Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Da ist der Lack noch lange nicht ab!

20.03.2001


Querschnitt durch Nadelholz mit einem

transparenten Anstrich im Polarisationsmikroskop. UV-absorbierende

Substanzen im Lack erhöhen deutlich die Lebensdauer von

Fensterrahmen aus Holz. ©Fraunhofer


... mehr zu:
»Holzforschung »Lack
Seit dem Skandal um Holzschutzmittel vor zwanzig Jahren verliert Holz im Fensterbau Marktanteile an andere Materialien. Zudem gilt der ästhetische und ökologisch sinnvolle Werkstoff Holz als nicht langlebig
genug. Doch moderne transparente Lacke schützen Holz wirksam vor Wettereinflüssen. Die Fraunhofer-Allianz für Innovative Fassadenbeschichtungen »Innofass« präsentiert ihre Neuentwicklungen vom 2. bis 5. April auf der European Coatings Show in Nürnberg.

Fensterrahmen aus Holz sind schön anzusehen, bedürfen aber regelmäßiger Pflege. Deshalb werden sie zunehmend von Kunststoff- und Aluminiumrahmen vom Markt verdrängt. »Zu Unrecht«, meint Dr. Stefan Friebel vom Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI. »Mit modernen Lacken ist der altbewährte Baustoff konkurrenzfähig. Und in der Ökobilanz steht Holz sowieso deutlich besser da als die anderen Werkstoffe.«

Möglichst wirksam und lange müssen Lacke das Holz vor Sonne und Regen schützen - und das bei wechselnden Temperaturen. Deckend pigmentierte Lacke erfüllen diese Forderung nur zwei bis fünf Jahre. Außerdem ist der Reiz des Holzes, die Maserung, verdeckt. Transparente Lacke für Außenanstriche werden noch gar nicht auf dem Markt angeboten, denn sie weisen einen entscheidenden Nachteil auf: Die Sonnenstrahlen durchdringen den Lack. Friebel erklärt, was dann auf Dauer passiert: »Die ultraviolette Strahlung setzt dem Holz besonders zu, ähnlich wie der menschlichen Haut. Sie spaltet den Holzbestandteil Lignin und er wird wasserlöslich. Dringt Regenwasser ein, so kann er ausgewaschen werden. Der Lack haftet nicht mehr am Untergrund, löst sich schließlich vom Holz ab und ein neuer Schutzanstrich wird fällig.«

Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP hat das WKI neue transparente Holzlacke entwickelt, die dem Wetter wirksam trotzen. Um den Abbau von Lignin zu verhindern, enthalten diese Lacke farblose oder schwach gelbliche Substanzen, die - wie in Sonnencreme - die UV-Strahlung wirksam absorbieren oder reflektieren. Neu ist der erweiterte UV-Schutz bis zu einer Wellenlänge von 440 Nanometern.

Darüber hinaus leisten die Lacke vieles mehr: Durch den Einfluss von Feuchtigkeit schrumpft oder quillt das Holz. Um sich diesen natürlichen Gegebenheiten anzupassen, muss der Lack dauerhaft elastisch und zugleich zäh sein. Prasseln Hagelkörner an das Fenster, darf die Schicht nicht reißen. Wie sie diesen Belastungen glänzend widersteht, erläutert Dr. Friebel: »Wir haben die verschiedensten Lacke in unserer Bewitterungsanlage getestet. In dieser Klimakammer werden Regen und Sonne in Zeitraffer simuliert. Danach wird beurteilt, wie gut der Lack das Holz schützen konnte. Unser Ziel ist es, die Haltbarkeit auf mindestens acht bis zehn Jahre zu verlängern.« Der Fensterhersteller kann sie überdies mit UV-Strahlung härten - für ihn ein einfaches und schnelles Verfahren.

Ansprechpartner:
Dr. Stefan Friebel
Telefon: 05 31/21 55-3 29, Fax: 05 31/35 15 87, friebel@wki.fhg.de

Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI
Bienroder Weg 54 E
38108 Braunschweig

Die beiden Institute WKI und IAP bilden mit den Fraunhofer-Instituten für Silicatforschung ISC und für Solare Energiesysteme ISE die Fraunhofer-Allianz für Innovative Fassadenbeschichtungen. Eine Neuheit, die ebenfalls auf der Messe »European Coatings Show« in Nürnberg präsentiert wird: Fassadenfarben, deren Pigmente bis zu siebzig Prozent der Wärmestrahlung in das Gebäude zurückreflektieren. Damit lassen sich Heizkosten um bis zu zehn Prozent senken. Lesen Sie dazu den Beitrag »Trocken und rein, so kann die Fassade sein« auf unserer Startseite. Die Produktberichte aller beteiligten Fraunhofer-Institute finden Sie in der Datenbank »press only« der NürnbergMesse.

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw

Weitere Berichte zu: Holzforschung Lack

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neues aus der Schaltzentrale
18.07.2018 | Karl-Franzens-Universität Graz

nachricht Chemische Waffe durch laterale Gen-Übertragung schützt Wollkäfer gegen schädliche Pilze
18.07.2018 | Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

Interdisziplinäre Konferenz: Diabetesforscher und Bioingenieure diskutieren Forschungskonzepte

13.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vernetzte Beleuchtung: Weg mit dem blinden Fleck

18.07.2018 | Energie und Elektrotechnik

BIAS erhält Bremens größten 3D-Drucker für metallische Luffahrtkomponenten

18.07.2018 | Verfahrenstechnologie

Verminderte Hirnleistung bei schwachem Herz

18.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics