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Master ohne ersten Hochschulabschluss?

17.10.2012
DUW untersucht in einem Forschungsprojekt, welche Kompetenzen und Erfahrungen Berufstätige ohne ersten Hochschulabschluss in ein MBA-Studium einbringen

Auch Studienanwärterinnen und -anwärter ohne ersten Hochschulabschluss können für ein berufsbegleitendes MBA-Studium alle notwendigen Voraussetzungen mitbringen und das Studium erfolgreich abschließen.

Das zeigt das Forschungsprojekt „MBAplus – Studieren ohne ersten Hochschulabschluss“ der Forschungsstelle Weiterbildungsforschung und Bildungsmanagement (FWB) an der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW). Die Forscherinnengruppe hatte in dem Pilotprojekt untersucht, welche Kompetenzen Bewerberinnen und Bewerber mit und ohne ersten Hochschulabschluss für das Studium mitbringen und welchen Erfolg sie nach dem ersten abgeschlossenen Modul erzielen.

Zwischen den Studierenden mit und ohne ersten Hochschulabschluss gab es keine relevanten Unterschiede. Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die statt eines Erststudiums einen Abschluss an einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie (VWA) vorweisen konnten, lagen mit ihren Ergebnissen im Durchschnitt. Alle Studierenden verfügen über mehrjährige Berufserfahrung.

„Eine langjährige Berufspraxis kann – in Kombination mit weiteren Kompetenzen – ein Erststudium im Einzelfall ersetzen“, sagt Prof. Dr. Ada Pellert, Präsidentin der DUW und Projektleiterin. „Das zentrale Kriterium für ein MBA-Studium ist die Fähigkeit, bereits Erlerntes und die eigene Berufspraxis neu zu durchdenken und mit neu erworbenem Wissen zu verknüpfen. Die hierfür zentrale Reflexionsfähigkeit muss in einem wissenschaftlich überprüfbaren Zulassungsverfahren ermittelt werden.“

Berufsbegleitendes Master-Studium an der DUW
Der berufsbegleitende Master-Studiengang General Management (MBA) ist im Department Wirtschaft und Management der DUW angesiedelt. In der Regel sind die Zulassungsvoraussetzungen ein erster Hochschulabschluss und zwei Jahre Berufserfahrung. In Ausnahmefällen können aber auch Interessierte ohne ersten Hochschulabschluss zum Studium zugelassen werden. Diese müssen eine langjährige Berufserfahrung sowie weitere Qualifikationen nachweisen und ein mehrstufiges Zulassungsverfahren erfolgreich durchlaufen. Diese Ausnahmeregelung gilt für alle Masterstudiengänge an der DUW. Das Zulassungsverfahren wurde in dem Forschungsprojekt MBAplus überprüft und weiterentwickelt. Die Bewerberinnen und Bewerber erstellen dabei unter anderem ein eigenes Kompetenzprofil, beschreiben eine eigene Führungserfahrung aus ihrem Berufsalltag, nehmen an einem Eignungsgespräch teil und besuchen einen Kurs zum wissenschaftlichen Arbeiten.

„Das VWA-Studium und meine langjährige Berufserfahrung haben mich auch ohne ersten Hochschulabschluss gut auf den MBA vorbereitet“, sagt Clemens Höpfner, der als VWA-Absolvent an dem Forschungsprojekt MBAplus teilnahm. „Das Zulassungsverfahren der DUW zwingt einen außerdem, die eigene Motivation und Eignung für das Master-Studium immer wieder kritisch zu hinterfragen.“

Öffnung der Hochschulen ohne Werteverlust des Masters
In Deutschland wird seit einiger Zeit kontrovers diskutiert, ob auch Interessierte ohne ersten akademischen Abschluss zum Master-Studium zugelassen werden sollen. Skeptikerinnen und Skeptiker warnen vor einer Entwertung des Master-Studiums und zweifeln an der Studierfähigkeit von Studierenden ohne ersten Abschluss. Fürsprecher sind vor allem die Arbeitgeber, die sich mehr hochqualifizierte Bewerber versprechen. In Bundesländern wie Rheinland-Pfalz, Hamburg und Hessen ist der Quereinstieg zum Masterstudium bereits möglich. Seit Juni 2011 sieht auch das Berliner Hochschulgesetz die Möglichkeit vor, Personen mit langjähriger Berufserfahrung und ohne ersten Hochschulabschluss an Hochschulen zuzulassen.

„Die DUW engagiert sich für Lebenslanges Lernen und ein durchlässigeres Bildungssystem, das jedem die Chance gibt, sich weiterzuentwickeln“, erklärt Ada Pellert. „Doch eine Öffnung der Hochschulen um jeden Preis wäre kontra-produktiv. Die DUW strebt eine für alle bereichernde Mischung von Studierenden mit unterschiedlichen Bildungsbiographien an. Dabei stehen wir aber immer für ein akademisches Masterstudium mit wissenschaftlichem Anspruch und hohem Praxisbezug.“

Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW)
Die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW) mit Sitz in Berlin bietet wissenschaftliche und praxisnahe Weiterbildung für Berufstätige mit erstem Studienabschluss, in Ausnahmefällen auch ohne ersten Hochschulabschluss. Das Fernstudienangebot der staatlich anerkannten Weiterbildungsuniversität umfasst berufsbegleitende Masterstudiengänge in den Departments Wirtschaft und Management, Bildung, Gesundheit und Kommunikation sowie weiterbildende Zertifikatsprogramme. Das moderne Blended-Learning-Studiensystem mit flexiblem Studienstart und individueller Betreuung ermöglicht es, das Studium mit Privatleben und Beruf zu vereinbaren. Gesellschafter der DUW sind die Freie Universität Berlin und die Stuttgarter Klett Gruppe. Als Public-Private-Partnership steht die DUW für wissenschaftliche Qualität, Arbeitsmarktnähe und Dienstleistungsorientierung.

Bitte wenden Sie sich bei Rückfragen an:
Pressebüro der Deutschen Universität für Weiterbildung
Julia Seimel
Telefon: 030/2000 306 106
E-Mail: julia.seimel@duw-berlin.de

Izabela Ahmad | idw
Weitere Informationen:
http://www.duw-berlin.de
http://www.duw-berlin.de/de/presse.html

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