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Klonschaf-Dolly-Forscher will Lizenz zum Klonen

26.11.2002


Menschliche Embryonen für Forschungszwecke - HFEA entscheidet 2003.



Ian Wilmut, maßgeblich für die Züchtung des Klon-Schafes Dolly verantwortlich, sorgt weiterhin für Diskussionen. Wilmut hat um eine Lizenz angesucht, um mit der Klon-Technik menschliche Embryonen herzustellen. Der Forscher am schottischen Roslin Institute will keine Babys klonen, sondern einen Beitrag für die Forschung im Kampf gegen degenerative Erkrankungen wie Parkinson leisten, berichtet die BBC. Der britische Independent schreibt von Experimenten, die den Weg zum menschlichen Klonen ebnen.

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Das Ansuchen Wilmuts richtet sich an die Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA). Die HFEA ist jene Institution, durch deren Hände jegliche Forschung an Embryonen geht und die auch Lizenzen erteilt. In Wilmuts Fall bezieht das Ansuchen eine Technik ein, bei der eine Eizelle im Labor stimuliert wird. Die Eizelle startet eigenständig einen Teilungsprozess. Das Ergebnis sind geklonte Embryonen, die sich ohne das Zutun von Spermien entwickeln. Die Methode wird auch als Parthenogenese ("Jungfern-Zeugung") bezeichnet. Ähnliche Experimente wurden bereits mit Eizellen von Tieren wie z.B. Affen vom US-Biotech-Unternehmen Advanced Cell Technology durchgeführt. Demzufolge begrüßt das Biotech-Unternehmen Wilmuts Ambitionen.

Die durch die Parthenogenese aktivierten Eizellen werden aber nicht implantiert, was im Endeffekt zu Menschen-Klonen führen würde. In Großbritannien ist dies gesetzlich verboten. Ziel ist es laut Forschern, menschliche Embryonen im Reagenzglas einige Tage lang reifen zu lassen, um dann Stammzellen für Studienzwecke zu entnehmen. Die HFEA wird vermutlich bis zum Frühjahr 2003 ihre Entscheidung fällen.

Die Schaffung menschlicher Embryonen mit Parthenogenese wird vermutlich zu ethischen Diskussionen führen. Es bleibt die Frage, ob die auf diesem Weg entwickelten Embryonen unter den so genannten Human Embryology Act 1990 fallen. Darin werden Embryonen als von durch Spermien befruchtete Eizellen betrachtet.

Sandra Standhartinger | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.independent.com

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