Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Botanik-Projekt sammelt weltweite Baum-DNA

05.05.2008
"Tree Barcode of Life" soll zum Erhalt der Arten beitragen

Forscher des Botanischen Gartens in New York planen die Errichtung einer globalen Gen-Datenbank für sämtliche Baumarten der Welt. Um dieses sehr ambitionierte Ziel erreichen zu können, soll laut LiveSciene-Bericht zunächst entsprechendes Genmaterial aus allen Regionen der Welt zusammengetragen und anschließend in Form eines DNA-Barcodes archiviert werden.

Ähnlich des im Handel verwendeten Barcodes soll mit Hilfe der Kennzeichnung eine schnellere Bestimmung und Lokalisierung der Baumarten ermöglicht werden. Durch die Erstellung der Gen-Datenbank erhoffen sich die Wissenschaftler aber auch einen besseren Einblick in die weltweite Situation der bedrohten Baumarten, die wiederum für ihren zukünftigen Erhalt aufschlussreich sein könnte. In Vorbereitung zu dem gewaltigen als TreeBOL (Tree Barcode of Life) bezeichneten Projekt trafen sich in der vergangenen Woche Botaniker von mehr als 40 Instituten und Organisationen aus der ganzen Welt zu einer Konferenz in New York.

"Wenn man nicht weiß, was man möglicherweise zerstört, wie kann man dann wissen, ob es wichtig ist oder nicht", erklärt Damon Little, Projektkoordinator und Assistant-Kurator für Bioinformatik des Botanischen Gartens in New York. "Wenn es darauf ankommt, wissen wir sehr wenig über die natürliche Welt. Auch wenn wir uns bereits seit Jahrhunderten mit ihr beschäftigen", betont Little. Die Ergebnisse des aktuell gestarteten Projekts seien in diesem Zusammenhang ein äußerst wichtiger Baustein, der wesentlich zur Erhaltung und zum künftigen Schutz der Umwelt beitragen könne.

... mehr zu:
»Baum-DNA »Baumart »Botanik-Projekt

Darüber, dass TreeBOL nicht von heute auf morgen zu verwirklichen sein wird, sind sich die Forscher allerdings im Klaren. So ist der benötigte Arbeitsaufwand zur Erstellung der Baum-DNA-Datenbank enorm. Dies resultiert vor allem aus der gigantischen Menge und Artenvielfalt der weltweiten Baumbestände. Denn etwa ein Viertel aller Pflanzenarten der Welt sind Bäume und Little schätzt, dass es bis zu 100.000 unterschiedliche Arten gibt. Um die gesammelten Geninformationen wissenschaftlich nutzbar zu machen, müssen alle entnommenen Proben zudem den selben DNA-Abschnitt beinhalten. Erst dieses Vorgehen ermöglicht verlässliche Ergebnisse im Vergleich der einzelnen Baum-DNA. Zur Bewältigung der gewaltigen Aufgabe hat der Botanische Garten Fördergelder in der Höhe von 600.000 Dollar erhalten. Als Projektdauer sind zur Zeit mindestens zwei Jahre eingeplant.

Erst vor kurzem hat mit der "Deutschen Genbank Obst" ein in eine ähnliche Richtung gehendes Projekt in Deutschland seine Arbeit aufgenommen (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080429005 ). Das vom Julius-Kühn-Institut koordinierte Projekt vereint dabei bereits seit einigen Jahren bestehende Sammlungen verschiedener Obstsorten zu einer einheitlichen Gen-Datenbank. Ziel ist es, die genetischen Ressourcen von Kern-, Stein-, Beeren- und Wildobst an einem einheitlichen Ort zu sammeln und zusammen zu führen, um die genetische Vielfalt des heimischen Obstes auch für die Zukunft zu bewahren.

Markus Steiner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.nybg.org
http://www.livescience.com

Weitere Berichte zu: Baum-DNA Baumart Botanik-Projekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Parasit tarnt sich durch Umstrukturierung
18.10.2018 | Ludwig-Maximilians-Universität München

nachricht Was macht Graphen in der Lunge?
18.10.2018 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Größter Galaxien-Proto-Superhaufen entdeckt

Astronomen enttarnen mit dem ESO Very Large Telescope einen kosmischen Titanen, der im frühen Universum lauert

Ein Team von Astronomen unter der Leitung von Olga Cucciati vom Istituto Nazionale di Astrofisica (INAF) Bologna hat mit dem VIMOS-Instrument am Very Large...

Im Focus: Auf Wiedersehen, Silizium? Auf dem Weg zu neuen Materalien für die Elektronik

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz haben zusammen mit Wissenschaftlern aus Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgarien) und Madrid (Spanien) ein neues, metall-organisches Material entwickelt, welches ähnliche Eigenschaften wie kristallines Silizium aufweist. Das mit einfachen Mitteln bei Raumtemperatur herstellbare Material könnte in Zukunft als Ersatz für konventionelle nicht-organische Materialien dienen, die in der Optoelektronik genutzt werden.

Bei der Herstellung von elektronischen Komponenten wie Solarzellen, LEDs oder Computerchips wird heutzutage vorrangig Silizium eingesetzt. Für diese...

Im Focus: Goodbye, silicon? On the way to new electronic materials with metal-organic networks

Scientists at the Max Planck Institute for Polymer Research (MPI-P) in Mainz (Germany) together with scientists from Dresden, Leipzig, Sofia (Bulgaria) and Madrid (Spain) have now developed and characterized a novel, metal-organic material which displays electrical properties mimicking those of highly crystalline silicon. The material which can easily be fabricated at room temperature could serve as a replacement for expensive conventional inorganic materials used in optoelectronics.

Silicon, a so called semiconductor, is currently widely employed for the development of components such as solar cells, LEDs or computer chips. High purity...

Im Focus: Blauer Phosphor – jetzt erstmals vermessen und kartiert

Die Existenz von „Blauem“ Phosphor war bis vor kurzem reine Theorie: Nun konnte ein HZB-Team erstmals Proben aus blauem Phosphor an BESSY II untersuchen und über ihre elektronische Bandstruktur bestätigen, dass es sich dabei tatsächlich um diese exotische Phosphor-Modifikation handelt. Blauer Phosphor ist ein interessanter Kandidat für neue optoelektronische Bauelemente.

Das Element Phosphor tritt in vielerlei Gestalt auf und wechselt mit jeder neuen Modifikation auch den Katalog seiner Eigenschaften. Bisher bekannt waren...

Im Focus: Chemiker der Universitäten Rostock und Yale zeigen erstmals Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen

Die Forschungskooperation zwischen der Universität Yale und der Universität Rostock hat neue wissenschaftliche Ergebnisse hervorgebracht. In der renommierten Zeitschrift „Angewandte Chemie“ berichten die Wissenschaftler über eine Dreierkette aus Ionen gleicher Ladung, die durch sogenannte Wasserstoffbrücken zusammengehalten werden. Damit zeigen die Forscher zum ersten Mal eine Dreierkette aus gleichgeladenen Ionen, die sich im Grunde abstoßen.

Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Professoren Mark Johnson, einem weltbekannten Cluster-Forscher, und Ralf Ludwig aus der Physikalischen Chemie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungen

11. Jenaer Lasertagung

16.10.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2018

16.10.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nanodiamanten als Photokatalysatoren

18.10.2018 | Materialwissenschaften

Schichten aus Braunschweig auf dem Weg zum Merkur

18.10.2018 | Physik Astronomie

Rettungsdienst und Feuerwehr - Beschaffung von Rettungsdienstfahrzeugen, -Geräten und -Material

18.10.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics