Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keuchhustenerreger entschlüsselt

11.08.2003


Bordetella pertussis tötet jährlich Hunderttausende


Das gesamte Genom des gefährlichen Bakteriums Bordetella pertussis ist von einem internationalenForscherteam entschlüsselt worden. Damit sollen jährlich hunderttausende Menschenleben gerettet werden, berichtet BBC-Online. Bordetella pertussis ist der bakterielle Erreger des Keuchhustens. Jährlich erkranken nach Angaben der WHO zwischen 20 und 40 Mio. Menschen daran, 200.000 bis 400.000 sterben. Mit der Genomsequenzierung sollen neue, wirksamere Medikamente und Impfungen gegen die Krankheit entwickelt werden.

Forscher der University of Cambridge haben gemeinsam mit Foqrschungseinrichtungen in den USA und in Deutschland die 3.800 Gene des Bakteriums entschlüsselt. Bei ihren Untersuchungen wurden auch noch die beiden Verwandten Mikroben, B. parpapertussis und B. bronchiseptica, genetisch untersucht. Auch diese beiden sind Krankheitserreger. B. parpapertussis verursacht beim Menschen Husten, während B. bronchiseptica Atemwegsinfektionen bei Tieren hervorruft. Heute, Montag wurde das komplette Genom der Erreger im Wissenschaftsmagazin Nature Genetics veröffentlicht. Teilweise waren Sequenzen bereits vorher publiziert worden. Das Forscherteam hat insgesamt vier Jahre mit der Genomsequenzierung gebraucht. Nach Angaben des Forschungsleiters Duncan Mankell von der University habe die Arbeit wesentlich länger gedauert als ursprünglich angenommen. Der Forscher will neue Medikamente gegen den Keuchhusten entwickeln, die besser wirken. Derzeit werden vier von fünf Kindern mit einem DTP-Vakzin geimpft. Die Immunität kann aber im Erwachsenenalter wieder verschwinden.


Die Stäbchenbakterien von Bordetella Pertussis sind besonders klein und unbeweglich und siedeln auf der Schleimhaut des Atmungstraktes. Auf der Oberfläche der Bakterien befinden sich besondere Strukturen, so genannte Pili (Haare). Mit ihrer Hilfe heften sich die Bakterien an der Schleimhaut fest. Sie produzieren das hitzelabile Pertussistoxin (PT), welches vermutlich die spezifischen Krankheitssymptome verursacht.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.nature.com/ng

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen
20.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten
20.07.2018 | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics