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Die Tricks der dendritischen Zellen, das Immunsystem über eine HIV Infektion zu informieren

12.05.2004


Die sogenannten dendritischen Zellen spielen eine wesentliche Vermittlungsrolle bei der Immunantwort auf die von HIV infizierten Zellen. Sie informieren die T CD8 Lymphozyten über die Infektion und initiieren so eine komplexe Strategie für die spezifische Zerstörung der infizierten Zellen.

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Wie sie dies tun, war bisher nicht genau bekannt. Jetzt konnte ein Team der Immunologieabteilung des Cochin Instituts (CNRS, INSERM, Universität Paris 5) die Informationsmechanismen aufklären, die von den dendritischen Zellen benutzt werden.

Die T CD8 Lymphozyten sind die am besten identifizierten Akteure der Immunantwort auf HIV. Die dendritischen Zellen informieren sie über die Infizierung, indem sie vom HIV-Virus abgeleitete Antigene aufzeigen. Es erfolgt eine Vermehrung der Lymphozyten, die für das Virus spezifisch sind. Die so stimulierte Lymphozytenpopulation teilt sich in aktive Zellen auf, die gegen die infizierten Zellen kämpfen und in Gedächtniszellen, die sich ruhig verhalten, jedoch später im Falle einer erneuten Bedrohung aktiv werden. Die Vermittlung der dendritischen Zellen scheint hier deshalb sehr wichtig zu sein, wie auch bei der Immunantwort auf viele infektiöse Agenten oder bösartige Tumore. Aber im Falle von HIV blieb bisher rätselhaft, warum die dendritischen Zellen, welche Viruskomponenten der T CD8 Lymphozyten darstellen, nur selten selbst vom Virus infiziert werden.


Dieses Rätsel haben nun die Forscher des Cochin Instituts versucht aufzuklären. Sie konnten beweisen, dass die dendritischen Zellen in der Lage sind, zelluläre Proben zu benutzen, die Viruskomponenten enthalten, die von den T CD4 Lymphozyten stammen. Die T CD4 Lymphozyten sind das Hauptziel des HIV Virus. Denn die für HIV charakteristische Immunschwäche ist mit der allmählichen Zerstörung dieser vom Virus infizierten Lymphozytenpopulation verbunden. Genauer gesagt: die Infizierung mit dem Virus löst innerhalb der infizierten Zelle den programmierten Zelltod aus. Dieses Phänomen heißt Apoptose. Bisher war bereits bekannt, dass Fragmente dieser apoptotischen Zellen von den dendritischen Zellen aufgenommen werden können, um ein Warnsignal an die T CD8 Lymphozyten zu senden. Aber das Cochin Team konnte dieses Phänomen nun genau quantifizieren und beweisen, dass es die T CD8 Lymphozyten effizienter stimuliert, als das Auftreten des Virus allein.

Übrigens wurde ein ganz neuer Mechanismus für Probeentnahmen von dendritischen Zellen auf Kosten der lebendigen infizierten T CD4 Zellen aufgezeigt: es scheint so, als ob die dendritischen Zellen fähig seien, kleine Fragmente dieser Zellen zu internalisieren, ohne sie zu töten. Weitere Arbeiten werden zu zeigen haben, ob die Fragmentaufnahmemodalitäten der dendritischen Zellen auf Kosten der apoptotischen (sterbenden) oder lebendigen T CD4 Zellen dieselben Folgen für das Immunsystem haben, oder umgekehrt, ob eine Art von Aufnahme von Fragmenten eine Schutzreaktion auslöst und die andere Art eine Toleranz verursacht. In diesem letzten Fall könnte es eine Erklärung der wohlbekannten Verspätung sein, womit das Immunsystem der infizierten Patienten effizient auf HIV reagiert.

Kontakt:

Anne Hosmalin
Institut Cochin, 22, rue Méchain 75014 Paris
Email: hosmalin@cochin.inserm.fr
Tel.: +33 1 40 51 65 06
Fax: +33 1 40 51 65 35

Anne Hosmalin | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.cochin.inserm.fr

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