Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zwischenerfolg für Pharmaforscher

17.03.2008
Krankheiten wie Alzheimer oder Parkinson sind weltweit auf dem Vormarsch. Trotz jahrelanger Forschung lassen sie sich bis jetzt nicht heilen. Heutige Medikamente lindern bestenfalls die Symptome.

Ein NRW-weites Forschungskonsortium namens NEUROPHARMA möchte die Entwicklung neuer Wirkstoffe vorantreiben. Im Kampf um die dazu nötigen Fördergelder haben die Wissenschaftler nun die erste Hürde genommen:

Ihr Projekt schaffte es zusammen mit neun anderen in die Endrunde des so genannten BioPharma-Wettbewerbs. Die Initiative wurde vom Bundesforschungsministerium (BMBF) ausgeschrieben, das maximal fünf Anträge fördern wird. 100 Millionen Euro stellt das BMBF dazu in den nächsten fünf Jahren bereit.

Insgesamt 37 Bewerbungen waren beim BMBF eingegangen; zehn kamen nun in die Endrunde. Sie erhalten jeweils bis zu 100.000 Euro vom BMBF für ihren Zwischenerfolg. "Wir freuen uns, dass wir diese Hürde übersprungen haben", betont der Bonner Pharmakologe Professor Dr. Alexander Pfeifer. Pfeifer ist Sprecher des erst kürzlich gegründeten Pharma-Zentrums der Universität Bonn, das den Antrag gestellt hat.

... mehr zu:
»BMBF

Im NEUROPHARMA-Konsortium bündeln Partner aus Forschung und Industrie ihr Know-How. NEUROPHARMA betreibt Arzneimittelentwicklung auf dem Gebiet der neurodegenerative Krankheiten und stellt damit eine wichtige Verbindung zu dem kürzlich bewilligten Deutschen Demenzzentrum (DZNE) mit Hauptsitz auf dem Campus des Universitätsklinikums Bonn dar. Neben Universität und Uniklinikum Bonn sind die Life&Brain-GmbH, die Stiftung caesar, das Forschungszentrum Jülich, die Universität Duisburg-Essen mit den Rheinischen Kliniken, das Fraunhofer-Institut St. Augustin, das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie der Arzneimittelhersteller Schwarz Pharma beteiligt. Bis zum 1. August müssen die Projektpartner nun ihren endgültigen Antrag vorlegen. Im Herbst sollen die Gewinner des Wettbewerbs feststehen. Eine Besonderheit des NEUROPHARMA-Konsortiums ist, dass es von universitären Arzneimittelfachleuten, einer Doppelspitze aus der Medizin und der Pharmazie, geleitet wird. Sprecher sind Professor Dr. Christa E. Müller, Pharmazeutische/Medizinische Chemie, und Professor Dr. Alexander Pfeifer, Pharmakologie & Toxikologie.

Mit der Biopharma-Initiative will das BMBF dazu beitragen, Lücken in der Pharma-Wertschöpfungskette zu schließen. Denn seinen Ruf als "Apotheke der Welt" hat Deutschland längst eingebüßt: Allzu viele Erfolg versprechende Entdeckungen verstauben hierzulande schließlich ungenutzt in irgendeiner Schublade. Ein Grund ist die schlechte Vernetzung von Industrie und Grundlagenforschung. In der Biopharma-Initiative zeichnet das BMBF daher Konzepte aus, die den Weg "from bench to bed", also vom Labor in die Klinik, verbessern. Die damit verbundenen konkreten Forschungsprojekte haben damit gewissermaßen Modellcharakter: Sie sollen wesentlich dazu beitragen, dass in Zukunft wieder mehr neu zugelassene Wirkstoffe das Siegel "made in Germany" tragen und der Pharmastandort Deutschland gestärkt wird.

Kontakt:
Professor Dr. Alexander Pfeifer
Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5411
E-Mail: alexander.pfeifer@uni-bonn.de
Prof. Dr. Christa E. Müller
Pharmazeutisches Institut
Telefon: 0228/73-2567
Email: christa.mueller@uni-bonn.de

Frank Luerweg | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bonn.de

Weitere Berichte zu: BMBF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Hippo - Ein neuer Akteur für die Gehirngröße
24.04.2019 | Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik

nachricht Fledermäuse hören in 3D
24.04.2019 | Max-Planck-Institut für Ornithologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

Das menschliche Auge ist für Grün besonders empfindlich, für Blau und Rot hingegen weniger. Chemiker um Hubert Huppertz von der Universität Innsbruck haben nun einen neuen roten Leuchtstoff entwickelt, dessen Licht vom Auge gut wahrgenommen wird. Damit lässt sich die Lichtausbeute von weißen LEDs um rund ein Sechstel steigern, was die Energieeffizienz von Beleuchtungssystemen deutlich verbessern kann.

Leuchtdioden oder LEDs können nur Licht einer bestimmten Farbe erzeugen. Mit unterschiedlichen Verfahren zur Farbmischung lässt sich aber auch weißes Licht...

Im Focus: Münchner Lichtquanten-Destillerie

Garchinger Physiker entwickeln eine Technik, um reine einzelne Photonen zu extrahieren

Das Destillieren von Spirituosen steigert den Gehalt von Alkohol relativ zum Wasseranteil. Ähnlich wirkt eine Methode auf Lichtquanten, Photonen, die ein Team...

Im Focus: Energy-saving new LED phosphor

The human eye is particularly sensitive to green, but less sensitive to blue and red. Chemists led by Hubert Huppertz at the University of Innsbruck have now developed a new red phosphor whose light is well perceived by the eye. This increases the light yield of white LEDs by around one sixth, which can significantly improve the energy efficiency of lighting systems.

Light emitting diodes or LEDs are only able to produce light of a certain colour. However, white light can be created using different colour mixing processes.

Im Focus: Quantenmaterie fest und supraflüssig zugleich

Forscher um Francesca Ferlaino an der Universität Innsbruck und an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften haben in dipolaren Quantengasen aus Erbium- und Dysprosiumatomen suprasolide Zustände beobachtet. Im Dysprosiumgas ist dieser exotische Materiezustand außerordentlich langlebig, was die Tür für eingehendere Untersuchungen weit aufstößt.

Suprasolidität ist ein paradoxer Zustand, in dem die Materie sowohl supraflüssige als auch kristalline Eigenschaften besitzt. Die Teilchen sind wie in einem...

Im Focus: Quantum gas turns supersolid

Researchers led by Francesca Ferlaino from the University of Innsbruck and the Austrian Academy of Sciences report in Physical Review X on the observation of supersolid behavior in dipolar quantum gases of erbium and dysprosium. In the dysprosium gas these properties are unprecedentedly long-lived. This sets the stage for future investigations into the nature of this exotic phase of matter.

Supersolidity is a paradoxical state where the matter is both crystallized and superfluid. Predicted 50 years ago, such a counter-intuitive phase, featuring...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Lernen von der Natur

17.04.2019 | Veranstaltungen

Mobilität im Umbruch – Conference on Future Automotive Technology, 7.-8. Mai 2019, Fürstenfeldbruck

17.04.2019 | Veranstaltungen

Augmented Reality und Softwareentwicklung: 33. Industrie-Tag InformationsTechnologie (IT)²

17.04.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Neuer LED-Leuchtstoff spart Energie

24.04.2019 | Energie und Elektrotechnik

Control 2019: Fraunhofer IPT stellt High-Speed-Mikroskop mit intuitiver Gestensteuerung vor

24.04.2019 | Messenachrichten

Warum der moderne Mensch aus Afrika kommt

24.04.2019 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics