Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bologna-Reformen setzen sich unaufhaltsam durch

31.07.2007
Auch in Studienfächern wie Lehrerbildung, Jura, Medizin und Ingenieurwissenschaften, in denen die Umsetzung des Bologna-Prozesses gemeinhin als schwierig gilt, laufen inzwischen tief greifende Studienreformen in ganz Europa. Dies ist ein zentrales Ergebnis einer Studie, welche das CHE (Deutschland) gemeinsam mit NIFU-STEP (Norwegen) und ESMU, dem europäischen Zentrum für strategisches Hochschulmanagement (Belgien) unter Federführung von CHEPS (Niederlande) durchgeführt hat.

Im Auftrag der Generaldirektion Bildung und Kultur der Europäischen Kommission hat das Forschungsteam 32 europäische Staaten daraufhin untersucht, wie sich im Zuge von Bologna- und Lissabon-Prozess die Studiengänge in Lehrerbildung, Jura, Medizin, Ingenieurwissenschaften und Geschichte verändert haben. Viele dieser Studiengänge werden auf das Prinzip des kompetenz-basierten Lernens umgestellt, modularisiert und anschlussfähig an das ECTS (European Credit Transfer System) gemacht. Weit verbreitet sind jedoch Schwierigkeiten mit der Verwirklichung eines arbeitsmarktrelevanten Bachelor-Abschlusses.

Im Fach Geschichte zeigten sich zu diesem Aspekt vergleichsweise wenig Probleme in den verschiedenen Ländern. In der Lehrerbildung wird vielfach die Grundschullehrerbildung auf dem Bachelorniveau angeboten. Herausragend ist die konsequente Umstellung auf die Bachelor-Master-Struktur in der Schweizer Medizinerausbildung. Jura wird in vielen Ländern auf die gestufte Studienstruktur umgestellt, allerdings verbleibt der Zugang zur Anwaltsausbildung bisher auf dem Masterniveau - mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs. Für die Ingenieurwissenschaften ist eine Parallelität zwischen universitärem Studium bis zum Masterniveau und einer Ausbildung an anderen Hochschultypen bis zum Bachelor-Niveau weiterhin kennzeichnend, es gibt aber Bemühungen um eine bessere Durchlässigkeit zwischen den Hochschularten.

Die Studienreformen werden vom Bologna-Prozess getrieben, aber auch von Prioritäten in den jeweiligen Ländern und nationalen Interpretationen der gemeinsamen europäischen Agenda. Dies führt zu einer großen Variabilität bei der Umsetzung. Insbesondere bei der Dauer der Studiengänge gibt es eine Vielzahl von Modellen, von 3+1 (für Bachelor und Master) über 3+2, 4+1, und 3.5+1.5 bis zu 4+2 Jahren. Insgesamt zeigt die Studie: In allen Ländern gibt es auch jenseits der Umstellung auf Bachelor und Master viele Elemente des Bologna-Prozesses, in denen die Fach-Communities Reformaktivitäten entfalten; ein Reformerfolg kann deshalb nicht nur an der Umstellung auf Bachelor und Master gemessen werden.

Für das CHE hat Dr. Johanna Witte federführend an der Studie mitgearbeitet, deren Ergebnisse nun unter dem Titel "The extent and impact of higher education curriculum reform across Europe" erschienen und auf der Homepage der EU-Kommission abrufbar sind: http://ec.europa.eu/education/policies/2010/lisbon_en.html.

Unter diesem Link ist zudem eine parallel vom selben Forschungskonsortium durchgeführte Vergleichsstudie zu denen Veränderung der Hochschul-Governance in 32 europäischen Staaten publiziert.

Ansprechpartnerin: Dr. Sigrun Nickel,
Tel.: 05241 2117923
Email: sigrun.nickel@che-consult.de

Britta Hoffmann-Kobert | idw
Weitere Informationen:
http://www.che.de
http://ec.europa.eu/education/policies/2010/lisbon_en.html

Weitere Berichte zu: Bachelor Ingenieurwissenschaft Jura Lehrerbildung Master

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Das Reifungsmuster des Hippokampus steuert die menschliche Gedächtnisentwicklung
23.07.2018 | Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

nachricht Lehrerbildung für die digitale Welt
17.07.2018 | Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wie Magnetismus entsteht: Elektronen stärker verbunden als gedacht

Wieso sind manche Metalle magnetisch? Diese einfache Frage ist wissenschaftlich gar nicht so leicht fundiert zu beantworten. Das zeigt eine aktuelle Arbeit von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und der Universität Halle. Den Forschern ist es zum ersten Mal gelungen, in einem magnetischen Material, in diesem Fall Kobalt, die Wechselwirkung zwischen einzelnen Elektronen sichtbar zu machen, die letztlich zur Ausbildung der magnetischen Eigenschaften führt. Damit sind erstmals genaue Einblicke in den elektronischen Ursprung des Magnetismus möglich, die vorher nur auf theoretischem Weg zugänglich waren.

Für ihre Untersuchung nutzten die Forscher ein spezielles Elektronenmikroskop, das das Forschungszentrum Jülich am Elettra-Speicherring im italienischen Triest...

Im Focus: Erstmals gemessen: Wie lange dauert ein Quantensprung?

Mit Hilfe ausgeklügelter Experimente und Berechnungen der TU Wien ist es erstmals gelungen, die Dauer des berühmten photoelektrischen Effekts zu messen.

Es war eines der entscheidenden Experimente für die Quantenphysik: Wenn Licht auf bestimmte Materialien fällt, werden Elektronen aus der Oberfläche...

Im Focus: Scientists present new observations to understand the phase transition in quantum chromodynamics

The building blocks of matter in our universe were formed in the first 10 microseconds of its existence, according to the currently accepted scientific picture. After the Big Bang about 13.7 billion years ago, matter consisted mainly of quarks and gluons, two types of elementary particles whose interactions are governed by quantum chromodynamics (QCD), the theory of strong interaction. In the early universe, these particles moved (nearly) freely in a quark-gluon plasma.

This is a joint press release of University Muenster and Heidelberg as well as the GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt.

Then, in a phase transition, they combined and formed hadrons, among them the building blocks of atomic nuclei, protons and neutrons. In the current issue of...

Im Focus: Der Truck der Zukunft

Lastkraftwagen (Lkw) sind für den Gütertransport auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen der Technischen Universität München (TUM) und ihre Partner haben ein Konzept für den Truck der Zukunft erarbeitet. Dazu zählen die europaweite Zulassung für Lang-Lkw, der Diesel-Hybrid-Antrieb und eine multifunktionale Fahrerkabine.

Laut der Prognose des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur wird der Lkw-Güterverkehr bis 2030 im Vergleich zu 2010 um 39 Prozent steigen....

Im Focus: Extrem klein und schnell: Laser zündet heißes Plasma

Feuert man Lichtpulse aus einer extrem starken Laseranlage auf Materialproben, reißt das elektrische Feld des Lichts die Elektronen von den Atomkernen ab. Für Sekundenbruchteile entsteht ein Plasma. Dabei koppeln die Elektronen mit dem Laserlicht und erreichen beinahe Lichtgeschwindigkeit. Beim Herausfliegen aus der Materialprobe ziehen sie die Atomrümpfe (Ionen) hinter sich her. Um diesen komplexen Beschleunigungsprozess experimentell untersuchen zu können, haben Forscher aus dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) eine neuartige Diagnostik für innovative laserbasierte Teilchenbeschleuniger entwickelt. Ihre Ergebnisse erscheinen jetzt in der Fachzeitschrift „Physical Review X“.

„Unser Ziel ist ein ultrakompakter Beschleuniger für die Ionentherapie, also die Krebsbestrahlung mit geladenen Teilchen“, so der Physiker Dr. Thomas Kluge vom...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungen

Forum Additive Fertigung: So gelingt der Einstieg in den 3D-Druck

21.09.2018 | Veranstaltungen

12. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

20.09.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Tiefseebergbau: Forschung zu Risiken und ökologischen Folgen geht weiter

21.09.2018 | Geowissenschaften

4. BF21-Jahrestagung „Car Data – Telematik – Mobilität – Fahrerassistenzsysteme – Autonomes Fahren – eCall – Connected Car“

21.09.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Optimierungspotenziale bei Kaminöfen

21.09.2018 | Energie und Elektrotechnik

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics