Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Antikörper für alle Proteine des Menschen!

29.08.2002


HUPO unterstützt ein von der DGPF initiiertes Großprojekt in der Proteomforschung


Die Deutsche Gesellschaft für Proteomforschung (DGPF) plant - unterstützt von HUPO (Human Proteomics Organisation) - ein internationales Großprojekt zur Herstellung von Antikörpern für alle Proteine des menschlichen Organismus. Die DGPF wird die Aktivitäten zu diesem Vorhaben in Europa vorantreiben. Die Antikörper sollen in einer gemeinsamen Arbeit von Forschungseinrichtungen in mehreren europäischen Ländern produziert und in einer Antikörperbank verfügbar gemacht werden. Der Finanzaufwand für das Projekt - etwa 80 Millionen Euro - soll jeweils zur Hälfte aus Mitteln der Öffentlichen Hand (z. B. durch einen Antrag auf Förderung innerhalb des 6. EU-Rahmenprogramms) und aus Beiträgen der europäischen pharmazeutischen Industrie getragen werden.

Die Industriesponsoren erhalten freien Zugriff auf die Antikörperbank. Antikörper sind von speziellen Zellen des Immunsystems gebildete Proteine, die ins Blut abgegeben werden. Sie binden eingedrungene Fremdkörper, wie zum Beispiel Bakterien und Viren, die dann durch das Immunsystem eliminiert werden können. Für die Entwicklung neuer Diagnosetests und Pharmawirkstoffe sind Antikörper ein wichtiger Baustein, ihre umfassende Verfügbarkeit wird die Forschung in vielen Bereichen erleichtern und beschleunigen.


Die Human Proteomics Organisation wurde in Anlehnung an HUGO, die Human Genome Organisation, vor etwa einem Jahr gegründet. Sie vereinigt Vertreter aus Industrie, Hochschule und Regierungen mit dem Ziel umfassender Proteomfoschung. Beim letzten HUPO-Meeting in Bethesda, USA, wurde eine Reihe von Projektplänen beschlossen: Neben der Antikörperinitiative steht die Identifikation seltener Proteine in menschlichem Blut auf dem HUPO-Wunschzettel, außerdem der Aufbau von Zell-Simulationsmodellen, die Verstärkung der Bioinformatik und die Entwicklung neuer Techniken zur Identifizierung von Proteinen und ihrer Wechselwirkungen.

Die Deutsche Gesellschaft für Proteomforschung e. V. (DGPF) wurde im November 2001 in Martinsried bei München gegründet. Die DGPF versteht sich als Plattform, um die in Deutschland an verschiedenen Standorten und im Rahmen unterschiedlicher Programme angelaufenen Proteomik-Aktivitäten unter einem Dach zusammenzuführen. Darüber hinaus soll sie die Proteomforschung durch national und international abgestimmte Initiativen voranbringen. Durch eine übergreifende Koordination soll eine Bündelung und optimale Nutzung der nationalen Forschungskapazitäten herbeigeführt werden, um im weltweiten Wettbewerb an führender Stelle bestehen zu können.

Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Proteomforschung e. V.
Dr. Christian Kleinhammer
Tel: 089 / 18 97 90 07
C.Kleinhammer@dgpf.org

Dr. Christian Kleinhammer | Newsletter

Weitere Berichte zu: Antikörper Antikörperbank DGPF Human Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Aus-Schalter für Nebenwirkungen
22.06.2018 | Max-Planck-Institut für Biochemie

nachricht Ein Fall von „Kiss and Tell“: Chromosomales Kissing wird fassbarer
22.06.2018 | Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics