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Neues Antibiotikum vielversprechend bei Verkürzung der Behandlungsdauer von Tuberkulose

10.12.2004


Wissenschaftler am Fors­chungs­institut Johnson & Johnson Pharmaceutical Research and Development (J&JPRD) haben eine neuartige Anti-Tuberkulose (TB)-Zusammensetzung identifiziert, die in Laborversuchen mit Mäusen besser und schneller als die gegenwärtige Standard-Behandlung von TB-Infektionen wirkt. Weiterhin zeigen vorläufige Studien mit gesunden freiwilligen Versuchspersonen, dass der Wirk­stoff sicher ist. Diese Entdeckung wurde im Science Express, der Online-Version des Journals Science, in der Ausgabe vom 9. Dezember veröffentlicht und wird am 14. Januar in der gedruckt Ausgabe erscheinen. Diese Studien wurden durchgeführt von Wissenschaftlern am J&JPRD und ihren Kollegen am Schwedischen Institute für Infektionskrankheiten-Steuerung in Solna, Schweden, und der Pitie-Salpetriere Schule für Medizin in Paris, Frankreich.


Die Zusammensetzung (mit dem Namen R207910) gehört zu einer neuen Familie von Anti-TB-Agenzien, Diarylquinolines (DARQ) genannt, und scheint mehr und besser differenzierte antibiotische Eigenschaften zu haben, als zur Zeit verwendete Medikamente für TB; und das sowohl einzeln als auch in Kombinationen. R207910 zeigte sich besser beim Abklären der Infektion aus den Lungen von Mäusen, als eine Kur mit dem dreifachen Cocktail, der gegenwärtig von der Weltgesundheits-Organisation (WHO) empfohlen wird. Weiterhin konnten Kuren-Cocktails mit R207910 Infektion in Mäusen in der halben Zeit klären, die normalerweise mit gebräuchlichen Kuren benötigt werden.

"Das Medikament wirkt über einen neuen Mechanismus von Vorgängen und ist deshalb gegen alle Multi-Medikamente resistente (MDR) Stämme von TB aktiv, soweit das bis jetzt geprüft wurde," erklärt Dr. Koen Andries, D.V.M., Ph.D., Distinguished Research Fellow, Antimicrobial Research am J&JPRD. "Eine Kombina­tion mit. R207910, aber ohne Rifampin (eines der aktuellen TB-Medikamente), sieht besonders vielversprechend aus. Eine Kombination ohne Rifampin wäre kompa­tibel mit Anti-HIV-Medikamenten und würde sich gut für die Behandlung solcher Patienten eignen, die eine Co-Infektion mit HIV und TB haben."


Die Weltgesundheits-Organisation (WHO) hat TB zu einer globalen Gesundheitskrise erklärt. TB infiziert bereits jetzt ein Drittel der Weltbevölkerung und verursacht nahezu neun Millionen neue Fälle von aktiver TB und 2 Millionen Todesfälle pro Jahr. Unglücklicherweise entwickeln viele TB-Stämme eine Resistenz gegen mehrere, heute zur Behandlung der Krankheit, verwen­deten Antibiotika. Mehr als 300.000 neue Fälle von Multi-Medikamente resistenter TB werden pro Jahr entdeckt, besonders in Osteuropa und Zentralasien.

"Seit geraumer Zeit arbeitet die Wissenschaft an einem Medikament, das sicher und effektiv ist und die Patienten in kürzerer Zeit vollständig heilt," erklärt Andries. "Ein neues Medikament, das die effektive Behandlung von TB verkürzt oder vereinfacht würde die TB-Steuerungs-Programme dramatisch verbessern."

In den letzten 40 Jahren wurden keine neuen Anti-TB-Medikamente in die Kliniken gebracht, und obgleich die Ärzte über wirkungsvolle effektive Medikamente zur Direktbehandlung verfügen, gibt es Schwierigkeiten dabei, diese Medizin zu den Patienten zu bekommen, die diese Heilmittel benötigen; das andere Problem ist die Behandlung von Patienten mit Erkrankungen, deren Erreger resistent sind.

Einer von drei Menschen in der Welt ist mit latenter TB infiziert. Selbst in der westlichen Welt, trägt einer von zwanzig Menschen den TB-Bazillus in sich. In einigen Entwicklungsländern ist jeder zweite infiziert. Ein Träger von latenter TB hat ein lebenslanges Risiko von 10%, TB zu bekommen. Allerdings liegt bei HIV-Patienten das Risko bei 10% pro Jahr. "Das ist der hauptsächliche Grund, warum wir nun ein solches Wiederaufleben der Tuberkulose in Ländern sehen, die vorher von HIV geplagt wurden," sagt Andries. "Die HIV-Epidemie hat die TB-Epidemie substantiell dramatisiert."

Allerdings, fügt Koen hinzu, muss noch ein ganzes Stück Arbeit geleistet werden, um das klinische Potential diese Wirkstoffs zu ermitteln. Da der Wirk­stoff in Phase I Studien mit gesunden, freiwilligen Patienten als sicher und gut verträglich erscheint, wird R207910 nun bei Patienten getestet, die an einer aktiven Lungentuberkulose erkrankt sind.

Die Studien wurde unterstützt durch Johnson & Johnson Pharmaceutical Research und Development und die Arbeit mit den Tieren in Paris wurde unterstützt durch jährliche Zuschüsse von der Association Francaise Raoul Follereau, INSERM und dem Ministere de l’Education Nationale et de la Recherche.

Seema Kumar | presseportal
Weitere Informationen:
http://jnjpharmarnd.com/

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