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Gemeinsamer Kampf gegen die Vogelgrippe

06.06.2008
Bundesweites Netzwerk erforscht Übertragungsmechanismen
Erstmalige Jahrestagung am 10. und 11. Juni in Münster

„Wie kommt es dazu, dass die Erreger der Vogelgrippe auf den Menschen übertragen werden? Welche Mechanismen laufen dabei ab und: Wie können wir gemeinsam dagegen vorgehen?“

Mit diesen Sätzen beschreibt Prof. Dr. Stephan Ludwig die Arbeit des bundesweiten Netzwerkes „FluResearchNet“. Und der Direktor des Instituts für Molekulare Virologie an der Universitätsklinik Münster (UKM) betont: „Aktuell gibt es zwar keine Ausbrüche durch H5N1-Vogelgrippeviren in Europa. Aber es ist jederzeit möglich, dass andere Grippeviren mit ähnlichen Mechanismen der Übertragung vom Tier auf den Menschen auftauchen.“

Ludwig ist Koordinator des Netzwerkes, in dem Wissenschaftler aus ganz Deutschland gemeinsam den Grund für Grippepandemien erforschen. Gefördert wird das Netzwerk für zunächst drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Am 10. und 11. Juni findet im Münsteraner Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin erstmals die jährliche Konferenz statt. Ludwig: „Die Grippeerkrankung bei Mensch und Tier, ausgelöst durch Influenza-Viren, ist nach wie vor eine der letzten großen Seuchen unserer Zeit. Neben den jährlich auftretenden epidemischen Ausbrüchen beim Menschen verdeutlicht das Auftreten von gefährlichen H5N1-Vogelgrippeviren beim Menschen die ständige Gefahr eines weltweiten Influenza- Ausbruchs, einer sogenannten Pandemie. Allerdings ist die Frage, warum und wie die Viren von den Vögeln auf den Menschen übertragen werden noch ungeklärt. Und genau das wollen wir herausfinden.“ Wie viele andere Infektionskrankheiten zählt auch die Influenza zu den im Fachbegriff als „Zoonose“ bezeichneten Erkrankungen.

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Wichtig sei bei dieser Aufgabe die Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen und genau das geschehe im Netzwerk „FluResearchNet“, so der Virologe: „Dies ist ein wegweisendes Netzwerk, das bundesweit erstmals alle führenden Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet der Influenza bündelt.“ Im Verbund arbeiten Wissenschaftler aus Grundlagenforschung, Human- und Veterinärmedizin aus ganz Deutschland zusammen mit assoziierten Partnern aus der Schweiz und den USA. Auch die Institutionen des Bundes, wie das Friedrich-Löffler-Institut, das Robert-Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut sind am Netzwerk beteiligt. „Die deutsche Influenza-Forschung war schon immer sehr gut, allerdings nie in diesem Maße koordiniert und interdisziplinär gefördert. Die gemeinsamen Arbeiten werden das Forschungsgebiet in Deutschland auf lange Sicht stärken und uns auch international hervorragend positionieren“, blickt Ludwig optimistisch auf die kommenden Jahre. Das BMBF fördert „FluResearchNet“ zunächst für drei Jahre mit 3,7 Millionen Euro.

Für die erste jährliche Konferenz des „FluResearchNet“ mit internationaler Beteilung konnten neben den Netzwerkmitgliedern weitere hochkarätige Gastredner nach Münster geholt werden. Unter den Sprechern der Veranstaltung befinden sich Prof. Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Löffler Bundesinstituts für Tiergesundheit sowie Prof. Adolfo Garcia-Sastre, Mount Sinai School of Medicine, New York, ein weltbekannter Grippeforscher und Experte für das Grippepandemievirus von 1918.

Außer dem Institut für Molekulare Virologie ist auch das Münsteraner Institut für Immunologie unter der Leitung von Prof. Dr. Johannes Roth am Netzwerk „FluResearchNet“ beteiligt.

Stefan Dreising | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de

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