Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erste Ergebnisse aus Tiefsee-Expedition

17.08.2000


Aasfressender Tiefsee-Flohkrebs


Tiefseeschlitten made at RUB


Über 100 neue Tierarten entdeckt - für solch ein Forschungsergebnis tauschten Prof. Dr. J. Wolfgang Wägele (Lehrstuhl für Spezielle Zoologie, Fakultät für Biologie der RUB) und sein Mitarbeiter Dipl.-Biol. Nils
Brenke gern ihren Arbeitsplatz gegen einen vierwöchigen Aufenthalt auf dem Forschungsschiff "Meteor" im Südatlantik. Beide Wissenschaftler gehören zum Team der historischen Expedition "DIVA 1", die in bislang unerforschten Gebieten des Angolabeckens die Artenvielfalt der Tiefsee untersuchte. In etwa 5.000 Metern Tiefe fanden die Wissenschaftler völlig unbekannte Kleinkrebse, Muscheln, und Schwämme.

Bochum, 17.08.2000

Unbekannte Winzlinge entdeckt
Überraschende Artenvielfalt in der Meereswüste
RUB-Biologen auf historischer Tiefsee-Expedition

Über 100 neue Tierarten entdeckt - für solch ein Forschungsergebnis tauschten Prof. Dr. J. Wolfgang Wägele (Lehrstuhl für Spezielle Zoologie, Fakultät für Biologie der RUB) und sein Mitarbeiter Dipl.-Biol. Nils Brenke gern ihren Arbeitsplatz gegen einen vierwöchigen Aufenthalt auf dem Forschungsschiff "Meteor" im Südatlantik. Beide Wissenschaftler gehören zum Team der historischen Expedition "DIVA 1", die in bislang unerforschten Gebieten des Angolabeckens die Artenvielfalt der Tiefsee untersuchte. In etwa 5.000 Metern Tiefe fanden die Wissenschaftler völlig unbekannte Kleinkrebse, Muscheln, und Schwämme.

Reichlich Bilder im Netz

Während der Expedition sind zahlreiche Fotos entstanden, von der Arbeit an Bord wie auch mikroskopische Aufnahmen gefundener Arten. 33 Abbildungen liegen digitalisiert vor. Auf Wunsch schicken wir Ihnen einzelne Fotos per eMail. Sie finden das Bildmaterial auch zum Herunterladen im Netz unter
http://www.ruhr-uni-bochum.de/pressestelle/aktuell/expedition/

Überraschung für das "DIVA"-Team

Überraschendes bot jeder Fang - z. B. schwarze Fische mit Teleskopaugen und Leuchtorganen, rote Tiefseegarnelen und mikroskopisch kleine Lebewesen mit filigranen Silikatskeletten erstaunten die Wissenschaftler. Über Lebensräume und Artenvorkommen können die Forscher lediglich vorläufige Aussagen treffen, die genauen Auswertungen dauern noch einige Jahre. Schließlich betrat das Team absolutes Neuland: einen scheinbar abgeschlossenen Lebensraum, weitgehend unberührt von der Tier- und Pflanzenwelt der afrikanischen Küste. Alle gefundenen Arten, so denken die Forscher, stammen von anderen Tiefseearten ab.

Die Tiefsee: eine Wüste des Meeres

Das untersuchte Gebiet macht die besondere Bedeutung der Expedition aus - bislang erforschten Biologen nur küstennahe Meeresgebiete. Beinahe 1.000 km vor der westafrikanische Küste, im Angolabecken, befuhr die "Meteor" eine Strecke von etwa 700 km. Die Besonderheit: Von küstennahen Orten unterscheidet sich dieses Einsatzgebiet durch den Nährstoffmangel. In dieser Meereswüste sind Gruselmärchen vom "Monster aus der Tiefe" biologisch völlig unhaltbar. Beinahe steril ist der schneeweiße Boden 5.000 Meter unter der Wasseroberfläche. In dem kristallklaren Wasser findet sich so wenig Nahrung, dass es nur wenig größere Tiere gibt. Über eine Strecke von 10 Kilometern zogen die Bodennetze des Schiffes oft nur einen Eimer voll größerer Tiere an Bord. Die meisten vorhandenen Arten sind winzig klein und wachsen sehr langsam.

Ausrüstung made at RUB

"DIVA 1" arbeitete mit einem Tiefseeschlitten, der eigens an der RUB von Dipl.-Biol. Nils Brenke weiterentwickelt wurde. Der Schlitten ist stabiler als das Vorgängermodell und hält auch große mechanische Belastungen aus. Die Netze können bis zu 0,3 mm große Organismen fangen.

Sinn und Zweck von "DIVA 1"

Obwohl die Tiefsee des Meeres mit 53 Prozent der Erdoberfläche den größten Lebensraum unseres Planeten stellt, sind die Kenntnisse über die Tierwelt unter Wasser sehr gering. Die Expedition "DIVA 1" war die Erste in einer Reihe geplanter Forschungsfahrten, die hier Abhilfe schaffen sollen - die Wissenschaftler erfassen systematisch die auftretenden Arten in der Tiefsee und beschreiben unbekannte Spezies. Bisher sind weltweit etwa 1,8 Mio. Arten bekannt, zehn Prozent davon leben im Meer. Bei Schätzungen, die von mindestens zehn Millionen neuen Tierarten in der Tiefsee ausgehen, liegt noch eine Menge Arbeit vor den Forschern: "DIVA 1" war nur der Anfang.

Weitere Informationen

Prof. Dr. J. Wolfgang Wägele, Lehrstuhl für Spezielle Zoologie, Fakultät für Biologie der Ruhr-Universität Bochum, Tel.: 0234/32-24998, Fax: 0234/32-14114, eMail: johann.w.waegele@ruhr-uni-bochum.de
Dipl.-Biol. Nils Brenke, Lehrstuhl für Spezielle Zoologie, Tel.: 0234/32-
25577,eMail: nils.brenke@ruhr-uni-bochum.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Dr. Josef König |

Weitere Berichte zu: Artenvielfalt Biologie Expedition Tiefsee Tierart

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen
21.02.2019 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung
21.02.2019 | Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

Mit additiven Verfahren wie dem 3D-Druck lässt sich nahezu jede beliebige Struktur umsetzen – sogar im Nanobereich. Diese können, je nach verwendeter „Tinte“, die unterschiedlichsten Funktionen erfüllen: von hybriden optischen Chips bis zu Biogerüsten für Zellgewebe. Im gemeinsamen Exzellenzcluster „3D Matter Made to Order” wollen Forscherinnen und Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der Universität Heidelberg die dreidimensionale additive Fertigung auf die nächste Stufe heben: Ziel ist die Entwicklung neuer Technologien, die einen flexiblen, digitalen Druck ermöglichen, der mit Tischgeräten Strukturen von der molekularen bis zur makroskopischen Ebene umsetzen kann.

„Der 3D-Druck bietet gerade im Mikro- und Nanobereich enorme Möglichkeiten. Die Herausforderungen, um diese zu erschließen, sind jedoch ebenso gewaltig“, sagt...

Im Focus: Diamanten, die besten Freunde der Quantenwissenschaft - Quantenzustand in Diamanten gemessen

Mithilfe von Kunstdiamanten gelang einem internationalen Forscherteam ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Hightech-Anwendung von Quantentechnologie: Erstmals konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen den Quantenzustand eines einzelnen Qubits in Diamanten elektrisch zu messen. Ein Qubit gilt als die Grundeinheit der Quanteninformation. Die Ergebnisse der Studie, die von der Universität Ulm koordiniert wurde, erschienen jüngst in der renommierten Fachzeitschrift Science.

Die Quantentechnologie gilt als die Technologie der Zukunft. Die wesentlichen Bausteine für Quantengeräte sind Qubits, die viel mehr Informationen verarbeiten...

Im Focus: Wasser ist homogener als gedacht

Um die bekannten Anomalien in Wasser zu erklären, gehen manche Forscher davon aus, dass Wasser auch bei Umgebungsbedingungen aus einer Mischung von zwei Phasen besteht. Neue röntgenspektroskopische Analysen an BESSY II, der ESRF und der Swiss Light Source zeigen jedoch, dass dies nicht der Fall ist. Bei Raumtemperatur und normalem Druck bilden die Wassermoleküle ein fluktuierendes Netz mit durchschnittlich je 1,74 ± 2.1% Donator- und Akzeptor-Wasserstoffbrückenbindungen pro Molekül, die eine tetrahedrische Koordination zwischen nächsten Nachbarn ermöglichen.

Wasser ist das „Element“ des Lebens, die meisten biologischen Prozesse sind auf Wasser angewiesen. Dennoch gibt Wasser noch immer Rätsel auf. So dehnt es sich...

Im Focus: Licht von der Rolle – hybride OLED ermöglicht innovative funktionale Lichtoberflächen

Bislang wurden OLEDS ausschließlich als neue Beleuchtungstechnologie für den Einsatz in Leuchten und Lampen verwendet. Dabei bietet die organische Technologie viel mehr: Als Lichtoberfläche, die sich mit den unterschiedlichsten Materialien kombinieren lässt, kann sie Funktionalität und Design unzähliger Produkte verändern und revolutionieren. Beispielhaft für die vielen Anwendungsmöglichkeiten präsentiert das Fraunhofer FEP gemeinsam mit der EMDE development of light GmbH im Rahmen des EU-Projektes PI-SCALE auf der Münchner LOPEC (19. bis 21. März 2019), erstmals in Textildesign integrierte hybride OLEDs.

Als Anbieter von Forschungs- und Entwicklungsdienstleistungen auf dem Gebiet der organischen Elektronik setzt sich das Fraunhofer FEP schon lange mit der...

Im Focus: Light from a roll – hybrid OLED creates innovative and functional luminous surfaces

Up to now, OLEDs have been used exclusively as a novel lighting technology for use in luminaires and lamps. However, flexible organic technology can offer much more: as an active lighting surface, it can be combined with a wide variety of materials, not just to modify but to revolutionize the functionality and design of countless existing products. To exemplify this, the Fraunhofer FEP together with the company EMDE development of light GmbH will be presenting hybrid flexible OLEDs integrated into textile designs within the EU-funded project PI-SCALE for the first time at LOPEC (March 19-21, 2019 in Munich, Germany) as examples of some of the many possible applications.

The Fraunhofer FEP, a provider of research and development services in the field of organic electronics, has long been involved in the development of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Unendliche Weiten: Geophysiker nehmen den Weltraum ins Visier

21.02.2019 | Veranstaltungen

Tagung rund um zuverlässige Verbindungen

20.02.2019 | Veranstaltungen

LastMileLogistics Conference in Frankfurt befasst sich mit Lieferkonzepten für Ballungsräume

19.02.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Materialdesign in 3D: vom Molekül bis zur Makrostruktur

21.02.2019 | Verfahrenstechnologie

Neue Mechanismen der Regulation von Nervenstammzellen

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Fledermäusen auf der Spur: Miniatur-Sensoren entschlüsseln Mutter-Kind-Beziehung

21.02.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics