Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Genomstandards für die Zukunft: Internationales Konsortium setzt neue Maßstäbe

20.05.2008
Die Geschwindigkeit, mit der die Wissenschaftler die Baupläne der belebten Natur, die Genome, entziffern, hat in den letzten Jahren dank technischer Weiterentwicklung auf dem Gebiet der DNA-Sequenzierung rasant zugenommen.

Inzwischen sind in den weltweit öffentlich zugänglichen Sequenzdatenbanken wie GenBank und EMBL die kompletten Genome von mehr als 1000 Einzellern (Bakterien und Archaeen) und 100 Eukaryoten (z. B. Pflanzen, Tiere, Algen) gespeichert.

Jetzt hat ein internationales Konsortium von Wissenschaftern im renommierten Fachblatt Nature Biotechnology neue Regeln publiziert , welchen Qualitätskriterien diese Datensätze genügen sollten und welche Mindestinformationen anzugeben seien.

Die neue Richtlinie des Genomics Standard Consortiums (GSC) nennt sich "Minimum Information about a Genome Sequence" (MIGS) und ist im Internet unter http://gensc.org/ einsehbar.

... mehr zu:
»Genom »Genomstandard

Zwei Wissenschaftler vom Bremer Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie sind mit im GSC-Team, das nahezu alle großen Datenbankprovider und Sequenzierzentren umfasst. Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner ist hoffnungsvoll: "Wir arbeiten jetzt seit mehr als sieben Jahren im Bereich der marinen Umweltgenomik. Die neuen Standards bringen uns einen Riesenschritt voran, indem sie uns helfen werden unsere Umweltorganismen besser verstehen zu lernen."

Die Urheber der neuen Standards haben sich viele Gedanken gemacht, denn Standards leben davon, dass sie aktiv genutzt werden und den Export in andere Programme vereinfachen. Ähnlich wie bei der Entwicklung der Web Standards, die vor einigen Jahren das Internet revolutionierten und die Weiterentwicklung ermöglichen, soll der MIGS-Standard den molekularen Informationsfluss in der Biologie erleichtern.

Ziel des Konsortiums war es deshalb, mit den Betreibern der öffentlichen Sequenzdatenbanken wie z. B. GenBank und EMBL, die Genominformationen so zu standardisieren, dass diese auch mit vielen zukünftigen Anwendungen kompatibel sind. Diese Vorgaben sind erfüllt: Mit einem frei erhältlichen Internetbrowser hat jeder Zugang zu allen derzeit verfügbaren Informationen unserer Genome auf http://gensc.org/. Weitere Informationen, wie z.B. der genaue Lebensraum, sollen dort in Zukunft nach MIGS-Standard abgespeichert werden. Bisher sind diese Daten nur mühevoll aus der Fachliteratur zu gewinnen.

Manfred Schlösser

Originalartikel
Dawn Field et al., (2008) The Minimum Information about a Genome Sequence, Nature Biotechnology 26, 541 - 547.

Kontakt und Ansprechpartner

Prof. Dr. Frank Oliver Glöckner, 0421 2028970, floecknmpi-bremen.de
Renzo Kottmann, MSc 0421 2028974, rkottmanmpi-bremen.de
Pressesprecher
Dr. Manfred Schlösser 0421 2028704, mschloesmpi-bremen.de

Dr. Manfred Schloesser | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de
http://gensc.org/

Weitere Berichte zu: Genom Genomstandard

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Minutiöse Einblicke in das zelluläre Geschehen
24.01.2020 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

nachricht Forscher entdecken Impfstoff zur Stärkung des Immunsystems von Pflanzen
24.01.2020 | Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

Was in winzigen elektronischen Bauteilen oder in Molekülen geschieht, lässt sich nun auf einige 100 Attosekunden und ein Atom genau filmen

Wie Bauteile für künftige Computer arbeiten, lässt sich jetzt gewissermaßen in HD-Qualität filmen. Manish Garg und Klaus Kern, die am Max-Planck-Institut für...

Im Focus: Integrierte Mikrochips für elektronische Haut

Forscher aus Dresden und Osaka präsentieren das erste vollintegrierte Bauelement aus Magnetsensoren und organischer Elektronik und schaffen eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von elektronischer Haut.

Die menschliche Haut ist faszinierend und hat viele Funktionen. Eine davon ist der Tastsinn, bei dem vielfältige Informationen aus der Umgebung verarbeitet...

Im Focus: Dresdner Forscher entdecken Mechanismus bei aggressivem Krebs

Enzym blockiert Wächterfunktion gegen unkontrollierte Zellteilung

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Dresden (NCT/UCC) haben gemeinsam mit einem...

Im Focus: Integrate Micro Chips for electronic Skin

Researchers from Dresden and Osaka present the first fully integrated flexible electronics made of magnetic sensors and organic circuits which opens the path towards the development of electronic skin.

Human skin is a fascinating and multifunctional organ with unique properties originating from its flexible and compliant nature. It allows for interfacing with...

Im Focus: Dresden researchers discover resistance mechanism in aggressive cancer

Protease blocks guardian function against uncontrolled cell division

Researchers of the Carl Gustav Carus University Hospital Dresden at the National Center for Tumor Diseases Dresden (NCT/UCC), together with an international...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungen

Tagung befasst sich mit der Zukunft der Mobilität

22.01.2020 | Veranstaltungen

ENERGIE – Wende. Wandel. Wissen.

22.01.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Minutiöse Einblicke in das zelluläre Geschehen

24.01.2020 | Biowissenschaften Chemie

HDT-Tagung: Sensortechnologien im Automobil

24.01.2020 | Veranstaltungsnachrichten

Ein ultraschnelles Mikroskop für die Quantenwelt

24.01.2020 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics