Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Basis für neue medikamentöse Therapie bei Demenz

27.07.2017

MHH-Forscher haben Mechanismus entdeckt, der für das Lernen und Erinnern wichtig ist
Veröffentlichung in Cell Report / Serotoninrezeptoren 5-HT7 müssen aktiviert werden

Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben entdeckt, dass für das Lernen und das Gedächtnis bestimmte Moleküle in den Gehirnzellen aktiviert werden müssen: die sogenannten Serotoninrezeptoren 5-HT7.


Professor Dr. Evgeni Ponimaskin

Foto: MHH/Kaiser

Diese in der Fachzeitschrift Cell Report veröffentlichte Erkenntnis kann helfen, neue Therapien zur Behandlung von neurologischen und psychiatrischen Krankheiten wie beispielsweise Demenz zu entwickeln. Es handelt sich hauptsächlich um die Ergebnisse der Doktorarbeit von Monika Bijata aus dem Team von Professor Dr. Evgeni Ponimaskin des MHH-Instituts für Neurophysiologie. Die Arbeit wurde in Kooperation mit dem Nencki-Institut in Warschau durchgeführt und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Europäischen Union (EU) unterstützt.

Die Nervenzellen im Gehirn sind von der sogenannten extrazellulären Matrix umgeben, die sich wie ein Netz schützend und stabilisierend um die Neuronen sowie die Kontaktstellen zwischen den Neuronen (Synapsen) legt. Die extrazelluläre Matrix ist unter anderem für das Speichern von Informationen im Gehirn wichtig.

Wenn Erinnerungen stärker werden oder Neues gelernt wird, intensivieren sich die Kontakte zwischen den Nervenzellen beziehungsweise werden neue Kontakte geknüpft. Doch vor diesem Prozess muss zunächst die extrazelluläre Matrix zwischen den Nervenzellen abgebaut werden, da sie die Synapsenbildung zwischen den Zellen sonst stören würde.

Die MHH-Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass für diesen Matrix-Umbau die Serotoninrezeptoren 5-HT7 aktiviert werden müssen, die sich teilweise auch an den Synapsen befinden. Die Forscher konnten auch die zugrundeliegenden zellulären Mechanismen aufklären.

Bei vielen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen wie beispielsweise bei Demenz gehen Verbindungen zwischen den Nervenzellen verloren und können auch nicht neu geknüpft werden. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, müssen Medikamente gefunden werden, die die Bildung neuer beziehungsweise die Verstärkung existierender Synapsen fördern.

„Wir wissen nun, dass auch die Substanzen helfen könnten, die den Serotoninrezeptor 5-HT7 spezifisch aktivieren. Diese wollen wir nun entwickeln und testen“, sagt Professor Ponimaskin.

Weitere Informationen erhalten Sie bei Professor Dr. Evgeni Ponimaskin, ponimaskin.evgeni@mh-hannover.de, Telefon (0511) 532-3020.

Im Internet finden Sie die Originalpublikation unter folgendem Link:

http://www.cell.com/cell-reports/fulltext/S2211-1247(17)30648-4

Stefan Zorn | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Woher Muskeln wissen, wie spät es ist
21.08.2018 | Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt

nachricht Bienen brauchen es bunt
20.08.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Mischung macht‘s: Jülicher Forscher entwickeln schnellladefähige Festkörperbatterie

Mit Festkörperbatterien sind aktuell große Hoffnungen verbunden. Sie enthalten keine flüssigen Teile, die auslaufen oder in Brand geraten könnten. Aus diesem Grund sind sie unempfindlich gegenüber Hitze und gelten als noch deutlich sicherer, zuverlässiger und langlebiger als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien. Jülicher Wissenschaftler haben nun ein neues Konzept vorgestellt, das zehnmal größere Ströme beim Laden und Entladen erlaubt als in der Fachliteratur bislang beschrieben. Die Verbesserung erzielten sie durch eine „clevere“ Materialwahl. Alle Komponenten wurden aus Phosphatverbindungen gefertigt, die chemisch und mechanisch sehr gut zusammenpassen.

Die geringe Stromstärke gilt als einer der Knackpunkte bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Sie führt dazu, dass die Batterien relativ viel Zeit zum...

Im Focus: It’s All in the Mix: Jülich Researchers are Developing Fast-Charging Solid-State Batteries

There are currently great hopes for solid-state batteries. They contain no liquid parts that could leak or catch fire. For this reason, they do not require cooling and are considered to be much safer, more reliable, and longer lasting than traditional lithium-ion batteries. Jülich scientists have now introduced a new concept that allows currents up to ten times greater during charging and discharging than previously described in the literature. The improvement was achieved by a “clever” choice of materials with a focus on consistently good compatibility. All components were made from phosphate compounds, which are well matched both chemically and mechanically.

The low current is considered one of the biggest hurdles in the development of solid-state batteries. It is the reason why the batteries take a relatively long...

Im Focus: Farbeffekte durch transparente Nanostrukturen aus dem 3D-Drucker

Neues Design-Tool erstellt automatisch 3D-Druckvorlagen für Nanostrukturen zur Erzeugung benutzerdefinierter Farben | Wissenschaftler präsentieren ihre Ergebnisse diese Woche auf der angesehenen SIGGRAPH-Konferenz

Die meisten Objekte im Alltag sind mit Hilfe von Pigmenten gefärbt, doch dies hat einige Nachteile: Die Farben können verblassen, künstliche Pigmente sind oft...

Im Focus: Color effects from transparent 3D-printed nanostructures

New design tool automatically creates nanostructure 3D-print templates for user-given colors
Scientists present work at prestigious SIGGRAPH conference

Most of the objects we see are colored by pigments, but using pigments has disadvantages: such colors can fade, industrial pigments are often toxic, and...

Im Focus: Eisen und Titan in der Atmosphäre eines Exoplaneten entdeckt

Forschende der Universitäten Bern und Genf haben erstmals in der Atmosphäre eines Exoplaneten Eisen und Titan nachgewiesen. Die Existenz dieser Elemente in Gasform wurde von einem Team um den Berner Astronomen Kevin Heng theoretisch vorausgesagt und konnte nun von Genfern Astronominnen und Astronomen bestätigt werden.

Planeten in anderen Sonnensystemen, sogenannte Exoplaneten, können sehr nah um ihren Stern kreisen. Wenn dieser Stern viel heisser ist als unsere Sonne, dann...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungen

LaserForum 2018 thematisiert die 3D-Fertigung von Komponenten

17.08.2018 | Veranstaltungen

Aktuelles aus der Magnetischen Resonanzspektroskopie

16.08.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Linsen im Fokus

21.08.2018 | Seminare Workshops

Dialog an Deck, Science Slam und Pong-Battle

21.08.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Woher Muskeln wissen, wie spät es ist

21.08.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics