Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Max-Planck-Gesellschaft gründet neues Institut in Luxemburg

01.06.2012
Die juristische Grundlagenforschung der Max-Planck-Gesellschaft wird im Zuge der Partnerschaft mit dem Großherzogtum entscheidend gestärkt. Profitieren soll auch der wissenschaftliche Nachwuchs.

In Kooperation mit dem Großherzogtum Luxemburg errichtet die Max-Planck-Gesellschaft ein neues Institut zur juristischen Grundlagenforschung. Der Senat der Max-Planck-Gesellschaft hat bei der Sitzung Ende März der Neugründung des Max Planck Institute Luxemburg for International, European and Regulatory Procedural Law zugestimmt.


Das Institut wird vorerst in diesem Gebäude auf dem Kirchberg-Plateau in Luxemburg-Stadt eingerichtet. MPI-IERPL

„Das ist ein wichtiger Schritt, mit dem das Forschungsportfolio im Bereich der Rechtswissenschaften entscheidend gestärkt wird“, sagt Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft.

Das neue Institut in Luxemburg-Stadt soll von drei Direktoren geleitet werden. Mit Burkhard Hess von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und Marco Ventoruzzo, Lehrstuhlinhaber an der Bocconi University School of Law in Mailand und der Pennsylvania State University, konnten bereits zwei renommierte Rechtsexperten gewonnen werden. Noch in diesem Jahr wollen sie ihre Arbeit in Luxemburg-Stadt aufnehmen. Das dritte Wissenschaftliche Mitglied des Direktoriums wird in Abstimmung mit den beiden Gründungsdirektoren berufen werden. Die slowenische Rechtswissenschaftlerin Verica Trstenjak, seit 2006 Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof, gehört dem Institut als Auswärtiges Wissenschaftliches Mitglied an.

Das neue Max-Planck-Institut wird sich mit den Grundlagen gerichtlicher und administrativer Verfahren beschäftigen und dabei mit der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften der Universität Luxemburg zusammenarbeiten. Als Themengebiete werden das europäische Verfahrensrecht, das vergleichende beziehungsweise internationale Prozessrecht sowie die Verfahrensfragen der Finanzmärkte in den Blick genommen. „Durch die in Luxemburg vertretenen Institutionen der Europäischen Union, insbesondere den Europäischen Gerichtshof, bietet der Standort hierfür ideale Voraussetzungen“, unterstreicht Peter Gruss.

Das Großherzogtum Luxemburg hat die dauerhafte und tragfähige Finanzierung des Instituts zugesagt. Neben den drei wissenschaftlichen Abteilungen, die jeweils von einem der Direktoren geleitet werden, und dem Bereich für das Auswärtige Wissenschaftliche Mitglied wird eine Max-Planck-Forschungsgruppe eingerichtet. „Das Großherzogtum bietet den Wissenschaftlern eine Ausstattung, die Grundlagenforschung auf höchstem Niveau möglich macht“, unterstreicht Peter Gruss, der mit dem Engagement in Luxemburg auch die Internationalisierungsstrategie der Max-Planck-Gesellschaft gestärkt sieht.

Das Großherzogtum Luxemburg will für die Forscher ein Konvent sanieren und erweitern, das in direkter Nähe der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften der Universität Luxemburg angesiedelt ist. Ziel ist es, Um- und Neubau in fünf Jahren abzuschließen. Bis dahin werden die Mitarbeiter des Instituts in einem Interimsbau untergebracht.

Zur Kooperation mit der Universität Luxemburg gehören neben der Zusammenarbeit in der Forschung auch die Zusammenarbeit in der Lehre und damit die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. So haben Max-Planck-Forscher in Abstimmung mit der Fakultät für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften beispielsweise die Möglichkeit, Doktoranden zu betreuen und ihre Promotionen zu begutachten oder Vorlesungen zu halten.

Burkhard Hess, 50 Jahre alt, hatte bereits Professuren an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Tübingen inne und leitet seit 2003 an der Universität in Heidelberg den Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Prozessrecht, Internationales Privat- und Verfahrensrecht. Zudem führt er das Institut für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht. Marco Ventoruzzo, 38 Jahre alt, ist seit 2010 Full Professor an der Bocconi University School of Law, einer der führenden italienischen Universitäten mit dem Schwerpunkt auf Ökonomie sowie Handels- und Wirtschaftsrecht. Zudem lehrt und forscht Ventoruzzo an der Dickinson School of Law der Pennsylvania State University in den USA.

Mit dem Luxemburger Institut ergänzt die Max-Planck-Gesellschaft ihre breite juristische Kompetenz um das Verfahrensrecht. Derzeit unterhält die Max-Planck-Gesellschaft Forschungsinstitute, die das materielle Recht in den Kerngebieten des Privatrechts, des Strafrechts und des Völkerrechts sowie in Fragen des Geistigen Eigentums, des Wettbewerbs, der Besteuerung und der Sozialsysteme untersuchen. Hinzu treten das in Frankfurt ansässige Institut für Europäische Rechtsgeschichte und das Bonner Max-Planck-Institut für die Erforschung von Gemeinschaftsgütern.

Die Max-Planck-Gesellschaft betreibt derzeit vier Institute im Ausland: Die Bibliotheca Hertziana in Rom, das Kunsthistorische Institut in Florenz und das Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen. Dazu kommt das von US-amerikanischer Seite finanzierte Max Planck Florida Institute auf dem Jupiter Campus in Palm Beach, Florida.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Burkhard Hess
Direktor des Max Planck Institute Luxemburg for International, European and Regulatory Procedural Law

E-Mail: burkhard.hess@­mpi-ierpl.lu

Prof. Dr. Marco Ventoruzzo
Direktor des Max Planck Institute Luxemburg for International, European and Regulatory Procedural Law

E-Mail: marco.ventoruzzo@­mpi-ierpl.lu

Jens Eschert
Redakteur / Öffentlichkeitsarbeit
Generalverwaltung der Max-Planck-Gesellschaft
Telefon: +49 89 2108-1488
E-Mail: jens.eschert@­gv.mpg.de

Barbara Abrell | Max-Planck-Institut
Weitere Informationen:
http://www.mpg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Qualifizierungschancengesetz – Wie Unternehmen davon profitieren können
03.07.2020 | wbs training / aduco Internet GmbH

nachricht VideoLab für Erwachsenenbildung
03.07.2020 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektrische Spannung aus Elektronenspin – Batterie der Zukunft?

Forschern der Technischen Universität Ilmenau ist es gelungen, sich den Eigendrehimpuls von Elektronen – den sogenannten Elektronenspin, kurz: Spin – zunutze zu machen, um elektrische Spannung zu erzeugen. Noch sind die gemessenen Spannungen winzig klein, doch hoffen die Wissenschaftler, auf der Basis ihrer Arbeiten hochleistungsfähige Batterien der Zukunft möglich zu machen. Die Forschungsarbeiten des Teams um Prof. Christian Cierpka und Prof. Jörg Schumacher vom Institut für Thermo- und Fluiddynamik wurden soeben im renommierten Journal Physical Review Applied veröffentlicht.

Laptop- und Handyspeicher der neuesten Generation nutzen Erkenntnisse eines der jüngsten Forschungsgebiete der Nanoelektronik: der Spintronik. Die heutige...

Im Focus: Neue Erkenntnisse über Flüssigkeiten, die ohne Widerstand fließen

Verlustfreie Stromleitung bei Raumtemperatur? Ein Material, das diese Eigenschaft aufweist, also bei Raumtemperatur supraleitend ist, könnte die Energieversorgung revolutionieren. Wissenschaftlern vom Exzellenzcluster „CUI: Advanced Imaging of Matter“ an der Universität Hamburg ist es nun erstmals gelungen, starke Hinweise auf Suprafluidität in einer zweidimensionalen Gaswolke zu beobachten. Sie berichten im renommierten Magazin „Science“ über ihre Experimente, in denen zentrale Aspekte der Supraleitung in einem Modellsystem untersucht werden können.

Es gibt Dinge, die eigentlich nicht passieren sollten. So kann z. B. Wasser nicht durch die Glaswand von einem Glas in ein anderes fließen. Erstaunlicherweise...

Im Focus: The spin state story: Observation of the quantum spin liquid state in novel material

New insight into the spin behavior in an exotic state of matter puts us closer to next-generation spintronic devices

Aside from the deep understanding of the natural world that quantum physics theory offers, scientists worldwide are working tirelessly to bring forth a...

Im Focus: Im Takt der Atome: Göttinger Physiker nutzen Schwingungen von Atomen zur Kontrolle eines Phasenübergangs

Chemische Reaktionen mit kurzen Lichtblitzen filmen und steuern – dieses Ziel liegt dem Forschungsfeld der „Femtochemie“ zugrunde. Mit Hilfe mehrerer aufeinanderfolgender Laserpulse sollen dabei atomare Bindungen punktgenau angeregt und nach Wunsch aufgespalten werden. Bisher konnte dies für ausgewählte Moleküle realisiert werden. Forschern der Universität Göttingen und des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie in Göttingen ist es nun gelungen, dieses Prinzip auf einen Festkörper zu übertragen und dessen Kristallstruktur an der Oberfläche zu kontrollieren. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature erschienen.

Das Team um Jan Gerrit Horstmann und Prof. Dr. Claus Ropers bedampfte hierfür einen Silizium-Kristall mit einer hauchdünnen Lage Indium und kühlte den Kristall...

Im Focus: Neue Methode führt zehnmal schneller zum Corona-Testergebnis

Forschende der Universität Bielefeld stellen beschleunigtes Verfahren vor

Einen Test auf SARS-CoV-2 durchzuführen und auszuwerten dauert aktuell mehr als zwei Stunden – und so kann ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Intensiv- und Notfallmedizin: „Virtueller DIVI-Kongress ist ein Novum für 6.000 Teilnehmer“

08.07.2020 | Veranstaltungen

Größte nationale Tagung für Nuklearmedizin

07.07.2020 | Veranstaltungen

Corona-Apps gegen COVID-19: Nationalakademie Leopoldina veranstaltet internationales virtuelles Podiumsgespräch

07.07.2020 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erster Test für neues Roboter-Umweltmonitoring-System der TU Bergakademie Freiberg

10.07.2020 | Informationstechnologie

Binnenschifffahrt soll revolutioniert werden: Erst ferngesteuert, dann selbstfahrend

10.07.2020 | Verkehr Logistik

Robuste Hochleistungs-Datenspeicher durch magnetische Anisotropie

10.07.2020 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics