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Insekten benutzen Pflanzen als Telefone

29.04.2008
Chemikalien dienen als Botenstoffe zwischen den Etagen einer Pflanzen

Die niederländische Ökologin Roxina Soler und ihre Kollegen vom Netherlands Institute for Ecology haben entdeckt, dass Insekten, die sich unter der Erde an den Wurzeln von Pflanzen laben, mit den blattfressenden Artgenossen über der Erde kommunizieren können. Dies geschieht, indem sie die Pflanzen selbst als eine Art Fernsprecher benutzen. Dabei schicken die unterirdisch lebenden Insekten chemische Warnsignale über die über die Pflanze bis in die Blätter. So wird die oberirdische Fresskonkurrenz gewarnt, dass das Gewächs bereits besetzt ist.

An der Oberfläche lebende Insekten, beispielsweise Raupen, ziehen diejenigen Pflanzen zum Niederlassen vor, die noch vollkommen gesund und nicht von anderen, insbesondere den wurzelfressenden Schädlingen befallen sind. Bereits vor einigen Jahren konnte beobachtet werden, dass verschiedene Insektentypen, die über der Erdoberfläche leben, sich langsamer entwickeln, wenn sie sich auf Pflanzen niedergelassen hatten, die bereits von unterirdisch wirkenden Bewohnern in Beschlag genommen waren. Auch die unterirdischen Mieter hatten unter oberirdisch lebenden Erstbeziehern zu leiden.

Der besondere Kommunikationsmechanismus, der es den beiden Kontrahenten erlaubt sich ungesehen aufzuspüren, hat sich über den natürlichen Ausleseprozess entwickelt, vermuten die niederländischen Forscher. So kann vermieden werden, dass sich die beiden Kontrahenten unwissentlich um die selbe Pflanze streiten und durch die doppelte Bewohnerlast in ihrer Entwicklung gehindert werden.

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Die unterirdisch nagenden Insekten können aber nicht nur mit der Konkurrenz über dem Boden kommunizieren, sondern auch mit einem dritten Teilnehmer, den natürlichen Feinden von Raupen. Parasiäre Schlupfwespen beispielsweise legen ihre Eier in Schmetterlingspuppen, die im Raupenstadium mit den Wurzelfressern konkurrieren.

Die Wespenlarven ernähren sich dann zunächst vom Blut der Puppen, bevor sie im späteren Stadium auch die Organe angreifen und die ganze Puppe aufzehren. Auch diese für die Bewohner in den oberen Geschossen sehr gefährlichen Parasiten können die chemischen Warnungen aufspüren und dadurch potenzielle Wirte für ihre Eier ausfindig machen.

Da die Kommunikation zwischen den unter- und oberirdischen Insekten ein bisher nur wenig untersuchtes Feld darstelle, könne man noch nicht mit Sicherheit sagen, wie weit verbreitet das Phänomen in der Tierwelt ist, sagen die Wissenschaftler.

Claudia Misch | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nioo.knaw.n

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