Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschung in der dritten Dimension

28.07.2008
Würzburger Wissenschaftler liefern besseres Verständnis der Proteinregulation

Grundlegende Einsichten in das wichtigste körpereigene Regulationssystem von Proteinen gewähren die Wissenschaftler der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Hermann Schindelin vom Rudolf-Virchow-Zentrum / DFG-Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin in Würzburg jetzt mit der ersten dreidimensionalen Struktur des Aktivierungsschritts des Ubiquitin-abhängigen Signalwegs.

Mit den neuen Erkenntnissen liefern die Wissenschaftler ein besseres Verständnis der Proteinregulation und einer Vielzahl von Erkrankungen. Ihre Forschungsarbeit veröffentlichen sie am 25. Juli 2008 in der nächsten Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift "Cell".

Das Ubiquitin-abhängige Regulationssystem steuert die Funktion von Proteinen und sorgt dafür, dass überflüssige oder fehlerhafte Proteine im Schredder der Zelle, dem Proteasom, abgebaut werden. Dabei übertragen Enzyme in mehreren Schritten das kleine Protein Ubiquitin auf andere Proteine und markieren sie so wie mit einem Etikett. Im ersten Schritt bildet sich dafür ein Komplex aus Ubiquitin und dem ersten Enzym. Fehler im Signalweg unterbinden diesen Vorgang und führen zu Krankheiten wie Entwicklungsstörungen, Autoimmunerkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen oder Krebs.

... mehr zu:
»Protein »Signalweg

Forscher um Hermann Schindelin konnten jetzt die genaue dreidimensionale Struktur des initialen Schrittes definieren. Das ist besonders wichtig, um mit Medikamenten gegen die Erkrankungen anzugehen. Ist die Struktur bekannt, so beginnt die Suche nach dem Wirkstoff am Computer mit der genauen Analyse. "Für das grundlegende Verständnis, wie Proteine geregelt werden, ist dies ein großer Schritt", so Hermann Schindelin, "dazu, und für die Erforschung von Krankheiten möchten wir weitere Schritte des komplexen Signalwegs in ihrer dreidimensionalen Molekülstruktur aufklären."

Die neuen Daten liefern Forschern einen neuen Ansatzpunkt für die Bekämpfung des Plasmozytoms - Einer bösartigen Krebsart, bei der sich Immunzellen im Knochenmark ungehindert vermehren und Schmerzen, spontane Knochenbrüche oder Blutarmut verursachen. Bisher können Plasmozytome mit Medikamenten behandelt werden, die den letzten Schritt des Signalwegs, das Proteasom, hemmen. Jetzt können Forscher ganz vorne im Signalweg bei der Suche nach Medikamenten gegen Plasmozytome ansetzen - Wie Designer können sie neue Medikamente entwerfen, die genau zu der Proteinstruktur des ersten Schrittes passen. Im Labor testen sie die potentiellen Wirkstoffe dann auf ihre Wirksamkeit.

Sonja Jülich | idw
Weitere Informationen:
http://www.rudolf-virchow-zentrum.de

Weitere Berichte zu: Protein Signalweg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen
20.07.2018 | Universitätsklinikum Heidelberg

nachricht Erwiesen: Mücken können tropisches Chikungunya-Virus auch bei niedrigen Temperaturen verbreiten
20.07.2018 | Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Future electronic components to be printed like newspapers

A new manufacturing technique uses a process similar to newspaper printing to form smoother and more flexible metals for making ultrafast electronic devices.

The low-cost process, developed by Purdue University researchers, combines tools already used in industry for manufacturing metals on a large scale, but uses...

Im Focus: Rostocker Forscher entwickeln autonom fahrende Kräne

Industriepartner kommen aus sechs Ländern

Autonom fahrende, intelligente Kräne und Hebezeuge – dieser Ingenieurs-Traum könnte in den nächsten drei Jahren zur Wirklichkeit werden. Forscher aus dem...

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neue Anwendungen für Mikrolaser in der Quanten-Nanophotonik

20.07.2018 | Physik Astronomie

Need for speed: Warum Malaria-Parasiten schneller sind als die menschlichen Abwehrzellen

20.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Die Gene sind nicht schuld

20.07.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics