Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Staatliche Ausgaben für die Forschung steigen

28.10.2008
7 Milliarden Euro für die gemeinsame Forschungsförderung im Jahr 2009

Bund und Länder werden im Jahr 2009 für die gemeinsame Forschungsförderung mehr als 7 Milliarden Euro ausgeben: das sind knapp 600 Millionen (rund neun Prozent) mehr als 2008. Von diesen 7 Mrd. Euro werden rund 70 Prozent vom Bund, rund 30 Prozent von den Ländern finanziert.

Zu den geförderten Einrichtungen und Vorhaben gehören das Akademienprogramm, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften (acatech), die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Förderung von exzellenten Forschungsbauten, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Leibniz-Einrichtungen, die Max-Planck-Gesellschaft sowie das Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Heute hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) über die Höhe der Zuwendungen für die Max-Planck-Gesellschaft, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Leibniz-Einrichtungen, das Akademienprogramm und über die Förderung von exzellenten For-schungsbauten im Jahr 2009 entschieden.

o Die Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V. (DFG) erhält für das Jahr 2009 Mittel in Höhe von rund 2,1 Milliarden Euro. Die Grundförderung soll 1,5 Milliarden Euro betragen. 58 Prozent dieses Betrages bringt der Bund auf, 42 Prozent finanzieren die Länder. Die Mittel stehen der DFG insbesondere für die Förderung von Sonderforschungsbereichen, Forschungszentren, Schwerpunktprogrammen, Forschergruppen, von hochqualifizierten Nachwuchswissenschaftlern (z. B. im Emmy-Noether-Programm, im Heisenberg-Programm oder durch die Leibniz-Preise) und nicht zuletzt von einzelnen Forschungsvorhaben hervorragender Wissenschaftler zur Verfügung.

Zusätzlich zu dieser gemeinsamen institutionellen Zuwendung erhält die DFG weitere 671 Millionen Euro:

Für die Gewährung von Programmpauschalen in bestimmten Förderverfahren erhält die DFG eine Sonderzuwendung des Bundes in Höhe von 207 Millionen Euro. Dieser im Hochschulpakt verabredete sogenannte Overhead erlaubt es der DFG, auf Forschungsvorhaben einen 20-prozentigen Zuschlag zur Deckung der indirekten, zusätzlichen und variablen Projektausgaben zu zahlen.

Für die Förderung von Forschungsgroßgeräten an Hochschulen stehen der DFG Bundesmittel in Höhe von 85 Millionen Euro zur Verfügung. Die Förderung von Forschungsgroßgeräten von überregionaler Bedeutung an Hochschulen ist Teil der im Rahmen der Föderalismusreform eingeführten neuen Gemeinschaftsaufgabe nach Artikel 91 b des Grundgesetzes. Damit sollen die investiven Voraussetzungen der deut-schen Hochschulen für eine erfolgreiche Teilnahme am nationalen und internationalen Wettbewerb in der Forschung verbessert werden. Das jeweilige Sitzland der begünstigten Hochschule bringt einen gleich großen Betrag auf.

Ebenfalls zusätzlich zur institutionellen Grundfinanzierung erhält die DFG Mittel in Höhe von 379 Millionen Euro zur Durchführung der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder. Dieser Betrag wird zu drei Vierteln vom Bund und zu einem Viertel von den Ländern aufgebracht.

o Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V. (MPG) ist die wichtigste Organisation für die Grundlagenforschung außerhalb der Hochschulen und unterhält rund 80 eigene Institute sowie weitere Forschungsstellen, Laboratorien und Arbeitsgruppen. Sie soll 2009 eine gemeinsame Zuwendung des Bundes und der Län-der in Höhe von 1,2 Milliarden Euro erhalten. Der Bund und die Länder bringen die-sen Betrag je zur Hälfte auf. Auf der Grundlage der durch den Pakt für Forschung und Innovation gewährten finanziellen Planungssicherheit kann die MPG ihre erfolgreichen Forschungsaktivitäten weiter fortführen und die Leistungsfähigkeit ihres Instrumentariums der Forschungsförderung und Qualitätssicherung, wie etwa die Mitwirkung an den Exzellenzclustern, eine verstärkte Vernetzung zwischen Instituten, die Förderung unkonventioneller Ansätze, eine verstärkte Kooperation mit Universitäten und die Intensivierung der Nachwuchsförderung weiter ausbauen.

o Die 86 Leibniz-Institute sollen 2009 Zuwendungen im Umfang von 852 Millionen Euro erhalten. Etwa je zur Hälfte werden die Zuwendungen durch den Bund und die Länder finanziert. Ein Teil der Mittel, gut 9 Millionen Euro, entfällt auf Forschungsvorhaben an Leibniz-Einrichtungen, die in einem wissenschaftsgeleiteten wettbewerblichen Verfahren ausgewählt wurden. Für fünf Einrichtungen beginnt 2009 die gemeinsame Förderung: es handelt sich um die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung in Frankfurt/Main, das Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam, das Zentrum für Marine Tropenökologie an der Universität Bremen, das Deutsche Rheumaforschungszentrum Berlin sowie das Museum für Naturkunde in Berlin. Die bisher als Leibniz-Einrichtung geförderte Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung (BESSY) scheidet aus dieser Förderform aus, weil sie zum Jahresbeginn mit dem Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie fusioniert.

o In dem Akademienprogramm der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften werden rund 160 langfristige Vorhaben der Grundlagenforschung von überregionaler Bedeutung und gesamtstaatlichem wissenschaftspolitischen Interesse in Trägerschaft einer der neun wissenschaftlichen Akademien gefördert. Das Programm soll 2009 mit einer Zuwendung von 47 Millionen Euro finanziert werden. Fünf langfristige Forschungs- und Editionsprojekte werden neu in das Programm aufgenommen. Sie wurden unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten von der Wissenschaftlichen Kommission für das Akademienprogramm überprüft und als sehr förderungswürdig beurteilt.

o Für die Errichtung von Forschungsbauten an Hochschulen wollen Bund und Länder im nächsten Jahr 174 Millionen Euro aufwenden. Die Ausgaben werden je zur Hälfte durch den Bund und das Land, in dem der Bau errichtet wird, getragen. Die Förderung von Bauvorhaben für Forschung von überregionaler Bedeutung ist seit der Föderalismusreform eine der neuen Gemeinschaftsaufgaben nach Artikel 91 b des Grundsgesetzes. Damit wollen Bund und Länder die wissenschaftliche Konkurrenzfähigkeit der Forschung an Hochschulen im nationalen und internationalen Wettbewerb auch im investiven Bereich gezielt stärken. Die Prüfung der wissenschaftlichen Qualität und der überregionalen Bedeutung der Bauprojekte übernimmt der Wissenschaftsrat. Aufgrund seiner Empfehlung hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz weitere 17 Bauvorhaben in die gemeinsame Förderung aufgenommen; insgesamt werden dann 35 Vorhaben gefördert.

Die neuen Vorhaben sind:

BTU Cottbus -
Neubau Zentrum für Energietechnologie
RWTH Aachen -
Ersatzbau für das Institut für Textiltechnik
(INNOTEX)
TU Braunschweig -
Campus Forschungsflughafen
TU München -
Internationales Getränkewissenschaftliches Zentrum Weihenstephan
Tierärztliche Hochschule Hannover -
Zentrum für Zoonoseforschung
Universität des Saarlandes -
Neubau Center for Integrative Physiology and
Molecular Medicine (CIPMM)
Universität Frankfurt -
Neubau "European Cardiovascular Science Center"
(ECSCF)
Universität Frankfurt -
Neubau für das Exzellenzcluster "Die Herausbildung
normativer Ordnungen"
Universität Freiburg -
Neustrukturierung Physiologisches Institut
(Zentrum "Synapsenproteomik und Synapsenfunktion")
Universität Greifswald -
Greifswald Center of Drug Absorption and Drug
Transport
Universität Hamburg -
Center for Free Electron Laser Science (CFEL)
Universität Hamburg -
Forschungsgebäude Klima Campus Hamburg
Universität Hannover -
Neubau eines Laboratoriums für Nano- und
Quantenengineering (LNQE)
Universität München -
Errichtung eines Zentrums für Angewandte
Zellforschung
Universität Tübingen -
Forschungsbau der Neurowissenschaften
Universität Tübingen -
Neubau eines Forschungsgebäudes für das Zentrum
für Molekularbiologie der Pflanzen (ZMBP)
Universität zu Köln -
CECAD-Neubau (Cologne Excellence Cluster on
Cellular Stress Response in Aging-Associated
Deseases)

Rebekka Kötting | idw
Weitere Informationen:
http://www.gwk-bonn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

nachricht Innovationen in der beruflichen Weiterbildung stärken
26.06.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Superscharfe Bilder von der neuen Adaptiven Optik des VLT

Das Very Large Telescope (VLT) der ESO hat das erste Licht mit einem neuen Modus Adaptiver Optik erreicht, die als Lasertomografie bezeichnet wird – und hat in diesem Rahmen bemerkenswert scharfe Testbilder vom Planeten Neptun, von Sternhaufen und anderen Objekten aufgenommen. Das bahnbrechende MUSE-Instrument kann ab sofort im sogenannten Narrow-Field-Modus mit dem adaptiven Optikmodul GALACSI diese neue Technik nutzen, um Turbulenzen in verschiedenen Höhen in der Erdatmosphäre zu korrigieren. Damit ist jetzt möglich, Bilder vom Erdboden im sichtbaren Licht aufzunehmen, die schärfer sind als die des NASA/ESA Hubble-Weltraumteleskops. Die Kombination aus exquisiter Bildschärfe und den spektroskopischen Fähigkeiten von MUSE wird es den Astronomen ermöglichen, die Eigenschaften astronomischer Objekte viel detaillierter als bisher zu untersuchen.

Das MUSE-Instrument (kurz für Multi Unit Spectroscopic Explorer) am Very Large Telescope (VLT) der ESO arbeitet mit einer adaptiven Optikeinheit namens GALACSI. Dabei kommt auch die Laser Guide Stars Facility, kurz ...

Im Focus: Diamant – ein unverzichtbarer Werkstoff der Fusionstechnologie

Forscher am KIT entwickeln Fenstereinheiten mit Diamantscheiben für Fusionsreaktoren – Neue Scheibe mit Rekorddurchmesser von 180 Millimetern

Klimafreundliche und fast unbegrenzte Energie aus dem Fusionskraftwerk – für dieses Ziel kooperieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit. Bislang...

Im Focus: Wiener Forscher finden vollkommen neues Konzept zur Messung von Quantenverschränkung

Quantenphysiker/innen der ÖAW entwickelten eine neuartige Methode für den Nachweis von hochdimensional verschränkten Quantensystemen. Diese ermöglicht mehr Effizienz, Sicherheit und eine weitaus geringere Fehleranfälligkeit gegenüber bisher gängigen Mess-Methoden, wie die Forscher/innen nun im Fachmagazin „Nature Physics“ berichten.

Die Vision einer vollständig abhörsicheren Übertragung von Information rückt dank der Verschränkung von Quantenteilchen immer mehr in Reichweite. Wird eine...

Im Focus: Was passiert, wenn wir das Atomgitter eines Magneten plötzlich aufheizen?

„Wir haben jetzt ein klares Bild davon, wie das heiße Atomgitter und die kalten magnetischen Spins eines ferrimagnetischen Nichtleiters miteinander ins Gleichgewicht gelangen“, sagt Ilie Radu, Wissenschaftler am Max-Born-Institut in Berlin. Das internationale Forscherteam fand heraus, dass eine Energieübertragung sehr schnell stattfindet und zu einem neuartigen Zustand der Materie führt, in dem die Spins zwar heiß sind, aber noch nicht ihr gesamtes magnetisches Moment verringert haben. Dieser „Spinüberdruck“ wird durch wesentlich langsamere Prozesse abgebaut, die eine Abgabe von Drehimpuls an das Gitter ermöglichen. Die Forschungsergebnisse sind jetzt in "Science Advances" erschienen.

Magnete faszinieren die Menschheit bereits seit mehreren tausend Jahren und sind im Zeitalter der digitalen Datenspeicherung von großer praktischer Bedeutung....

Im Focus: Erste Beweise für Quelle extragalaktischer Teilchen

Zum ersten Mal ist es gelungen, die kosmische Herkunft höchstenergetischer Neutrinos zu bestimmen. Eine Forschungsgruppe um IceCube-Wissenschaftlerin Elisa Resconi, Sprecherin des Sonderforschungsbereichs SFB1258 an der Technischen Universität München (TUM), liefert ein wichtiges Indiz in der Beweiskette, dass die vom Neutrino-Teleskop IceCube am Südpol detektierten Teilchen mit hoher Wahrscheinlichkeit von einer Galaxie in vier Milliarden Lichtjahren Entfernung stammen.

Um andere Ursprünge mit Gewissheit auszuschließen, untersuchte das Team um die Neutrino-Physikerin Elisa Resconi von der TU München und den Astronom und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Stadtklima verbessern, Energiemix optimieren, sauberes Trinkwasser bereitstellen

19.07.2018 | Veranstaltungen

Innovation – the name of the game

18.07.2018 | Veranstaltungen

Wie geht es unserer Ostsee? Ein aktueller Zustandsbericht

17.07.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Mit dem Nano-U-Boot gezielt gegen Kopfschmerzen und Tumore

19.07.2018 | Medizin Gesundheit

VDI sieht urbane Produktion und Logistik als integrale Teile der Stadt der Zukunft

19.07.2018 | Architektur Bauwesen

Infrarotsensor als neue Methode für die Wirkstoffentwicklung

19.07.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics