Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG richtet 13 neue Schwerpunktprogramme ein

19.03.2013
Themen vom deutschen Arbeitsmarkt in der globalisierten Welt über nichtkodierende Moleküle bis zu Mikroschwimmern und metastabilen Materialien / 64 Millionen Euro Fördermittel

Welche Auswirkungen haben die ökonomischen, technologischen und demografischen Entwicklungen in der globalisierten Welt auf den Arbeitsmarkt in Deutschland? Wie passen sich Individuen, Populationen und Lebensgemeinschaften in aquatischen Systemen an den globalen Wandel an und was bedeutet dies für das Verständnis von ökologischen Systemen und deren Servicefunktionen für die Menschen? Mit welchen Algorithmen lassen sich die in allen Bereichen der Gesellschaft anfallenden immer größeren Datenmengen noch effizienter bearbeiten?

Dies sind nur einige der grundlegenden wissenschaftlichen Fragestellungen, die in den kommenden Jahren in neuen Schwerpunktprogrammen (SPP) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) untersucht werden sollen.

Insgesamt 13 dieser neuen Programme richtete der Senat der DFG jetzt auf seiner Frühjahrssitzung in Bonn ein. Sie sollen ab Anfang 2014 ihre Arbeit aufnehmen und die in Deutschland und darüber hinaus vorhandene wissenschaftliche Expertise zu besonders aktuellen oder sich gerade bildenden Forschungsgebieten vernetzen.

Die neuen SPP decken die gesamte fachliche Breite von den Geistes- und Sozialwissenschaften über die Lebenswissenschaften und Naturwissenschaften bis zu den Ingenieurwissenschaften ab. Das Themenspektrum reicht dabei vom Konzept der linguistischen Pragmatik in den Sprachwissenschaften, das mit experimentellen Methoden aus den Kognitions- und Neurowissenschaften verknüpft werden soll, bis zu den Gliazellen als dominante Zellpopulation im Gehirn und der Molekülgruppe der nichtkodierenden RNAs und deren regulierender Rolle bei zahlreichen Zellfunktionen, die beide hochaktuelle Forschungsobjekte der Neurowissenschaften sind.

Weitere Einrichtungen verfolgen das Ziel, erstmals eine vollständig vorhersagbare Beschreibung von Gas-Flüssig-Reaktoren in der chemischen Verfahrenstechnik zu erreichen oder die Grundlagen für die gezielte Schaffung metastabiler Materialien mit teilweise unbekannten Eigenschaften zu schaffen. Ein anderer SPP befasst sich mit den biologischen und synthetischen Systemen der sogenannten „Mikroschwimmer“, deren interner Antriebsmechanismus ebenso bedeutsam wie bislang nur ungenügend verstanden ist; ein besseres Verständnis könnte es hier ermöglichen, künstliche Schwimmer herzustellen und damit biologische Systeme zu imitieren oder gezielt zu beeinflussen.

Alle Programme sind in hohem Maße interdisziplinär ausgerichtet und zeichnen sich durch den Einsatz innovativer Methoden aus. So sollen etwa durch die intensive Zusammenarbeit zwischen der Mechanik und der Mathematik neuartige mathematische Methoden durchdrungen und numerische Verfahren für eine neue Qualität zuverlässiger und robuster Simulationen in der Festkörper- und Strömungsmechanik entwickelt werden. Aus den Blickwinkeln der Produktionstechnik, Werkstoffkunde und der Mechanik wiederum sollen in einem weiteren SPP die Grundlagen der Fertigung, Charakterisierung und Auslegung von sogenannten intrinsischen Hybridverbunden geklärt werden, die sich besonders für den Einsatz in lasttragenden Tragwerkstrukturen eignen. Hohen Stellenwert hat in allen Einrichtungen darüber hinaus die Einbindung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die eine der wesentlichen Voraussetzungen für die Einrichtung eines neuen Schwerpunktprogramms ist.

Die 13 neuen SPP wurden aus insgesamt 61 eingereichten Konzepten ausgewählt, die in acht thematischen Gruppen gebündelt und begutachtet worden waren. Die nun bewilligten Konzepte beschreiben dabei jeweils das Oberthema des Schwerpunktprogramms. Alle 13 SPP werden in den kommenden Monaten von der DFG einzeln ausgeschrieben, die daraufhin eingehenden Förderanträge in einem strengen Begutachtungsverfahren auf ihre wissenschaftliche Qualität und ihren Beitrag zum jeweiligen Hauptthema geprüft.

Für alle 13 neuen SPP stehen dabei in einer ersten Förderperiode in den kommenden drei Jahren insgesamt 64 Millionen Euro zur Verfügung. In der Regel arbeiten die Schwerpunktprogramme sechs Jahre. Mit den nun bewilligten Einrichtungen fördert die DFG ab 2014 insgesamt 90 SPP.

Die neuen Schwerpunktprogramme, geordnet nach den Wissenschaftsbereichen, sind:

Geistes- und Sozialwissenschaften

XPrag.de: New Pragmatic Theories based on Experimental Evidence
(Koordinator: PD Dr. Ulrich Sauerland, Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V. – GWZ / Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaften – ZAS – Berlin)
The German Labor Market in a Globalized World: Challenges through Trade, Technology and Demographics

(Koordinator: Professor Dr. Bernd Fitzenberger, Universität Freiburg)

Lebenwissenschaften

Dynamics of Thiol-based Redox Switches in Cellular Physiology
(Koordinatorin: Professor Dr. Katja Becker, Universität Gießen)
Functional Specializations of Neuroglia as Critical Determinants of Brain Activity

(Koordinatoren: Professor Dr. Frank Kirchhoff, Universität des Saarlandes, Professor Dr. Christine R. Rose, Universität Düsseldorf)

Emerging Roles of Non-coding RNAs in Nervous System Development, Plasticity and Disease

(Koordinator: Professor Dr. Gerhard Martin Schratt, Universität Marburg)

Naturwissenschaften

Materialsynthese nahe Raumtemperatur
(Koordinator: Professor Dr. Michael Ruck, Technische Universität Dresden)
Flexibility Matters: Interplay between Trait Diversity and Ecological Dynamics Using Aquatic Communities as Model Systems (DynaTrait)

(Koordinatorin: Professor Dr. Ursula Gaedke, Universität Potsdam)

Microswimmers – From Single Particle Motion to Collective Behaviour
(Koordinator: Professor Dr. Gerhard Gompper, Forschungszentrum Jülich)
Ingenieurwissenschaften
Intrinsische Hybridverbunde für Leichtbautragstrukturen – Grundlage der Fertigung, Charakterisierung und Auslegung

(Koordinator: Professor Dr.-Ing. Jürgen Fleischer, Karlsruher Institut für Technologie – KIT)

Algorithms for Big Data
(Koordinator: Professor Dr.-Ing. Ulrich Carsten Meyer, Universität Frankfurt/Main)
Strong Coupling of Thermo-chemical and Thermo-mechanical States in Applied Materials

(Koordinator: Professor Dr. Ingo Steinbach, Ruhr-Universität Bochum)

Einfluss lokaler Transportprozesse auf chemische Reaktionen in Blasenströmungen
(Koordinator: Professor Dr.-Ing. Michael Schlüter, Technische Universität Hamburg-Harburg)
Zuverlässige Simulationstechniken in der Festkörpermechanik – Entwicklung nichtkonventioneller Diskretisierungsverfahren, mechanische und mathematische Analyse

(Koordinator: Professor Dr.-Ing Jörg Schröder, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen)

Weiterführende Informationen

Medienkontakt: Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der DFG, Tel. +49 228 885-2443, presse@dfg.de

Informationen erteilen auch die Koordinatorinnen und Koordinatoren der neuen Schwerpunktprogramme.

Zu DFG-Schwerpunktprogrammen siehe auch: www.dfg.de/spp

Marco Finetti | idw
Weitere Informationen:
http://www.dfg.de/spp

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Spannende Experimente mit Astro-Alex im All
04.06.2018 | Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG)

nachricht Jeder Zweite nimmt mindestens einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil
24.05.2018 | Deutsches Institut für Erwachsenenbildung - Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

Noch mehr Reichweite oder noch mehr Nutzlast - das wünschen sich Fluggesellschaften für ihre Flugzeuge. Wegen ihrer hohen spezifischen Steifigkeiten und Festigkeiten kommen daher zunehmend leichte Faser-Kunststoff-Verbunde zum Einsatz. Bei Rümpfen oder Tragflächen sind permanent Innovationen in diese Richtung zu beobachten. Um dieses Innovationsfeld auch für Flugzeugräder zu erschließen, hat das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF jetzt ein neues EU-Forschungsvorhaben gestartet. Ziel ist die Entwicklung eines ersten CFK-Bugrads für einen Airbus A320. Dabei wollen die Forscher ein Leichtbaupotential von bis zu 40 Prozent aufzeigen.

Faser-Kunststoff-Verbunde sind in der Luftfahrt bei zahlreichen Bauteilen bereits das Material der Wahl. So liegt beim Airbus A380 der Anteil an...

Im Focus: IT-Sicherheit beim autonomen Fahren

FH St. Pölten entwickelt neue Methode für sicheren Informationsaustausch zwischen Fahrzeugen mittels Funkdaten

Neue technische Errungenschaften wie das Internet der Dinge oder die direkte drahtlose Kommunikation zwischen Objekten erhöhen den Bedarf an effizienter...

Im Focus: Innovative Handprothesensteuerung besteht Alltagstest

Selbstlernende Steuerung für Handprothesen entwickelt. Neues Verfahren lässt Patienten natürlichere Bewegungen gleichzeitig in zwei Achsen durchführen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) veröffentlichen Studie im Wissenschaftsmagazin „Science Robotics“ vom 20. Juni 2018.

Motorisierte Handprothesen sind mittlerweile Stand der Technik bei der Versorgung von Amputationen an der oberen Extremität. Bislang erlauben sie allerdings...

Im Focus: Temperaturgesteuerte Faser-Lichtquelle mit flüssigem Kern

Die moderne medizinische Bildgebung und neue spektroskopische Verfahren benötigen faserbasierte Lichtquellen, die breitbandiges Laserlicht im nahen und mittleren Infrarotbereich erzeugen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) zeigen in einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachblatt Optica, dass sie die optischen Eigenschaften flüssigkeitsgefüllter Fasern und damit die Bandbreite des Laserlichts gezielt über die Umgebungstemperatur steuern können.

Das Besondere an den untersuchten Fasern ist ihr Kern. Er ist mit Kohlenstoffdisulfid gefüllt - einer flüssigen chemischen Verbindung mit hoher optischer...

Im Focus: Temperature-controlled fiber-optic light source with liquid core

In a recent publication in the renowned journal Optica, scientists of Leibniz-Institute of Photonic Technology (Leibniz IPHT) in Jena showed that they can accurately control the optical properties of liquid-core fiber lasers and therefore their spectral band width by temperature and pressure tuning.

Already last year, the researchers provided experimental proof of a new dynamic of hybrid solitons– temporally and spectrally stationary light waves resulting...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Leben im Plastikzeitalter: Wie ist ein nachhaltiger Umgang mit Plastik möglich?

21.06.2018 | Veranstaltungen

Kongress BIO-raffiniert X – Neue Wege in der Nutzung biogener Rohstoffe?

21.06.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen im August 2018

20.06.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Leichter abheben: Fraunhofer LBF entwickelt Flugzeugrad aus Faser-Kunststoff-Verbund

22.06.2018 | Materialwissenschaften

Lernen und gleichzeitig Gutes tun? Baufritz macht‘s möglich!

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

GFOS und skip Institut entwickeln gemeinsam Prototyp für Augmented Reality App für die Produktion

22.06.2018 | Unternehmensmeldung

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics