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Genetische Verbindung zur Angst entdeckt

22.07.2002

Angststörungen können zum Teil ein ererbtes Problem sein, das in Verbindung zu einem spezifischen Gen steht. Darauf deuten Ergebnisse von Forschern des National Institute of Mental Health in Bethesda, Maryland, hin.

Wie die Wissenschaftler um Dr. Daniel R. Weinberger entdeckten, sind Menschen mit einer bestimmten Variante des Gens SLC6A4 anfälliger für Angststörungen. Das berichten sie in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Science“. Schätzungen zufolge ist einer von zehn Menschen von Angststörungen betroffen.

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Allerdings waren die Unterschiede zwischen Studienteilnehmern mit unterschiedlichen Genen relativ klein. Unwahrscheinlich sei auch, dass ein einziges Gen darüber entscheide, ob ein Mensch ängstlich ist oder nicht, meinen die Forscher. Wahrscheinlich ist das Gen nur ein Faktor unter vielen.

Doch wofür ist das SLC6A4-Gen zuständig? Es spielt beim Transport des Nerven-Botenstoffes Serotonin im Gehirn eine zentrale Rolle. So vererbt jeder Elternteil seinem Nachwuchs entweder eine kurze oder eine lange Version dieses Gens. Doch die kurze Version des Genprodukts transportiert das Serotonin weniger effizient. Menschen, die eine oder zwei kurze Versionen haben, sind übermäßig ängstlich – was die Wissenschaftler anhand von Tests herausfanden. Sie zeigten den Studienteilnehmern Bilder von Gesichtern mit wütender oder ängstlicher Mimik. Währenddessen zeichneten sie in einem Teil des Gehirns namens Amygdala (Mandelkern), der eine Rolle bei der Kontrolle von Emotionen spielt, die Aktivität auf. Diese Aktivität war erhöht, wenn die Menschen mindestens eine kurze Form des Gens aufwiesen.

Wohl die meisten Menschen haben die Erfahrung gemacht, dass ein Baby schon mit einem eigenen Temperament auf die Welt kommt. Das vorliegende Ergebnis kann eine biochemische Erklärung für einen kleinen Teilaspekt dieses angeborenen Temperaments liefern. Ob allerdings diese Entdeckung einmal in praktischen Nutzen münden wird, bleibt fraglich.

Science (2002) Vol. 297, No. 5580, p. 400

Dr. Daniel R. Weinberger | MedCon Health Contents AG

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