Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf dem Weg zum Teststreifen 2.0 – aussagekräftigere Ergebnisse für eine individuelle Therapie

13.10.2016

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt QFLOW arbeiten vier Projektpartner am Teststreifen 2.0, einem Multiparameter-Schnelltest mit angeschlossenem Auslesegerät, welcher die Sensitivität bisheriger Tests in den Schatten stellen soll.

Fast jeder kennt die üblichen Schnellteststreifen, sie erfreuen sich seit Jahrzehnten einer breiten Akzeptanz. Ob Streptokokkennachweis oder Schwangerschaftstest, die kleinen Teststreifen liefern uns meist ein zuverlässiges Ergebnis - ja oder nein.


Aktuelles Gerät zum Auslesen von Schnellteststreifen

QIAGEN GmbH

Zudem zeichnen sie sich durch ihre einfache Handhabbarkeit, ihren niedrigen Preis sowie ihre schnelle Auswertbarkeit aus. Wissenschaftler möchten sich dieses Prinzip jetzt für weitere Anwendungen erschließen und folgen so dem Trend der patientennahen Diagnostik und Therapie.

Mehr als nur „ja“ oder „nein“

Handelsübliche Schnelltests kennen nur ein Ergebnis: ja oder nein. Nein kann aber theoretisch auch heißen, dass zu wenig des nachzuweisenden Materials in der Probe vorhanden war - die Nachweisgrenze ist schlicht zu gering. Bei einem positiven Ergebnis hingegen wäre es zum Beispiel wünschenswert zu wissen, wie hoch die Zahl der Erreger ist.

Das macht eine individuelle Behandlung deutlich einfacher. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Konsortiums haben einen Weg gefunden, die entsprechenden Features in einen Teststreifen (Lateral Flow Test) zu integrieren.

Durch die Kombination von Halbleiter-Nanopartikeln und enzymatischen Testformaten zur Signalamplifikation sollen die Sensitivitätsbeschränkungen klassischer Teststreifen umgangen werden. So werden die Tests nicht nur sensitiver, sondern bieten auch die Möglichkeit mehrere Parameter gleichzeitig abzufragen sowie eine einfache und schnelle gerätebasierte Auslesung und Auswertung.

Vorausschauende Therapiekonzepte, nah am Patienten

Ist eine Krankheit erst mal ausgebrochen, stellt sie ein hohes Risiko dar. Vor allem für immunsupprimierte oder HIV-Patienten. Diese könnten mit den im Projekt entwickelten Tests zum Beispiel kontinuierlich und vor Ort auf ihren Tuberkulose-Status hin überprüft werden.

So kann der Aktivierung einer eventuell vorhandenen latenten Infektion durch geeignete therapeutische Mittel vorgebeugt werden, statt nach Ausbruch der Krankheit auf konventionelle Art und Weise behandeln zu müssen. Auch die Überwachung von Patienten mit Autoimmunerkrankungen und Transplantationspatienten wäre mit dieser Methode deutlich einfacher. Das Ideal einer vorbeugenden Medizin mit vorausschauenden Therapiekonzepten, das sich die Projektpartner zum Vorbild genommen haben, könnte damit ein Stück weit mehr Wirklichkeit werden.

Projektpartner arbeiten Hand in Hand

Im Rahmen des Forschungsprojektes QFLOW wird das Fraunhofer ICT-IMM eigens entwickelte Quantum Dot basierte enzymatische Signalamplifikationsmethoden evaluieren. Aus diesen Erkenntnissen und den entsprechenden Reagenzien wird die Microcoat Biotechnologie GmbH einen Lateral Flow Test aufbauen und optimieren. Als Experte für Detektion und Apparatebau stellt die Qiagen Lake Constance GmbH geeignete Auslesegeräte zur Verfügung. Am Ende des Projektes wird dessen Erfolg im Rahmen einer unabhängigen klinischen Erprobung am Klinikum rechts der Isar, am Institut für Klinische Chemie und Pathobiochemie, getestet.

Weitere Informationen:

https://www.imm.fraunhofer.de/de/presse_publikationen/presse/qflow.html

Antonia Winkler | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Berichte zu: Biotechnologie ICT-IMM Pathobiochemie Teststreifen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Optischer Sensor soll Pflanzenzüchtung beschleunigen
20.03.2019 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Pflanzen-Wirkstoff bremst aggressiven Augenkrebs
20.03.2019 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Selbstheilender Lack aus Maisstärke lässt kleine Kratzer durch Wärme verschwinden

Ein neuer Lack aus Maisstärke ist wegen der besonderen Anordnung seiner Moleküle in der Lage, durch Wärme kleine Kratzer von selbst zu reparieren: Die Vernetzung über ringförmige Moleküle macht das Material beweglich, sodass es die Kratzer ausgleicht und diese wieder verschwinden.

Oberflächliche Mikrokratzer in der Autokarosserie oder auf anderen Hochglanzoberflächen sind harmlos, aber ärgerlich. Gerade im Luxussegment zeichnen sich...

Im Focus: Self-healing coating made of corn starch makes small scratches disappear through heat

Due to the special arrangement of its molecules, a new coating made of corn starch is able to repair small scratches by itself through heat: The cross-linking via ring-shaped molecules makes the material mobile, so that it compensates for the scratches and these disappear again.

Superficial micro-scratches on the car body or on other high-gloss surfaces are harmless, but annoying. Especially in the luxury segment such surfaces are...

Im Focus: Kartographie eines fernen Sterns

Der am Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam (AIP) gefertigte Spektrograph PEPSI zeigt erste Aufnahmen der Struktur des Magnetfelds auf der Oberfläche eines weit entfernten Sterns. Mittels innovativer Verfahren lassen sich damit neue Erkenntnisse über die Vorgänge auf der Sternoberfläche gewinnen. Die Ergebnisse stellte ein Wissenschaftlerteam nun in der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics vor.

Selbst mit den größten Teleskopen erscheinen die Oberflächen entfernter Sterne normalerweise nur als Lichtpunkte. Eine detaillierte Auflösung wird erst mittels...

Im Focus: Stellar cartography

The Potsdam Echelle Polarimetric and Spectroscopic Instrument (PEPSI) at the Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona released its first image of the surface magnetic field of another star. In a paper in the European journal Astronomy & Astrophysics, the PEPSI team presents a Zeeman- Doppler-Image of the surface of the magnetically active star II Pegasi.

A special technique allows astronomers to resolve the surfaces of faraway stars. Those are otherwise only seen as point sources, even in the largest telescopes...

Im Focus: Heading towards a tsunami of light

Researchers at Chalmers University of Technology and the University of Gothenburg, Sweden, have proposed a way to create a completely new source of radiation. Ultra-intense light pulses consist of the motion of a single wave and can be described as a tsunami of light. The strong wave can be used to study interactions between matter and light in a unique way. Their research is now published in the scientific journal Physical Review Letters.

"This source of radiation lets us look at reality through a new angle - it is like twisting a mirror and discovering something completely different," says...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungen

Künstliche Intelligenz: Ausprobieren und diskutieren

19.03.2019 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Tagung zur Gesundheit von Meeressäugern

18.03.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Teilchenphysik trifft Didaktik und künstliche Intelligenz in Aachen

20.03.2019 | Veranstaltungsnachrichten

Mit dem Forschungsflugzeug ins ewige Eis - Meteorologen starten Messkampagne

20.03.2019 | Geowissenschaften

Optischer Sensor soll Pflanzenzüchtung beschleunigen

20.03.2019 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics