Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Uni Regensburg bringt Nachhaltige Chemie nach Indien

06.06.2008
Die Chemiefakultäten der Universität Regensburg und der Technischen Universität München haben mit den führenden indischen Forschungsinstituten (Indian Institutes of Technology) das internationale Doktorandenkolleg INDIGO ins Leben gerufen.

Die Abkürzung INDIGO steht für "Indian-German Graduate School of Advanced Organic Synthesis for a Sustainable Future" - konkret wird es darum gehen, über den Austausch von Doktoranden den Bereich der Nachhaltigen Chemie auch in Indien zu etablieren und den wissenschaftlichen Transfer zwischen beiden Ländern zu intensivieren.

Finanziert wird das Projekt durch die beiden Industriepartner BASF SE und "Dr. Reddy's Laboratories", die für die Stipendien der indischen Austausch-Studierenden aufkommen; der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) steuert über drei Jahre hinweg 250.000 Euro an Koordinierungsmitteln bei.

Das neue Doktorandenkolleg INDIGO ist zunächst für drei Jahre angelegt und bietet während dieser Zeit 15 indischen Doktoranden die Möglichkeit, im Rahmen ihrer Doktorarbeit für sechs Monate wahlweise in Regensburg oder München auf einem aktuellen Gebiet der angewandten organischen Chemie zu forschen. Im Anschluss daran werden die indischen Gäste für zwei Monate nach Ludwigshafen gehen, wo sie ein Industriepraktikum bei der BASF SE absolvieren werden. Ergänzend zum Austauschprogramm ist eine jährliche Forschungskonferenz geplant, die abwechselnd in Deutschland und Indien stattfinden und von den Doktoranden selbst organisiert wird. Im Anschluss an diese Konferenz findet ein einwöchiger Intensivkurs zur Nachhaltigen Chemie statt.

... mehr zu:
»BASF »Indigo

Ideell wird das INDIGO-Doktorandenkolleg unterstützt durch ein "Triumvirat" von drei wissenschaftlichen Beratern, zu dem der Präsident der TU München, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Herrmann, sowie Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Henri Brunner von der Universität Regensburg und Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Goverdhan Mehta vom Indian Institute of Science in Bangalore zählen.

Die ersten indischen Doktoranden werden im Herbst 2008 in Regensburg erwartet, in der nächsten Woche beginnt das Regensburger Koordinationsteam um Dr. Petra Hilgers vom Institut für Organische Chemie mit der Auswahl der indischen Gäste.

*Zukunftsmarkt Indien*
Das Engagement der deutschen Kooperationspartner in Indien kommt nicht von ungefähr: Das Land legt eine rasante wirtschaftliche und technologische Entwicklung an den Tag, seine demokratische Verfassung, exzellente Köpfe in Lehre und Forschung sowie ein hoher Bedarf an chemischen Produkten macht Indien für Industrie und Wissenschaft gleichermaßen interessant. Bereits jetzt kooperieren viele internationale Chemieunternehmen mit indischen Forschungsinstituten oder betreiben eigene Forschungs- und Entwicklungszentren in Indien. Um junge indische Wissenschaftler von den besten Institutionen des Landes schon während der Promotion nach Deutschland zu holen und gleichzeitig jungen deutschen Wissenschaftlern früh die Möglichkeit zu eröffnen, internationale Erfahrung zu sammeln, bietet sich ein gemeinsames Promotionsprogramm an.
*Nachhaltige Chemie*
Nachhaltige Chemie wird in Zeiten von Globaler Erderwärmung, Rohstoffverknappung und einem insgesamt gestiegenen ökologischen Bewusstsein immer wichtiger. Neben der Universität Regensburg und der Technischen Universität München, die in diesem Bereich einen inhaltlichen Schwerpunkt in Forschung und Lehre gesetzt haben, ist Nachhaltigkeit oder "Sustainability" auch bei der BASF SE fester Bestandteil der Firmenstrategie - hier natürlich nicht zuletzt auch, um neue Geschäftsbereiche zu erschließen. Ganz konkret geht es bei der Nachhaltigen Chemie darum, Produktionsabläufe durch Katalysatoren effizienter zu gestalten, Energie einzusparen, weniger Abfallstoffe zu produzieren. Ein Beispiel aus der Uni Regensburg ist das Bemühen, Feinchemikalien aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen, Schlagwort: "Waschmittel aus Zucker" (siehe Pressemitteilung vom 09. Mai 2008). Indische Spitzenforscher ebenfalls auf die Bedeutung des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren, ist ein weiteres Ziel des Austauschprogrammes.

Rudolf F. Dietze | idw
Weitere Informationen:
http://www.sustainable-chemistry.de/INDIGO/
http://www.chemie.uni-regensburg.de

Weitere Berichte zu: BASF Indigo

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Tuberkulose: Neue Einblicke in den Erreger
10.10.2019 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Nanostrukturen helfen, die Haftung von Krankenhauskeimen zu reduzieren
10.10.2019 | Universität des Saarlandes

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Controlling superconducting regions within an exotic metal

Superconductivity has fascinated scientists for many years since it offers the potential to revolutionize current technologies. Materials only become superconductors - meaning that electrons can travel in them with no resistance - at very low temperatures. These days, this unique zero resistance superconductivity is commonly found in a number of technologies, such as magnetic resonance imaging (MRI).

Future technologies, however, will harness the total synchrony of electronic behavior in superconductors - a property called the phase. There is currently a...

Im Focus: Ultraschneller Blick in die Photochemie der Atmosphäre

Physiker des Labors für Attosekundenphysik haben erkundet, was mit Molekülen an den Oberflächen von nanoskopischen Aerosolen passiert, wenn sie unter Lichteinfluss geraten.

Kleinste Phänomene im Nanokosmos bestimmen unser Leben. Vieles, was wir in der Natur beobachten, beginnt als elementare Reaktion von Atomen oder Molekülen auf...

Im Focus: Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Wie kommt es, dass manche Neutronensterne zu den stärksten Magneten im Universum werden? Eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Entstehung dieser sogenannten Magnetare hat ein deutsch-britisches Team von Astrophysikern gefunden. Die Forscher aus Heidelberg, Garching und Oxford konnten mit umfangreichen Computersimulationen nachvollziehen, wie sich bei der Verschmelzung von zwei Sternen starke Magnetfelder bilden. Explodieren solche Sterne in einer Supernova, könnten daraus Magnetare entstehen.

Wie entstehen die stärksten Magnete des Universums?

Im Focus: How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

How do some neutron stars become the strongest magnets in the Universe? A German-British team of astrophysicists has found a possible answer to the question of how these so-called magnetars form. Researchers from Heidelberg, Garching, and Oxford used large computer simulations to demonstrate how the merger of two stars creates strong magnetic fields. If such stars explode in supernovae, magnetars could result.

How Do the Strongest Magnets in the Universe Form?

Im Focus: Wenn die Erde flüssig wäre

Eine heisse, geschmolzene Erde wäre etwa 5% grösser als ihr festes Gegenstück. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung von Forschenden der Universität Bern. Der Unterschied zwischen geschmolzenen und festen Gesteinsplaneten ist wichtig bei die Suche nach erdähnlichen Welten jenseits unseres Sonnensystems und für das Verständnis unserer eigenen Erde.

Gesteinsplaneten so gross wie die Erde sind für kosmische Massstäbe klein. Deshalb ist es ungemein schwierig, sie mit Teleskopen zu entdecken und zu...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Bildung.Regional.Digital: Tagung bietet Rüstzeug für den digitalen Unterricht von heute und morgen

10.10.2019 | Veranstaltungen

Zukunft Bau Kongress 2019 „JETZT! Bauen im Wandel“

10.10.2019 | Veranstaltungen

Aktuelle Trends an den Finanzmärkten im Schnelldurchlauf

09.10.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer IZM setzt das E-Auto auf die Überholspur

11.10.2019 | Energie und Elektrotechnik

IVAM-Produktmarkt auf der COMPAMED 2019: Keine Digitalisierung in der Medizintechnik ohne Mikrotechnologien

11.10.2019 | Messenachrichten

Kryptografie für das Auto der Zukunft

11.10.2019 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics