Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Inulin aus der Zuckerrübe - mit Gentechnik zum Industrierohstoff

17.04.2001


... mehr zu:
»Bakterien »Enzym »FNR »Fructane »Inulin »Rohstoff
Inuline bergen ein beachtliches Potential für technische Anwendungen. In der gewünschten Qualität kommen sie in der Natur aber nur selten vor. Im Rahmen eines Vorhabens der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR)
soll zunächst Bakterien und später Zuckerrüben beigebracht werden, den begehrten Rohstoff in größeren Mengen aufzubauen.

Inuline bergen ein beachtliches Potential für technische Anwendungen. In der gewünschten Qualität kommen sie in der Natur aber nur selten vor. Im Rahmen eines Vorhabens der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) soll zunächst Bakterien und später Zuckerrüben beigebracht werden, den begehrten Rohstoff in größeren Mengen aufzubauen.
Während natürliche Fructane beispielsweise aus der Zichorie in Lebensmitteln zahlreiche Anwendung finden, sind sie als nachwachsender Rohstoff bislang kaum von Bedeutung. Denn die Industrie braucht nicht nur hochmolekulare Polyfructane, sie müssen außerdem eine lineare Struktur haben. In der Natur kommen sie aber nur verzweigt vor, es gibt bislang keine Organismen, die sie auch linear aufbauen. Gerade mit dieser Eigenschaft sind die Fructane aber für technische Anwendungen interessant.
Dort wo die Natur an ihre Grenzen stößt, hilft die FNR jetzt nach. Im Rahmen eines von ihr geförderten Vorhabens versuchen Mitarbeiter des Instituts für Industrielle Genetik der Universität Stuttgart der Natur beizubringen, was sie nicht von selbst vermag. Ansatzpunkte dafür bieten vor allem die Pilze, die mit Hilfe eines Fructosyltransferase (Ftf) genannten Enzyms bereits höhermolekulare Fructane vom Inulintyp produzieren. Da Ftf bereits aus vorausgehenden Forschungsarbeiten gut bekannt ist, stehen die Chancen gut, das Enzym erfolgreich genetisch zu beeinflussen. Ziel des Projekts ist es nun, das für den Fructanaufbau verantwortliche Gen gezielt dahingehend zu verändern, dass das Enzym nicht mehr verzweigte, sondern lineare Polyfructane hervorbringt. Beim Einsatz in Bakterien soll sich zeigen, ob der Ansatz Erfolg hatte. Gelingt es, mit dem gentechnisch bearbeiteten Enzym dort die gewünschten Inuline aufzubauen, sind die Voraussetzungen für den eigentlichen Schritt geschaffen.
Denn dann sollen die modifizierten Gene auf Zuckerrüben übertragen werden und dort die Inulinproduktion in größerem Maßstab ankurbeln. Steht es erst in größeren Mengen zur Verfügung, hat Inulin gute Chancen, zum begehrten Additiv für die Kunststoff- und Papierproduktion zu werden.


Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
E-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de

Dr. Torsten Gabriel | idw

Weitere Berichte zu: Bakterien Enzym FNR Fructane Inulin Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen
17.08.2018 | Leibniz Universität Hannover

nachricht Forschende entschlüsseln das Alter feiner Baumwurzeln
17.08.2018 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Im Focus: Magnetische Antiteilchen eröffnen neue Horizonte für die Informationstechnologie

Computersimulationen zeigen neues Verhalten von Antiskyrmionen bei zunehmenden elektrischen Strömen

Skyrmionen sind magnetische Nanopartikel, die als vielversprechende Kandidaten für neue Technologien zur Datenspeicherung und Informationsverarbeitung gelten....

Im Focus: Unraveling the nature of 'whistlers' from space in the lab

A new study sheds light on how ultralow frequency radio waves and plasmas interact

Scientists at the University of California, Los Angeles present new research on a curious cosmic phenomenon known as "whistlers" -- very low frequency packets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Oktober 2018

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bionik im Leichtbau

17.08.2018 | Verfahrenstechnologie

Klimafolgenforschung in Hannover: Kleine Pflanzen gegen große Wellen

17.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

HAWK-Ingenieurinnen und -Ingenieure entwickeln die leichteste 9to-LKW-Achse ihrer Art

17.08.2018 | Messenachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics