Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

750.000 Dollar im Kampf gegen Zucker: Amerikanische Stiftung fördert zum ersten Mal Wissenschaftler in Deutschland

09.04.2010
Acht Millionen Menschen haben Diabetes in Deutschland - Tendenz steigend. Diabetes vom Typ 2 ist bereits gut therapierbar, die Gründe der selteneren, aber schlimmeren Variante Typ 1 sind jedoch noch gänzlich unbekannt.

Eine Förderung von 750.000 Dollar ermöglicht es nun Dr. Stephan Kissler, Nachwuchsgruppenleiter am Rudolf-Virchow-Zentrum in Würzburg, sich auf dieses Forschungsgebiet zu konzentrieren.

Er hat den Career Development Award der "Juvenile Diabetes Research Foundation International" (JDRF) erhalten, eine der wichtigsten Diabetes-Stiftungen weltweit. Fünf Jahre wird er gefördert und ist damit der erste Wissenschaftler einer deutschen Forschungseinrichtung, der diesen Preis erhält.

Etwa zehn Prozent der Diabetiker leiden unter der selteneren Diabetes-Form vom Typ 1. Bei jungen Menschen ist das sogar die häufigste Form der Erkrankung. Klar ist, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt. Dabei zerstört das eigene Immunsystem Zellen in der Bauchspeicheldrüse, die für die Insulinproduktion zuständig sind. Der Körper ist nicht mehr in der Lage das lebenswichtige Hormon herzustellen und so den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Patienten müssen daher in Kauf nehmen, sich lebenslang Insulin zu spritzen.

Gleichzeitig bedeutet die Krankheit auch eine enorme Belastung für die Betroffenen. Ständig muss der Blutzucker kontrolliert, das Essen berechnet und Medikamente verabreicht werden. Gerade für Kinder bedeutet das Stress. Auch diabetische Folgeerkrankungen wie Augenkrankheiten, Nervenschädigung, Nierenkrankheiten und Gefäßverkalkung drohen. Zudem verkürzt sich die Lebenserwartung um durchschnittlich sieben bis zehn Jahre. Doch welche Gründe genau hinter der Krankheit stecken, ist noch unbekannt. Bis jetzt kann Typ-1-Diabetes weder geheilt noch verhindert werden.

Der Würzburger Wissenschaftler Dr. Stephan Kissler vermutet einen möglichen Schlüssel zur Heilung in einem von drei Genen: CTLA4, PTPN22 und CLEC16A. Alle drei werden mit dem Autoimmun-Prozess in Verbindung gebracht, der zur Zerstörung der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse führt. Ziel seiner Untersuchungen ist es, die Wirkweise dieser Gene zu verstehen und nachzuvollziehen, wie sie den Autoimmunprozess beeinflussen. Dadurch erhofft sich der Forscher die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze.

Der Career Developement Award ermöglicht es Stephan Kissler nun, sich noch stärker auf die Untersuchung der Typ-1-Diabetes zu konzentrieren. Die JDRF Stiftung will besonders erfolgreiche Wissenschaftler für dieses Forschungsgebiet interessieren, um so die Erforschung der Krankheit voranzutreiben. Dazu ist die Stiftung ständig auf der Suche nach den besten Wissenschaftlern weltweit, um diese gezielt zu fördern. Seit 1997 wird der Career Development Award vergeben, 85 Wissenschaftler haben ihn seither erhalten. Dr. Stephan Kissler ist der Erste, der an einer deutschen Forschungsreinrichtung arbeitet. Er hat mit dem Award nun die Möglichkeit, sich im Bereich der Diabetes-Forschung zu etablieren.

Kontakt für Journalisten:
Kristina Kessler
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Rudolf-Virchow-Zentrum / Universität Würzburg
Tel.: 0931 31-80895, E-Mail: kristina.kessler@virchow.uni-wuerzburg.de

Kristina Kessler | idw
Weitere Informationen:
http://www.rudolf-virchow-zentrum.de
http://www.jdrf.org

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Biowissenschaften Chemie:

nachricht Antibiotika aus dem Meer
18.11.2019 | Friedrich-Schiller-Universität Jena

nachricht Auch parasitische Wespen machen Fettsäuren selbst
18.11.2019 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Biowissenschaften Chemie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neu entwickeltes Glas ist biegsam

Eine internationale Forschungsgruppe mit Beteiligung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hat ein Glasmaterial entwickelt, das sich bei Raumtemperatur bruchfrei verformen lässt. Das berichtet das Team aktuell in "Science". Das extrem harte und zugleich leichte Material verspricht ein großes Anwendungspotential – von Smartphone-Displays bis hin zum Maschinenbau.

Gläser sind ein wesentlicher Bestandteil der modernen Welt. Dabei handelt es sich im Alltag meist um sauerstoffhaltige Gläser, wie sie etwa für Fenster und...

Im Focus: Images from NJIT's big bear solar observatory peel away layers of a stellar mystery

An international team of scientists, including three researchers from New Jersey Institute of Technology (NJIT), has shed new light on one of the central mysteries of solar physics: how energy from the Sun is transferred to the star's upper atmosphere, heating it to 1 million degrees Fahrenheit and higher in some regions, temperatures that are vastly hotter than the Sun's surface.

With new images from NJIT's Big Bear Solar Observatory (BBSO), the researchers have revealed in groundbreaking, granular detail what appears to be a likely...

Im Focus: Veränderungen der Chiralität von Molekülen in Echtzeit beobachten

Chirale Moleküle – Verbindungen, die als Bild und Spiegelbild vorkommen – spielen eine wichtige Rolle in biologischen Prozessen und in der chemischen Synthese. Chemikern der ETH Zürich ist es nun erstmals gelungen, mit Hilfe von Ultrakurzzeit-Laserpulsen Änderungen der Chiralität während einer chemischen Reaktion in Echtzeit zu beobachten.

Manche Moleküle können in zwei spiegelbildlichen Formen existieren, ähnlich wie unsere Hände. Obwohl solche sogenannten Enantiomere fast identische...

Im Focus: Durchbruch in der Malariaforschung

Eine internationale Forschungsgruppe um den Zellbiologen Volker Heussler von der Universität Bern hat hunderte genetische Schwachstellen des Malaria-Parasiten Plasmodium identifiziert. Diese sind in der Medikamenten- und Impfstoffentwicklung dringend erforderlich, um die Krankheit dereinst ausrotten zu können.

Trotz grosser Anstrengungen in Medizin und Wissenschaft, sterben weltweit immer noch mehr als 400'000 Menschen an Malaria. Die Infektionskrankheit wird durch...

Im Focus: Bauplan eines bakteriellen Kraftwerks entschlüsselt

Wissenschaftler der Universität Würzburg und der Universität Freiburg gelang es die komplexe molekulare Struktur des bakteriellen Enzyms Cytochrom-bd-Oxidase zu entschlüsseln. Da Menschen diesen Typ der Oxidase nicht besitzen, könnte dieses Enzym ein interessantes Ziel für neuartige Antibiotika sein.

Sowohl Menschen als auch viele andere Lebewesen brauchen Sauerstoff zum Überleben. Bei der Umsetzung von Nährstoffen in Energie wird der Sauerstoff zu Wasser...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Chemnitzer Linux-Tage 2020: „Mach es einfach!“

18.11.2019 | Veranstaltungen

Humanoide Roboter in Aktion erleben

18.11.2019 | Veranstaltungen

1. Internationale Konferenz zu Agrophotovoltaik im August 2020

15.11.2019 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Antibiotika aus dem Meer

18.11.2019 | Biowissenschaften Chemie

Lebende Brücken: Mit alten indischen Bautechniken moderne Städte klimafreundlich gestalten

18.11.2019 | Architektur Bauwesen

„Moonwalk“ für die Wissenschaft zeigt Verzerrungen im räumlichen Gedächtnis

18.11.2019 | Studien Analysen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics