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Vögel singen gegen Großstadtlärm an. Nachtigalle zwitschern werktags lauter als am Wochenende

22.04.2004


Lärm beeinträchtigt nicht nur Menschen in der Großstadt, sondern kann auch Auswirkungen auf das Verhalten von wilden Tieren haben. Der Verhaltensbiologe Henrik Brumm von der Freien Universität Berlin hat untersucht, wie Singvögel mit dem teilweise immensen Verkehrslärm in der Stadt zurecht kommen und hat dazu den morgendlichen Gesang von männlichen Nachtigallen in Berlin analysiert. Dabei stellte sich heraus, dass die Tiere versuchen, sich im Großstadtlärm Gehör zu verschaffen, indem sie ihren Gesang deutlich lauter vortragen und damit gegen die Geräuschkulisse um sie herum ansingen.



Die Tiere sangen um so lauter je intensiver der Umweltlärm in ihren Territorien war. Vögel, die in der Nähe von stark befahrenen Straßen oder Eisenbahntrassen siedelten, sangen bis zu 14 Dezibel lauter als Tiere in Gebieten, die weniger stark von Lärm beeinträchtigt waren. Dieser Unterschied entspricht einem mehr als fünffachen Anstieg im Schalldruck des Vogelgesangs. Allerdings sind auch den Gesangsfähigkeiten der Nachtigallen Grenzen gesetzt - wird der Lärm zu laut, können die Tiere ihn nicht mehr durch intensiveres Singen kompensieren.

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Da die Vögel mit ihrem Gesang Weibchen anlocken und gleichzeitig ihr Territorium gegen männliche Rivalen verteidigen, müssen sie den Beeinträchtigungen durch Lärm entgegenwirken, wenn sie eine Partnerin auf sich aufmerksam machen oder andere Männchen vertreiben wollen. Wie Henrik Brumm in der neuesten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Journal of Animal Ecology" berichtet, haben sich die Tiere erstaunlich gut daran angepasst, dass der Lärmpegel in der Umwelt großen Schwankungen unterliegen kann. Wenn der Lärm auf den Straßen Samstag- und Sonntagmorgens wegen des fehlenden Berufsverkehrs nachlässt, singen auch die Vögel in der Nähe dieser Straßen wieder deutlich leiser.

Literatur:
Henrik Brumm (2004): "The impact of environmental noise on song amplitude in a territorial bird", in Journal of Animal Ecology 73: 434-440.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Dr. Henrik Brumm, Institut für Biologie der Freien Universität Berlin, Tel.: 030 / 838-53875, Fax.: 030 / 838-55581, E-Mail: brumm@zedat.fu-berlin.de

Ilka Seer | idw

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