Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Gießener Wildtiermediziner untersuchen Moschusochsen in Grönland

09.05.2008
Tiere leiden an rätselhafter Krankheit - Projekt des Arbeitskreises Wildbiologie wird von DFG finanziert

Grönländische Moschusochsen, die seit einigen Jahren an einer rätselhaften Krankheit leiden, bekommen zurzeit Hilfe von Veterinärmedizinern der Universität Gießen.

In einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Projekt des Arbeitskreises Wildbiologie untersuchen die beiden Gießener Forscher (Dr. Klaus Volmer und Dagmar C. Meyer) zusammen mit der grönländischen Wissenschaftlerin Dr. Christine Cuyler vom Greenland Institute for Natural Resources das neue Krankheitsphänomen bei Moschusochsen in Nordwestgrönland.

Seit 1998 wird in einer einzigen Population unweit der US-Militärbasis Thule das Krankheitsbild beobachtet. Es führt dazu, dass das Klauenhorn der Tiere enorm auswächst und die Moschusochsen sich teilweise auf gewaltigen Kufen fortbewegen müssen. Ziel der Untersuchungen ist es, herauszufinden, welche Ursachen zum Auswachsen der Klauen führen und welche Maßnahmen getroffen werden können, um das Krankheitsgeschehen zu kontrollieren.

... mehr zu:
»DFG »Moschusochse »Wildbiologie

Moschusochsen leben am Limit. Sie sind diejenigen Wildwiederkäuer, die von der Evolution am besten für das Leben in den nördlichsten Breitengraden (hier 76 Grad Nord) ausgestattet worden sind. Bis zu 70 Zentimeter lange Deckhaare, die vom Rücken gescheitelt über die dichte Unterwolle bis zum Boden fallen, Augen mit integrierter Schneebrille und gleichzeitig Nachtsichtgerät für das Leben im langen dunklen Polarwinter ohne wirkliches Tageslicht von November bis Februar, Klauenschuhe mit Schneeschaufeln im Winter und schließlich ein Verdauungstrakt, der die längste Verweildauer und den effektivsten Aufschluss der kargen Nahrung im Winter ermöglicht: All das zeichnet den Umingmak, den "Bärtigen", der schon Weggefährte von Mammut und wollhaarigem Nashorn war, aus. In Westgrönland leben derzeit mehr als 10.000 Moschusochsen, die auch gejagt werden dürfen.

Die grönländischen Wissenschaftler hatten die Gießener Spezialisten 2004 um Konsiliaruntersuchungen gebeten, nachdem in Grönland und Dänemark keine Befunde erhoben werden konnten, die Aufschluss über die Entstehungsursachen des Krankheitsbildes gegeben hätten. Die Tiere werden in ihrem Lebensraum von den im Sommer in Zelten lebenden Wissenschaftlern beobachtet, Futterpflanzen und Kot werden beprobt, und schließlich werden auch schwer erkrankte Tiere abgeschossen und Läufe, Organ- und Blutproben nach Gießen gebracht (per Schiff und LKW in der Kühlkette). Hier erfolgt im Rahmen eines von der DFG geförderten Programms die Untersuchung in Zusammenarbeit der Wildbiologie mit mehreren Universitäts-Instituten und dem Landesbetrieb Hessisches Landeslabor.

Vorläufige Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich wahrscheinlich bei der Erkrankung um eine populationsspezifische Stoffwechselstörung handelt.

Kontakt:
Dr. Klaus Volmer, Arbeitskreis Wildbiologie
Leihgesterner Weg 217, 35392 Giessen
Telefon: 0641 99-37721
E-Mail: klaus.volmer@vetmed.uni-giessen.de

Lisa Arns | idw
Weitere Informationen:
http://www.vetmed.uni-giessen.de

Weitere Berichte zu: DFG Moschusochse Wildbiologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel
19.10.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen
19.10.2018 | Goethe-Universität Frankfurt am Main

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Auf dem Weg zu maßgeschneiderten Naturstoffen

Biotechnologen entschlüsseln Struktur und Funktion von Docking Domänen bei der Biosynthese von Peptid-Wirkstoffen

Mikroorganismen bauen Naturstoffe oft wie am Fließband zusammen. Dabei spielen bestimmte Enzyme, die nicht-ribosomalen Peptid Synthetasen (NRPS), eine...

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Natürlich intelligent

19.10.2018 | Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Ultraleichte und belastbare HighEnd-Kunststoffe ermöglichen den energieeffizienten Verkehr

19.10.2018 | Materialwissenschaften

IMMUNOQUANT: Bessere Krebstherapien als Ziel

19.10.2018 | Biowissenschaften Chemie

Raum für Bildung: Physik völlig schwerelos

19.10.2018 | Bildung Wissenschaft

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics