Krankheiten liefern.

Dr. Michael Schumacher | ctm
Weitere Informationen:
http://www.inserm.fr/fr/

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