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Froschart kommuniziert mit Ultraschall

23.05.2008
Mit schrillen Paarungsrufen machen Baumfroschweibchen auf sich aufmerksam

Ein recht ungewöhnliches Paarungsverhalten zeigt die chinesische Baumfroschart Odorrana tormota: Die Froschweibchen locken mit schrillen Rufen, die ähnlich denen eines Vogels klingen, die Männchen an. "Zweifach eigenartig", finden Physiologe Albert Feng von der University of Illionois und Biologe Juan-Xian Shen von der chinesischen Academy of Sciences. Denn zum einen geben die meisten weiblichen Frösche überhaupt keine Laute von sich und zum anderen liegen die Gesänge der Forschart teilweise im Ultraschallbereich.

Frühere Untersuchungen Shens hatten gezeigt, dass die männlichen Artvertreter untereinander über Laute im Ultraschallbereich miteinander kommunizieren. Auch dieses Verhalten war von Fröschen bis dahin nicht bekannt gewesen. Die Forscher nehmen an, dass die hochfrequenten Rufe und der untypische Bau der Hörorgane bei dieser Froschart eine Anpassung an die stetig laute Geräuschkulisse ihrer Umwelt darstellt. Die Frösche leben in der chinesischen Gebirgsregion Huangshan in der Nähe rauschender Flüsse und Wasserfälle. Die Rufe der Frösche seien dabei recht komplex, denn ein einzelner Odorrana-tormota-Frosch verbreitet seine Nachricht über mehrere Frequenzen gleichzeitig in harmonischen Intervallen.

Die Laborversuche mit Froschweibchen offenbarten nun, dass auch diese Rufe im hörbaren wie im Ultraschallbereich abgeben, wenn sie Eier tragen. Als das US-amerikanisch-chinesische Wissenschaftlerteam Männchen diese Rufe vorspielten, antworteten sie umgehend auf die weibliche Werbung und bewegten sich in Richtung der Geräuschquelle. Auch bei absoluter Dunkelheit hätten die Froschmännchen mit 99-prozentiger Sicherheit den Ursprung der weiblichen Lauten ausmachen können. Bisher wurde angenommen, dass nur Menschen, Elefanten, Delfine und Schleiereulen Geräusche mit ähnlicher Präzision orten können. Zumal der geringe Abstand zwischen den Ohren der Frösche deren Ortungsfähigkeit stark einschränken müsste, wie Feng meint. Dennoch ist nicht bekannt, wie die Geschlechter in freier Wildbahn kommunizieren bzw. umeinander werben. Unklar ist den Forschern beispielsweise, ob die weiblichen Frösche mit ihrem schrillen Gesang einzelne Männchen oder eine ganze Gruppe paarungsbereiter Frösche ansprechen, zwischen denen sie dann ihre Wahl treffen.

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Aus den aktuellen Beobachtungen und vorherigen Untersuchungen zum Aufbau der Hörorgane bei der Froschart ließe sich aber auch praktischer Nutzen für die Kommunikationstechnologie ziehen, so Feng. Denn das ausgezeichnete Richtungshören und das gegenüber hohen Frequenzen sehr empfindliche, weil überaus dünne Trommelfell könnten neue Aufschlüsse darüber liefern, wie sich Hörgeräte verbessern lassen. Eine solche "intelligente" Hörhilfe, die wichtige Signale in der unmittelbaren Umgebung des Trägers verstärkt, werde derzeit an der University of Illinois entwickelt.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.uiuc.edu
http://www.english.cas.cn

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