Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Torwächter der Zelle

27.05.2004


Für seine Arbeiten über die Qualitätskontrolle bei der Zellteilung erhält Dr. Ignacio Rubio von der Universität Jena ein Stipendium der Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung

Wenn Zellen sich teilen und vermehren, ist das ein haarfein abgestimmter Prozess. Und ein gefährlicher außerdem: Kommt es nur zu einem kleinen Fehler, kann sich die Zelle destabilisieren und schlimmstenfalls entarten. Dann wächst ein Tumor heran. Um dies zu vermeiden, kontrolliert eine Zelle vor ihrer Teilung auch den Zustand ihrer Umgebung, hat unter anderem Dr. lgnacio Rubio von der Universität Jena herausgefunden. Dafür bekommt der Biochemiker jetzt ein Graduierten-Stipendium der Nürnberger Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung.

Dutzende Gene bzw. Proteine sind an der Überwachung der Zellteilung beteiligt - "vor allem an den so genannten Checkpoints", wie Rubio sagt. Diese biochemischen Schranken sollen sichern, dass die Teilung nur unter optimalen Bedingungen erfolgt. Etliche dieser Schranken öffnen sich, nachdem die Lage im Inneren einer Zelle geprüft wurde. Wichtig ist beispielsweise, dass keine Schäden im Erbgut vorliegen oder dass die Zelle nicht von Viren befallen ist.

Doch "auch in der Umwelt muss alles stimmen", glaubt Rubio nach seinen langjährigen Forschungen. Ständig fließen demnach Informationen über die Einbindung der Zelle in ein gesundes Gewebe oder über die ausreichende Verfügbarkeit von Nährstoffen in die Zellteilungs-Kontrolle ein. Die Umwelt wirkt deshalb als ein Torwächter auf dem Weg zur Zellteilung.

Welche biochemischen Fühler eine Zelle nach außen streckt, um die Umwelt zu erkunden und wie sie die Botschaften nach innen aufnimmt - darüber tappen Wissenschaftler noch weitgehend im Dunkeln. Offenbar aber heften sich die Zellen an so genannte Matrixkomponenten in den Zellzwischenräumen an und "signalisieren so die Einbindung in ein gesundes Gewebe", betont der Preisträger. Daraufhin wird eine Kaskade biochemischer Reaktionen gestartet, bei der das Protein "Ras" eine zentrale Rolle spielt. In seiner mutierten Form ist Ras das häufigste "Onkogen" (Krebsgen), in seiner gesunden Form offenbar entscheidender Bestandteil im "Checkpoint Umwelt" einer Zelle. Mit dem Stipendium will Ignacio Rubio die molekularen Wege der Ras-Aktivierung erkunden und vor allem mit neuen Verfahren sichtbar machen. Rubio: "Damit werden wir letztlich auch viel über die Rolle von Ras bei der Tumorentstehung lernen."

Die Novartis-Stiftung für therapeutische Forschung in Nürnberg gehört zu den ältesten und größten Unternehmensstiftungen in Deutschland. Ihr Stiftungsvolumen umfasst jährlich etwa 650.000 Euro.

Die Novartis AG (NYSE: NVS) ist ein weltweit führendes Unternehmen in den Bereichen Pharma und Consumer Health. Im Jahr 2003 erzielte der Konzern einen Umsatz von USD 24,9 Milliarden und einen Reingewinn von USD 5,0 Milliarden. Der Konzern investierte rund USD 3,8 Milliarden in Forschung und Entwicklung. Novartis hat ihren Sitz in Basel (Schweiz). Die Novartis Konzerngesellschaften beschäftigen rund 78 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 140 Ländern.

| Novartis Pharma GmbH
Weitere Informationen:
http://www.novartispharma.de

Weitere Berichte zu: Zelle Zellteilung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen
20.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten
20.07.2018 | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics