Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wenn Zahlen nur leere Worte sind

04.06.2012
Psychologen der Universität Münster entwickeln Training für Grundschüler mit Rechenstörung

Sie rechnen die Aufgabe "4 plus 3" aus, indem sie mit den Fingern zählen. Sie verpassen ihre Lieblingssendung im Fernsehen, weil sie die Uhr nicht richtig lesen können, und sie haben Schwierigkeiten damit abzuschätzen, wie viel Restgeld sie beim Bäcker bekommen.


Das Logo von "CODY"
WWU

Zahlen, Mengen und Rechenaufgaben sind für Kinder mit Rechenstörung, der sogenannten Dyskalkulie, im Alltag und in der Schule ein großes und oft leidvolles Problem. Das Fach Mathematik entwickelt sich so schnell zum Albtraum.

Dabei hat Dyskalkulie nichts mit Faulheit oder Dummheit zu tun, sondern ist eine von der Weltgesundheitsorganisation anerkannte Teilleistungsstörung. Pro Klasse sind im Schnitt ein bis zwei Kinder betroffen. "Bei Kindern mit Dyskalkulie ist die Verbindung zwischen Mengen und Zahlen gestört, wodurch eine Zahl nicht für eine Menge steht, sondern nur ein leeres Wort darstellt", sagt Dr. Jörg-Tobias Kuhn vom Psychologischen Institut I der Universität Münster. Dadurch, dass die Zahlen- und Mengenverarbeitung beeinträchtigt sei, komme es in praktisch allen Bereichen der Schulmathematik zu Problemen.

Im deutschsprachigen Raum existieren bisher für Grundschüler mit Dyskalkulie kaum Behandlungsmöglichkeiten, die wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit hin überprüft wurden. In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützten Projekt wurde nun an der Universität Münster ein neues, computergestütztes Training für Grundschüler mit Dyskalkulie entwickelt. Das Training umfasst Aufgaben wie "Mengen und Zahlen vergleichen", "Zahlen und Zahlenstrahl" oder "Schnellrechnen" und passt sich automatisch dem Kind an. Nur wenn in diesen grundlegenden Bereichen die Lücken geschlossen werden, können schwierigere mathematische Aufgaben richtig gelöst werden.

Das Training wird allen betroffenen Kindern, Eltern und interessierten Grundschulen im Rahmen einer Studie kostenlos zur Verfügung gestellt. Kinder, die durch die Teilnahme an der Untersuchung die Forschung unterstützen, erhalten neben dem Training, das auch zu Hause am Computer durchgeführt werden kann, eine ausführliche kostenlose Diagnostik und Beratung. Damit besteht die Möglichkeit, die individuellen Schwierigkeiten in Mathematik besser zu verstehen und durch das sechswöchige Training zu überwinden, sodass rechtzeitig der Zugang zur Mathematik geebnet und verbessert werden kann.

Weitere Informationen zum Training sind unter www.uni-muenster.de/cody zu finden. Die Anmeldung ist bei cody@uni-muenster.de möglich.

Brigitte Nussbaum | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht UKE-Wissenschaftler erforschen frühe Weichenstellung für komplexes Lernen
13.11.2018 | Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

nachricht Digitalisierung: Schulprojekt des Zweckverbandes Breitband Altmark geht in die Auswertungsrunde
02.11.2018 | Zweckverband Breitband Altmark (ZBA)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Gold Krankheiten aufspüren

Röntgenfluoreszenz könnte neue Diagnosemöglichkeiten in der Medizin eröffnen

Ein Präzisions-Röntgenverfahren soll Krebs früher erkennen sowie die Entwicklung und Kontrolle von Medikamenten verbessern können. Wie ein Forschungsteam unter...

Im Focus: Ein Chip mit echten Blutgefäßen

An der TU Wien wurden Bio-Chips entwickelt, in denen man Gewebe herstellen und untersuchen kann. Die Stoffzufuhr lässt sich dabei sehr präzise dosieren.

Menschliche Zellen in der Petrischale zu vermehren, ist heute keine große Herausforderung mehr. Künstliches Gewebe herzustellen, durchzogen von feinen...

Im Focus: A Chip with Blood Vessels

Biochips have been developed at TU Wien (Vienna), on which tissue can be produced and examined. This allows supplying the tissue with different substances in a very controlled way.

Cultivating human cells in the Petri dish is not a big challenge today. Producing artificial tissue, however, permeated by fine blood vessels, is a much more...

Im Focus: Optimierung von Legierungswerkstoffen: Diffusionsvorgänge in Nanoteilchen entschlüsselt

Ein Forschungsteam der TU Graz entdeckt atomar ablaufende Prozesse, die neue Ansätze zur Verbesserung von Materialeigenschaften liefern.

Aluminiumlegierungen verfügen über einzigartige Materialeigenschaften und sind unverzichtbare Werkstoffe im Flugzeugbau sowie in der Weltraumtechnik.

Im Focus: Graphen auf dem Weg zur Supraleitung

Doppelschichten aus Graphen haben eine Eigenschaft, die ihnen erlauben könnte, Strom völlig widerstandslos zu leiten. Dies zeigt nun eine Arbeit an BESSY II. Ein Team hat dafür die Bandstruktur dieser Proben mit extrem hoher Präzision ausgemessen und an einer überraschenden Stelle einen flachen Bereich entdeckt. Möglich wurde dies durch die extrem hohe Auflösung des ARPES-Instruments an BESSY II.

Aus reinem Kohlenstoff bestehen so unterschiedliche Materialien wie Diamant, Graphit oder Graphen. In Graphen bilden die Kohlenstoffatome ein zweidimensionales...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Können Roboter im Alter Spaß machen?

14.11.2018 | Veranstaltungen

Tagung informiert über künstliche Intelligenz

13.11.2018 | Veranstaltungen

Wer rechnet schneller? Algorithmen und ihre gesellschaftliche Überwachung

12.11.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Automatisierte Klebfilmablage und Stringerintegration für den Flugzeugbau

14.11.2018 | Materialwissenschaften

Wie Algen und Kohlefasern die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre nachhaltig senken könnten

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Was das Meer zur Klimaregulierung beiträgt: Neue Erkenntnisse helfen bei der Berechnung

14.11.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics