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Lehrerbildung: Qualitätsoffensive in Bayern gestartet

09.03.2010
Unter Würzburger Federführung haben die Lehrerbildungszentren der bayerischen Universitäten die Initiative ergriffen: Sie wollen einen Prozess in Gang setzen, der auch die Schulen stärker in die Abstimmung der neuen Studienstrukturen mit Referendariat und Staatsexamina einbindet.
Anfang März hatten sie deshalb zum ersten bayernweiten Symposium eingeladen.
"Fest installierte Lehrerbildungsbeauftragte nach dem gelungenen Beispiel der universitären Frauenförderung könnten die Lehrerbildung an den Universitäten stärken." Mit diesem Vorschlag der Würzburger Universitätsvizepräsidentin Margarete Götz , der vom Publikum mit sehr viel Applaus honoriert wurde, endete die hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zur Eröffnung des zweitägigen bayernweiten Symposiums zur Lehrerbildung.

Unter Federführung des Würzburger Zentrums haben die Lehrerbildungszentren der bayerischen Universitäten mit dieser Veranstaltung eine Qualitätsoffensive gestartet, die eine kompetenzorientierte Lehrerbildung an den Universitäten profilieren soll, auch unter Einbezug der Schulpraxis und einer verstärkten Zusammenarbeit von Universität und Referendariat.

500 Teilnehmer diskutieren die Lehrerbildung

Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch und Kultusminister Ludwig Spaenle, Vizepräsidenten und Präsidenten aller bayerischen Universitäten und 500 Lehrerbildner aus Schule, Schulaufsicht und Universität waren Anfang März nach Nürnberg gereist. Zwei Tage lang trafen sie sich dort zum intensiven Gedankenaustausch über mögliche Vernetzungsmodelle zwischen den fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Anteilen des Lehramtsstudiums, aber auch der universitären und nachuniversitären Ausbildungsphasen.

Um den Anforderungen des Bologna-Prozesses gerecht zu werden, haben fast alle bayerischen Universitäten ihre Lehramtsstudiengänge modularisiert. Parallel dazu wird trotz der zahlreichen studienbegleitenden Prüfungen an den Staatsexamina festgehalten. Die Zentren für Lehrerbildung arbeiten in bisher einmaliger Breite mit den Verantwortlichen an den Universitäten, in der Schulverwaltung, in der Politik, wie im Wissenschafts- und Kultusministerium zusammen, um dieses sehr komplexe und komplizierte System zu koordinieren und zu optimieren.

Führende deutsche Bildungswissenschaftler wie Dr. Mareike Kunter (Max-Planck-Institut Berlin), die Professoren Kirsten Reiss (TU München), Hilbert Meyer (Universität Oldenburg), Hermann Saterdag (Kultusministerium Rheinland-Pfalz) und Uwe Schaarschmidt (Universität Potsdam) lieferten wertvolle Denkanstöße, die zu einer neuen Qualität in der bayerischen Lehrerbildung führen sollen.

In 36 Workshops erarbeiteten Universitätsdozenten, (Seminar-)Lehrer, Referendare und Studierende konkrete Aufträge und Forderungen für den weiteren Prozess. Professor Thomas Trefzger, Matthias Völker und Andreas Häußler von der Universität Würzburg moderierten den Workshop zur Didaktik der Physik, Professor Harald Lange leitete den Workshop zur Sportdidaktik, die Würzburger Stipendiatin der Stiftung der deutschen Wirtschaft Anja Müller hatte den Workshop zur Fachwissenschaft mit dem Erlanger Molekularbiologen Professor Thomas Winkler vorbereitet, Professor Walter Müller hatte mit seinen Mitarbeitern am Lehrstuhl für Schulpädagogik den entsprechenden Workshop in Nürnberg übernommen.

10. April: Podiumsdiskussion im Fernsehen

Die Podiumsdiskussion mit den beiden Staatsministern, der Würzburger Vizepräsidentin Margarete Götz und weiteren Verantwortlichen für die Lehrerbildung in den bayerischen Hochschulleitungen wurde vom Bayerischen Fernsehen aufgezeichnet und wird am 10. April um 22.30 Uhr auf BRalpha ausgestrahlt. Die Projektwebsite bleibt über das Symposium hinaus als Forum erhalten, das über den weiteren Prozess informiert.

Kontakt

Dr. Birgit Hoyer, T: (0931) 31 80450, E-Mail: b.hoyer@uni-wuerzburg.de

Robert Emmerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wuerzburg.de

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